Feb 122006
 

Peter Jackson’s King Kong wurde dem Riesenhype leider nur teilweise gerecht. Und wie so oft, wenn Verfilmungen auch noch als Games auf den Markt kommen, musste man dafür bangen, dass aus der Story wenigstens ansatzweise brauchbare Ware hervorgeht. Doch die positiven Vorzeichen (geniale Grafik, gute Storyumsetzung) haben sich wenigstens im Game bestätigt: King Kong ist ein fesselndes Actionspekaktel! Mehr im Review.

Wer die King Kong TV Werbung gesehen hat, weiss schon im Voraus: Der Spieler übernimmt nicht nur die Rolle eines Menschen, sondern auch die des Affens. Um so gespannter waren wir natürlich beim ersten Betreten der Insel, dem ersten „V-Rex“ und der ersten Berührung mit dem King persönlich: Kong!

Entspannende Inselrundfahrt
Im Vorspann zum Spiel wird mit einigen Filmsequenzen kurz die Story bis zur Insel erzählt. Dabei halten sich die Entwickler ziemlich genau an den Verlauf des Kinofilms. Das Spiel setzt dort ein, wo die Mannschaft versucht, mit Ruderbooten auf die Insel zu kommen. Man erwacht als Jack, der auf die Insel gespült wurde. Da es überall dunkel ist, man sich nicht auskennt und komische Schreie hört, schnappt man sich am besten mal eine Waffe und geht auf Erkundungstour. Mit dabei sind die bekannten Gesichter aus dem Film: Ann, Carl, Hayes und so weiter. Logischerweise geht die Erkundung schief und schon bald befindet man sich rennend zwischen brennenden Speeren, riesigen Dinosauriern und unfreundlichen Eingeborenen.
King Kong ist ein stark gescriptetes Actionspiel. Der Verlauf ist sehr linear, was aber auch sehr viel Stimmung mit sich bringt. Von Beginn weg hält sich das Game relativ stark an die Filmstory, wenn auch einige Sequenzen stärker gewichtet wurden und neue hinzugekommen sind.

Skull Island aus der Ich-Perspektive
Die ersten Kapitel des Games spielt man immer als Jack. Aus der First-Person Perspektive steuert man die Spielfigur durch die atemberaubenden Klippen, Waldstücke und Schluchten. Wie im Film wird man dabei von allerlei Getier überrascht. Um sich gegen die Viecher wehren zu können, benutzt man Speere der Eingeborenen oder zur Not auch Holzstöcke oder Rippen von riesigen Skeletten. Mit der Zeit gilt es auch, ab und zu eine vom Flieger abgeworfene Waffe einzusammeln. Die Munition ist aber meistens sehr beschränkt – man tut gut daran, das Gewehr nur im Notfall zu ziehen. Interessant sind die brennbaren Spiesse, die man oft auch taktisch einsetzen muss, etwa um sich den Weg freizubrennen.
Die Vielfalt an Feinden ist nicht gerade überragend, aber dafür um so besser ausgearbeitet. Lahme Riesenreptilien im Wasser, Fledermaus-ähnliche fliegende Monster, diverse Dinosaurier. Als Hauptattraktion wird öfters mal ein V-Rex serviert: Das gewaltige Ungetüm kommt nicht nur Jack, sondern auch Kong ab und zu gefährlich nahe. Mit gewöhnlichen Waffen wird man das Urviech aber kaum los; man kann es nur aufhalten oder ablenken.

In der Affenrolle
Irgendwann wechselt plötzlich die Perspektive und der Spieler findet sich in der Rolle von Kong wieder. Der Riesenaffe ist meistens arg in Bedrängis, sei dies durch Eingeborene oder die anderen, hungrigen Urviecher der Insel. Im Gegensatz zu Jack hat er aber deutlich weniger Möglichkeiten: Er kann zwar klettern und springen, aber nur an gewissen Stellen. Gegen Angreifer gibt es einen Rundum-Schlag sowie einen zupackenden Griff. Beim gamen mit Kong ist das Zusammenspiel mit Ann wohl am Interessantesten. Oft muss man Ann an der richtigen Stelle absetzen, damit sie zum Beispiel ein Feuer legt und damit eine Sperre zerstört.

Die Steuerung von Kong wurde überraschend gut umgesetzt. Wenn man sich mit dem Riesenurviech durch die Schluchten und Wälder schwingt, bleibt einen ab und zu mal der Mund offen stehen, so gut sind die Bewegungen umgesetzt. Durch den stetigen Rollentausch zwischen Jack und Kong sorgen die Entwickler für Abwechslungsreichtum und vermitteln einen trotz der sehr linearen Story das Gefühl, an verschiedenen Stellen gleichzeitig zu sein.

Die grüne Hölle
… wird hervorragend präsentiert. Oft bleibt man kurz stehen und schaut sich einfach die Umgebung an: Verwinkelte Täler, riesige Mammutbäume, Lianen, umherwieselndes Getier. Besonders spannend: Der Marsch der gewaltigen Brontosaurier. Die riesigen Dinosaurier erscheinen zwar an einer anderen Stelle als im Film, dennoch ist man (wie Jack im Spiel) geneigt zu sagen: „Mein Gott!“. Auch die Kapitel gegen Ende des Spiels in New York dürfen sich sehen lassen und sorgen für das eine oder andere „Oh! und „Ah!“.
Die Soundkulisse unterstreicht den Effekt der optischen Präsentation an jeder Stelle, sorgt mal für Gänsehaut und ein anderes Mal wieder für Verblüffung. Perfekt!

King Kong ist definitiv ein Spiel, dass aus der Xbox 360 das beste herauskitzelt. Leider muss man sagen, dass auf einem normalen TV viel der grafischen Vielfalt verloren geht – im Gegenteil, die Xbox 360 Version ist vom grafischen Niveau an gewissen Stellen fast auf dem Xbox Niveau. Der Grund: Besonders die ersten paar Kapitel sind einfach viel zu dunkel. Oft sieht man fast nichts und wenn, dann fehlen meist die Details. Schade – aber ein Grund mehr, sich einem HD TV Gerät zu nähern ;)

Fazit
King Kong fasziniert und nervt oft gleichzeitig. Die fremde und einzigartige Welt zwingt einen immer wieder vor den TV, die sich oft wiederholenden (und zu einfachen) Rätsel sorgen aber für Unmut. Auch im Bereich der Gegnervielfalt hat Ubisoft nicht unbedingt den Vogel abgeschossen. Schon der Film bringt hier innerhalb von wenigen Minuten mehr üble Viecher auf die Leinwand als King Kong im ganzen Spiel.
Nichts desto trotz: Das Game sorgt mit seiner genialen Story, der super Grafik und der gelungenen Steuerung für genügend Motivation, um den Spieler bei der Stange zu halten. Wer auf storylastige Umsetzungen steht, darf sich das Game auf keinen Fall entgehen lassen!

Mehr Screenshots gibts hier!

USK: ab 12 Jahren
PEGI: 12+
Multiplayer: –
Sprache: Deutsch
Preis: CHF 89.-
Off. Website: www.kingkonggame.com