Simon Lutstorf

Breath of Fire 3 Review


Mit Breath of Fire III konnten wir zum ersten Mal (endlich!) auch ein Rollenspiel für die PSP testen. Dabei ist der “Feueratem” kein Unbekannter: Das Game ist ‘98 bereits auf der PS2 erschienen und wurde nun mehr oder weniger direkt auf die PSP portiert. Verpackung und Screenshots sehen vielversprechend aus – stürzen wir uns also ins Getümmel mit Drachen, alten Sagen, tapferen Kämpfern, Mythen und Zaubersprüchen. Mehr im Review!

Breath of Fire III startet wie die meisten Rollenspiele mit einer etwas langatmigen Story, die aber zum Schluss ziemlich fesselnd wird. Sie lautet folgendermassen: Vor langer, langer Zeit existierten noch Drachen. Die Geschöpfe hatten so viel Macht, dass sie nicht nur die gesamte Erde hätten zerstören können, sondern auch über sehr viel Energie verfügten. Aus unerklärlichen Gründen ging er Clan der Drachen jedoch seinem Ende zu. Alles was übrig blieb, waren Chrysma-Erz, die Energiequelle der Drachen tief im Erdinnern.
Tausend Jahre später erwecken Minenarbeiter beim Erzabbau den letzten überlebenden Drachen wieder zum leben. Er verwandelt sich in einen kleinen Jungen, der fortan auf der Suche nach seinen alten Kräften durch die Welt zieht. Er heisst Ryu – oder trägt einen Namen nach eurer Wahl.

Das RPG Alltagsleben
Ryu wandelt nach seiner Befreiung unter der Leitung des Spielers durch die Fantasywelt des Spiels. Eine riesige Weltkarte erlaubt es euch, grob das Reiseziel zu bestimmen sowie den Spielstand zu speichern. Nähert man sich einem wichtigen Gebiet (Stadt, Ortschaft, Dungeon) wird sozusagen “gezoomt” und man bewegt sich von da an auf einer Gebietskarte. Das gilt natürlich nur für die eigentliche Übersicht, dargestellt werden die Figuren um Ryu und Co. mit einer hübschen Engine aus der Vogelperspektive. In Städten oder Höhlen ist es nicht mehr so einfach zu speichern und deutlich gefährlicher: Jedesmal wenn ein Ausrufezeichen über Ryus Kopf erscheint, kann man sich an einen Zufallskampf wagen. Während man diesen auf der grossen Karte noch ausweichen kann, muss man sich dem Gegner hier zwingend stellen. Aber nicht nur Kämpfe erfreuen das Auge des Spielers, sondern auch Läden, Gesprächspartner, Herbergen und Rätselstartpunkte. Während man sich in Herbergen ausruhen und regenerieren kann, dienen die Shops dem Aufrüsten der eigenen Künste und Waffen – Gesprächspartner geben oft Hinweise auf Rätsel oder klären über Gegebenheiten der Ortschaft auf.

Selten alleine
Ryu bekommt mit der Zeit (ganz Rollenspiel typisch) Verstärkung in Form von weiteren Gesellen, die sich seiner Party anschliessen. An erster Stelle steht Rei, der ihn gleich zu Beginn neben den Minen findet. Weitere Figuren stossen nach und nach dazu, manche verlassen die Gesellschaft um Ryu aber auch wieder. Beim Steuern durch Dungeons und Wälder folgen einen immer alle Partymitglieder, was zum Teil auch nötig ist. Jede der Figuren kann direkt angesteuert werden. Ihre Spezialfähigkeiten sind oft die einzige Lösung für Rätsel, die man im Laufe der Geschichte auf sich nimmt. Die meisten Aufgaben sind aber eher einfach und verlangen kaum grosse Gedächtnisübungen.
Die Individualität der Spielfiguren setzt sich auch im Kampfsystem nahtlos fort. Kommt es zu einer Auseinandersetzung, wechselt Breath of Fire III in ein rundenbasiertes System. Das heisst, das man zuerst seinen Kampfesgenossen und Ryu einen Befehl gibt, den sie in der nächsten Runde ausführen. Direkt eingreifen kann man in die Actionsequenz aber nicht. Dafür hat jede der Figuren seine Stärken und Schwächen. Die einen können gut heilen und setzen ihre Fähigkeiten während des Kampfes ein, um Kameraden zu retten. Andere sind mit purer Waffengewalt am Stärksten, wieder andere mit Magie. Auch die Gegner sind auf eure Attacken unterschiedlich vorbereitet: Das man ein Feuerwesen nicht mit Feuer bekämpfen kann, leuchtet ein.

Ryu’s 987 Verwandlungen
Der Clou eines jeden Kampfes ist natürlich Ryu – der Drache selbst. im Verlauf des Games erhält Ryu immer mehr Kontrolle über verschiedene Gene. Je nachdem wie er diese kombiniert, verwandelt er sich in eine andere Drachenform, die natürlich über eigene Spezialfähigkeiten verfügt. Wir haben leider nicht sämtliche 987 möglichen Transformationen ausprobiert. Tatsache ist aber: Die Kämpfe sind sehr abwechslungsreich und besonders die Mischung und Ballance zwischen Angriff, Rückzug, Magie und Ryus Verwandlungen machen viel Spass.
Gewonnene Kämpfe führen normalerweise zum Erhalt von Erfahrungspunkten. Diese wiederum werden solange angesammelt, bis eine Figur einen gewissen Level erreicht hat – danach steigt sie auf und kann ihre Fähigkeiten verbessern. Auch Items wie Waffen oder sonstige Goodies fallen erledigten Gegnern ab und zu aus der Hostentasche.

Fischer, Feen und Meister
Breath of Fire schafft eine lebendige kleine Welt, in der man vielerlei Beschäftigungen nachgehen kann. Das Hauptziel des Spiels ist natürlich, das Rätsel um Ryu und seine Kräfte und Herkunft zu lösen. Während man dieser Story aber nur mehr oder weniger direkt folgen kann, gibt es zahlreiche Nebenquests und Aufgaben. Ihr könnt Feen beim Aufbau eines Dorfes helfen, Kameraden zu Meistern in die Lehre schicken (und natürlich davon profitieren) oder fischen. Das Fischer-Minigame lässt sich übrigens sogar auf andere PSPs übertragen, nur leider nicht speichern. Trotzdem eine witzige Idee – Gamesharing einmal anders.
Die Grafik wirkt alles in allem etwas nach 1998. Da es sich um eine Portierung handelt, fehlen nach 8 Jahren natürlich gewisse optische Goodies. Das Spiel steht aber immer noch ziemlich gut da, was hauptsächlich an den liebevoll designten Miniwelten liegt. Fantasievolle Figuren, lustige Gespräche, tolle Gegner erfreuen das Auge des Spielers. A propos Gespräche: Leider ist das Spiel komplett in Englisch (mit Ausnahme der Anleitung). Wieso Capcom die deutsche PS2 Version nicht übernommen hat, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Einen Vorteil hat es aber: Die Witze und ironischen Kommentare im Spiel kommen viel besser rüber als im PS2 Original. Ebenfalls nicht wirklich umwerfend ist der Soundtrack. Es fehlt an Abwechslung, Dynamik, passenden Melodien zum Spiel. Nicht wirklich tragisch, aber doch etwas enttäuschend.

Fazit
Breath of Fire III ist ein typisches asiatisches Rollenspiel. Die vom Animé-Stil angehauchten Figuren reissen den Spieler mit in eine lebendige und interessante Welt, hinter der eine ebenfalls packende Story steht. Folgt man jeder kleinen Aufgabe und kämpft man bei jeder Möglichkeit, wird man mit diesem Spiel für Wochen seinen Spass haben.
Schade ist hingegen, dass es Capcom verpasst hat, dem Game den letzten Schliff zu geben. Sowohl der Soundtrack als auch gewisse Szenen im Spiel selbst sind einfach nur enttäuschend. Die schlechten Speichermöglichkeiten auf den Gebietskarten, die fehlende Übersetzung; hier hätte man mit wenig Mehraufwand sauber arbeiten können. Lobenswert hingegen die gelungene File-Sharing Funktion sowie die taktisch anspruchsvollen Kämpfe mit dem unverwechselbaren Ryu. Für Rollenspieler ein Muss!

Mehr Screenshots gibts hier!

USK: ab 6 Jahren
PEGI: 7+
Multiplayer: –
Sprache: Anleitung D, Spiel E
Preis: CHF 69.-
Off. Website: capcom-europe.com

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4 Kommentare zu “Breath of Fire 3 Review”

  1. Marcus sagt:

    hey leute könnt ihr ma helfen ich komme net weiter wo kann ich nach schauen wenn ich bei einem rätsel nicht weiter komme

  2. Kaius sagt:

    Im Internet

  3. qma sagt:

    Ich hätte schwören können, dass Breath of Fire III noch für die PS1 war…

  4. ScHruBbel sagt:

    Jap da hast du auch Recht, ich hab das Spiel noch hier rumliegen. Echt ein gutes Spiel, wer es noch nie gespielt hat und auf RPGs steht sollte zugreifen.

  5. [...] Rollenspiel / Publisher: Capcom Release: 10.02.2006 Reviews: Gamgea VN:F [1.4.0_681] bitte warten…Rating: 0.0/10 (0 votes cast) 0 [...]

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