Simon Lutstorf

The Sims 2 PSP Review


The Sims 2 erscheint auf der PSP mit gehöriger Verspätung: Auf praktischen allen anderen Plattformen (inklusive Handy!) ist das Game schon Monate zuvor erschienen. Die Wertungen reichten von “Befriedigend” bis sehr gut – unser Schwestermagazin NDSWelt.com hatte jedenfalls seine Freude an der Nintendo DS Version. Nun dürfen endlich auch PSP User an den Speck. Lebenssimulation, merkwürdige Ansammlung von Minispielen oder unnützer Alltagsabklatsch? Mehr in unserem Review!

Bezeichnend für The Sims 2 war bisher, dass das Spiel auf jeder Plattform ein bisschen abgeändert wurde. Die Enwickler begnügten sich nicht nur mit einem einfachen Port, sondern fügten jeweils neue Spielelemente hinzu oder entfernten weniger geeignete. Ob das nicht zu letzt auch etwas vom jeweiligen System selbst erzwungen wurde, sei dahingestellt.

Enttäuschung oder Innovation?
The Sims 2 hat denn mit der ursprünglichen Lebenssimulation praktisch nichts mehr am Hut. Zwar gibt es immer noch viele Möglichkeiten, sich und seinen Sim zu verwirklichen, Beziehungen zu knüpfen und auch ab und zu den eigenen Körper zu pflegen. Das Spielprinzip hat sich allgemein jedoch eher in eine Art Adventure verwandelt. Dazu gehört sowohl eine abstruse Story als auch jede Menge an Aufgaben, Seitenstories und Missionen, die man mit seinem Sim erledigt. Passend dazu hat Entwickler Maxis auch die Perspektive und Steuerung über den Haufen geworfen – neu steuert ihr euren Sim direkt aus einer Third-Person-Perspektive. Damit wurden das neue Spielprinzip als auch die Steuerungsmöglichen berücksichtigt. Nach anfänglicher Skepsis freundet man sich aber schnell mit den Kommandos und dirigiert den kleinen Chef auf dem Screen durch Haus und Dorf.

“MEIN” Sim
Zu Beginn des Spiels darf man sich “seinen” Sim zusammenbasteln. Sowohl Kleidung als auch Körper und Gesicht darf man mit verschiedensten Attributen bestimmen. Ist man fertig für den Startschuss, gehts los mit einer wilden Story, die der auf dem Nintendo DS gar nicht so unähnlich ist. Nachdem das eigene Fahrzeug irgendwo in der gottverlassenen Wüste halb abgekratzt ist, schafft man es noch knapp einen Mechaniker aufzutreiben und den Wagen in die Garage zu bringen. Leider wird diese dann mitsamt Auto entführt (genau, die Garage!) und man steht plötzlich ohne Fortbewegungsmittel da – im doofsten Kaff der Wüste. Das Nest heisst aber nicht umsonst Merkwürdighausen, denn Bewohner, Gewohnheiten und die ganze Umgebung hat es in sich. Zombies, Leichen im Keller (und Garten..) oder Ausserirdische machen hier das Leben trotz der scheinbaren Langeweile doch ganz interessant. Grund genug für unseren Sim, das erstbeste Haus zu beziehen und schon mal etwas Kontakt mit den Nachbarn zu knüpfen.

To-Do Listen und Button-Abnützung
Wir hätten wohl nie gedacht, dass sich ein Spiel wie The Sims einmal so entwickelt würde aber – das Game belastet die PSP Knöpfe ganz schön heftig. Der Grund liegt in den zahlreichen Minispielen, die bei verschiedensten Gelegenheiten anzutreffen sind. Egal, ob man gerade eine Mission ausführt, sich einem Nachbarn sozial näher bringt oder etwas lernen möchte: Praktisch überall steht ein kleines Minigame dazwischen. Die meisten der Spiele erledigen sich mit einigen schnellen Knopfdrucken, sind also reine Reaktions- und Schnelligkeitsspiele. Und obwohl nicht besonders hoch entwickelt, haben die Minigames eine grosse Bedeutung. Als Sim verdient man so sein Geld, interagiert mit anderen usw. Will man etwa mit jemandem in sozialen Kontakt treten beim Sprechen, so muss schnellstmöglich das richtige aus drei Symbolen getroffen werden. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben: Mit anderen Leuten sprechen, deren Aufgaben erfüllen, essen, schlafen, Wohnung einrichten. Die letzten drei (bei der PC Version essentiellen) Dinge wurden aber bei der PSP Version auch stark runtergeschraubt: Essen oder Schlafen muss man eigentlich nur im Notfall, sprich wenn es dem Sim wirklich mies geht. Er ist dann aber auch sofort wieder einsatzbereit und kann weiter seine Wohung dekorieren. Dort wiederum sind die Möglichkeiten eingeschränkt worden: Deutlich weniger Objekte stehen zur Verfügung und Bauen kann man gar nicht mehr.

Tiefgang adé
The Sims 2 hat wirklich viel an Tiefgang verloren. Allerdings muss man sich auch fragen, was den Entwicklern im Bezug auf die Konsole selbst überhaupt für Möglichkeiten offen standen. Und gemessen anhand dieser Möglichkeiten ist The Sims 2 ein überaus gelungenes Spiel – nur eben ohne allzu viel Zusammenhänge mit seinem Vorgänger. Die Aufgaben und überhaupt das ganze Gameplay macht nämlich trotz manchmal nerviger, manchmal witziger Minigames grossen Spass. Und dank des fehlenden Jobs ist man sehr frei in der Erkundung des Dorfes und seiner Umgebung. Seltene Gegenstände und Geheimnisse darf der Spieler übrigens per WLAN mit anderen Sims-Gamern austauschen. Damit hat es sich allerdings schon, so dass wohl kaum je viele Tauschgeschäfte stattfinden werden. Da das Game aber sowieso klar als Single-Player Spiel einzustufen ist, fällt einen das Abschreiben eines echten Multi-Player Modus auch nicht weiter schwer.

Kleine Ruckler.. so.. ab und zu
The Sims 2 ladet gerne und häufig nach. Das bemerkt man als User spätestens, wenn das UMD Laufwerk ständig am laufen und auch die Batterielaufzeit nicht unbedingt die Beste ist. Leider führt das ständige Nachladen trotz allem manchmal zu kleinen Rucklern und Wartezeiten. Sieht man sich die Grafik aber genauer an, dann weiss man auch wieso: Maxis hat den Sims eine wirklich hervorragende und detailreiche Engine spendiert. Die Welt von Merkwürdighausen glänzt nur so mit Einzelheiten, gut ausgearbeiteten anderen Sims und schön designten Häusern und Umgebungsdetails. Die Animationen der Sims selber kann man nur als äusserst gelungen bezeichnen. Von Bewegungen über Emotionen bis hin zu den passenden Soundeffekten während der Gespräche machen die Bewohner des Dorfes alle einen perfekten Eindruck. Kompliment!

Fazit
Natürlich machen es alle, aber eigentlich ist es falsch: Man müsste The Sims 2 völlig unvoreingenommen und ohne Vorkenntnisse des Vorgängers oder der PC Version testen. Dann könnte man auch ein völlig objektives Urteil abgeben. Mir persönlich hat die PSP Variante der Sims (Abenteuerspiel mit Geschicklichkeitstests) eigentlich sehr gut gefallen. Abwechslungsreich, grafisch top und mit vielen spielerischen Details gesegnet, macht das Spiel einfach Spass. Andere werden an jeder Ecke Mängel finden, den fehlenden Tiefgang ankreiden und sowieso ab jedem kleinsten Laderuckler stöhnen. Es ist tatsächlich auch etwas schade, dass die Hardware scheinbar permanent etwas überfordert scheint, aber hey: The Sims 2 macht trotzdem noch sehr viel Freude, und das will etwas heissen!

Mehr Screenshots gibts hier!

USK: Ohne Altersbeschränkung
PEGI: 12+
Multiplayer: -
Sprache: Deutsch
Preis: CHF 79.-
Off. Website: www.thesims2.com

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Ein Kommentar zu “The Sims 2 PSP Review”

  1. Adschim sagt:

    Das Spiel is eigentlich ganz cool, bloß es hat einen fehler und schlechte Grafik.

  2. [...] Simulation / Publisher: Electronic Arts Release: 03.11.2005 Reviews: Gamgea VN:F [1.4.0_681] bitte warten…Rating: 0.0/10 (0 votes cast) 0 [...]

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