Dez 122006
 

Alle Jahre wieder: Auch die Rainbow Six Serie gibt sich nicht geschlagen und versucht ihr Glück auf der Xbox 360. Nachdem der Vorgänger Lockdown nur teilweise überzeugte, veranlassten veröffentlichte Screenshots zu Rainbow Six: Las Vegas viele zum Träumen. Geniale Grafik, gepaart mit der Gambler-Welt von Las Vegas – was will man mehr. Viel Spass beim Lesen unseres Reviews.

In Las Vegas übernimmt der Spieler, wohl auch als Symbol des Neuanfangs, einen neuen Charakter. Logan Keller heisst der neue Teamleader, mit dem man auf Terroristenjagd geht. Zur Seite stehen die beiden anderen Rainbow Six Mitglieder Kann Akahashi sowie Gabriel Nowak. Ein sehr kleines Team also, aber eines, das perfekt zusammenarbeitet – nicht nur in den Zwischensequenzen.

Staub und Glitter
Das Spielprinzip von Rainbow Six: Las Vegas hat sich kaum verändert. Mit seinem kleinen Einsatzteam bekommt man Einsatzbefehle, die man dann in die Tat ausführen muss. Das Game ist ein waschechter Taktikshooter – Realismus ist also gross geschrieben und Hau-Drauf-Rambos haben kaum eine Chance. Bereits wenige Treffer genügen, um die Spielfigur sterben zu lassen. Als Lösung bleibt nur taktisches Vorgehen übrig, ansonsten kommt man bei diesem Spiel nämlich nicht weit.
Neu mit dabei und sehr motivierend ist der Story-Modus. Anstatt eine Reihe von Missionen in einer Kamapgne lose zusammen zu ketten, gibt es nun eine echte Story, der es an Tiefgang wirklich nicht fehlt. So kann man sich wie etwa in einer Splinter Cell Episode mit den Figuren der Geschichte wirklich identifizieren. Gestartet wird aber nicht etwa in einem Kasino in Vegas, sondern als Einstieg in Mexiko. Ganz richtig: Die staubigen Strassen einer Kleinstadt dienen gleichzeitig der grafischen Abwechslung wie auch als Tutorial. Beim Vorrücken werden dem Spieler jeweils an der richtigen Stelle die Kommandos und Bewegungen erklärt; man lernt die Steuerung also quasi fliessend kennen.

Folgen – Raum Stürmen – Granate – Zielperson – …
Das Steuern der eigenen Spielfigur ist einfach und entspricht der normalen First-Person-Steuerung anderer Shooter. Hinzu kommt aber noch die Möglichkeit, die beiden Mitstreiter anzuweisen. Als Teamleader muss man überlegen, ob man gewisse Aktionen alleine durchführen will, das Team zu vorrücken lässt oder zusammen arbeitet. Die Steuerung ist dabei intuitiv und geht schnell in Fleisch und Blut über. Die Auswahl an möglichen Kommandos ist stets übersichtlich und sorgt trotzdem für ausreichende taktische Möglichkeiten.
Was schon in der ersten Mission schnell auffällt, ist die geniale Künstliche Intelligenz. Sowohl Feind als auch Freund verhalten sich extrem vorsichtig, taktisch, eben realistisch. Gegner hören auf Geräusche, gehen in Deckung zum Nachladen und lassen einen kaum je in die Nähe kommen. Im Gegenzug überzeugt das eigene Team mit genau so starker Leistung: Hinter jedem noch so kleinen Gegenstand gehen die Soldaten in die Knie, feuern aus der Deckung heraus oder schauen beim Passieren einer Türe automatisch in den anderen Raum. Dadurch wird das Game nicht nur ziemlich schwierig, sondern wirkt auch extrem realistisch.

So machts Spass!
Das Spielen mit Rainbow Six: Las Vegas wirkt durch die angenehme Steuerung und den Realismus wie aus einem guten Film. Der Usercharakter drückt sich gegen die Wand, schiesst blind aus der Deckung, wirft Rauch- oder Blendgranaten, kann fallen gelassene Waffen hochheben, usw. Langwierige Briefings kann man sich übrigens schenken, da alle wichtigen Infos während der Filmsequenz zu Beginn des Levels mitgeteilt werden. Zudem erscheinen öfters Videobotschaften im HUD, die über eine Veränderung der Lage oder spezielle Probleme Hinweisen. Verletzte Kameraden kann man mit einer Spritze wieder aufpäppeln, während der Mission wird an Checkpoints ab und zu gespeichert. Angesichts der wirklich starken KI hätte man sich aber vielleicht einen Speicherpunkt oder zwei mehr gewünscht.

Offene Münder
HD-TV? Check. Xbox 360? Check. Rainbow Six: Las Vegas? Check. Diese drei Dinge benötigt ihr um eines der eindruckvollsten Grafikerlebnisse auf dieser Konsole überhaupt erleben zu können. Rainbow Six: Las Vegas bietet derart viele grafische Details, dass man manchmal fast etwas hypnotisiert wird. Während der Einstiegslevel mit staubigen Gassen, berstenden Autoscheiben und Licht reflektierenden Patronenhülsen überzeugt, eignet sich Las Vegas natürlich hervorragend für Farb- und Lichteffekte. Die Kasinos, Strip Clubs und Hotels der Wüstenstadt zaubern derart geniale Effekte auf den TV, dass einen im wahrsten Sinne des Wortes öfters der Mund offen stehen bleibt. Dazu kommen absolut perfekte Animationen, die in den Übergängen kaum je stocken. Ubisoft beweist mit diesem Spiel, was auf Microsofts Konsole alles möglich ist. Mit Abstand eine der besten Grafikleistungen überhaupt!
Natürlich steht da auch der Sound nicht nach und überzeugt mit knallharten Schussgeräuschen und atmosphärischer Musik. Kurz: Rainbow Six: Las Vegas ist technisch perfekt.

Fazit
Ihr habt’s bestimmt schon bemerkt: Ich liebe dieses Spiel. Schon nach wenigen Minuten überraschten meine Xbox 360 gestählten Augen ungewöhnlich schöne Grafikeffekte, überzeugte mich die einfache Steuerung, schnappte ich nach Luft aufgrund der Spannung in der Story. Wer mit einem etwas stärkeren Schwierigkeitsgrad und seltenen Zwischensaves leben kann, sollte unbedingt zugreifen. Da sind Features wie ein ausgereifter Mehrspielermodus (übrigens lässt sich per Kamera das eigene Gesicht einbinden) fast noch eine Zugabe. Absolut empfehlenswert!


USK: keine Jugendfreigabe
PEGI: 16+
Multiplayer: 16 Spieler online
Sprache: Deutsch
Preis: CHF 95.-
Off.Website: www.rainbowsixgame.com