Nachdem man das 3D-Shooter Genre auf der PSP schon fast für tot erklärt hatte, überzeugte Medal of Honor durch eine klevere Steuerung und einen dicken Mehrspielermodus. Ubisoft möchte bei der neu entdeckten Quelle der Spielfreude natürlich nicht nur hinten anstehen, und sendet seinerseits mit Brothers in Arms: D-Day ebenfalls den Ableger einer bekannten Serie ins Feld. Ob die Waffenbrüder auch auf der PSP zu überzeugen wissen, erfahrt ihr im Review.
Nach dem Spielstart fällt als erstes die tolle Introsequenz auf. Atmosphärisch und grafisch toll gemacht, wird der Spieler in die Welt des Zweiten Weltkriegs eingeführt. Genauer gesagt, in die Welt der Screaming Eagles, denn so lautet der Übernahme der US Truppe, welche in der Normandie hinter feindlichen Linien gelandet ist. Leider hat man beim Absprung aus dem Flugzeug schon mal die Waffen verloren, weshalb man sich zuerst mal mit der Pistole umsehen muss. Nach ein paar Schritten wird klar: Das kennen wir doch schon!
Abklatsch oder gutes Remake?
Bevor ihr jetzt mit lesen aufhört: Brothers in Arms: D-Day ist natürlich kein Abklatsch
und auch kein Remake im ursprünglichen Sinne. Trotzdem muss man anmerken, dass die Entwickler sich wie schon bei anderen Spielen auf bisherige Games der Serie verlassen. Die Missionen sind zwar nicht genau gleich, aber man bedient sich derselben Schlachten und Ortschaften wie etwa in Brothers in Arms: Earned Blood. Für Veteranen mag dies etwas enttäuschend sein, wenigtens wurden aber die eigentlichen Missionen nicht direkt übernommen. Einen Vorteil hat es ja auch: Man kennt das Prinzip schon und kann gleich losballern.
Nebst dem Intro wird die Geschichte durch einen guten (deutschen) Sprecher vorangetrieben, klug eingesetzte Zwischensequenzen überzeugen zudem in atmosphärischer Hinsicht. Das sorgt für viel Motivation und lässt hoffen, dass die Kampagne nicht nach bereits 8-10 Stunden vorbei ist – so geschehen bei Medal of Honor.
Mit Taktik am Start
Brothers in Arms ist bekannt für die starke Gewichtung der taktischen Komponente. Brothers in Arms: D-Day ist natürlich kein Abklatsch
Dauerfeuer und Rambo-Attacken bringen einen auch in der PSP Version nicht unbedingt weiter, da die Gegner ziemlich geschickt agieren. Deckung heisst das Zauberwort, dass euch einerseits öfters den Hintern rettet, dem Gegner aber auch nicht unbekannt ist. Deshalb wurde Brothers in Arms: D-Day mit bekannten, taktischen Spielelementen ausgestattet. Einerseits darf man seinen Mitspielern Befehle erteilen, so dass eine Art Aufgabenteilung zustande kommt. Am interessantesten ist hier sicher das Kommando für Sperrfeuer. Die gegnerischen Soldaten bleiben so in der Deckung, während man über die Flanken marschieren und die ungeschützten Feinde erledigen kann. Wie beim grossen Konsolenbruder wird diese Taktik natürlich besonders bei MG-Stellungen und mit Panzer-Einsatz interessant. Auch den Stahlkoloss darf man rumkommandieren, wobei hier der Befehl “Stürmen” auch tatsächlich Sinn macht.
Mission: Erledigt!
Einzelne Aufträge ziehen sich nicht selten ziemlich in die Länge. Oft erreicht man ein Ziel und erhält sofort ein Neues: Ob man nun eine Stellung auskundschaften, auslöschen umgehen oder Brothers in Arms: D-Day ist natürlich kein Abklatsch
beobachten muss, ein Dörfen überraschen oder Geschütze dirigieren darf, es ist stehts etwas Neues los. Dank der guten Cutszenes ist man auch jederzeit motiviert, den beiden im Game vorkommenden Spielfiguren zu helfen. A propos: Leider hat sich Ubisoft hier einen Fehler erlaubt, der den ganzen Realismus im Game in Frage stellt. Stirbt man nämlich in der einen Szene, lebt die Figur in der nächsten munter weiter – komisch. Andere “Fehler” wie etwa der unerschöpfliche Munitionsvorrat oder unverletzbare Mitstreiter sind aber mit Absicht implementiert worden und helfen dem Spieler auf geschickte Weise, ohne wie ein Cheat an der Motivation zu nagen.
Steuerrrung?
Im Gegensatz zum direkten Konkurrenten Medal of Honor verzichtet Brothers in Arms: D-Day auf eine sehr ausgeklügelte Steuerung oder mehrere Layouts. Gesteuert wird die Figur mit dem Analogbutton, wobei ein Druck auf die O-Taste in die Zielsicht wechselt, wo man dann ebenfalls per Analogbutton die Sicht steuert. Alles in allem ist die Steuerung so nicht Brothers in Arms: D-Day ist natürlich kein Abklatsch
sehr komfortabel, aber durchaus spielbar. Klar, dass sie in einem theoretischen Vergleich mit einer Tastatur/Maus-Steuerung aber hoffnungslos untergehen würde.
Überhaupt nicht zu verstecken braucht sich jedoch die Grafik. Sehr detaillierte Soldaten, prächtige Gebäude, schnelle Flieger und brummende Panzer – Details sind wichtig und werden in Brothers in Arms: D-Day flüssig dargestellt. Ab und zu bricht die Framerate bei grösserem Gegneraufkommen ein, wirklich spielstörend ist es aber nicht. Sound und Grafik sind also auf absolutem Top-Niveau, wie man sie es sich für diverse andere Spiele auch wünschen würde.
Fazit
So etwas Wichtiges wie die Steuerung ist Geschmacksache – da helfen auch schöne Zwischensequenzen nichts mehr. Wirklich schlecht ist die Steuerung aber nicht, und da Brothers in Arms: D-Day eine unvergleichliche Spieltiefe, geniale Missionen und eine ausgereifte Grafik auf den Tisch zaubert, kann man mit fortschreitendem Game den Entwicklern gerne verzeihen. Auch die gute KI sowie die taktischen Möglichkeiten machen aus diesem Spiel ein Must für Fans von Taktik-Shootern. Für Besitzer von Medal of Honor wird vor allem der knappe Mehrspielermodus enttäuschend sein, wofür man aber durch die tolle Kampagne definitiv entschädigt wird. Empfehlenswert!
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |

USK: keine Jugendfreigabe
PEGI: 16+
Multiplayer: 2
Sprache: Deutsch
Preis: CHF 79.-
Off. Website: www.brothersinarmsgame.com
Ähnliche Artikel:
RSS Feed
Twitter

















Weitere Artikel mit diesen Stichworten (Tags):
[...] Action / Ego-Shooter Publisher: Ubisoft Release: 19.02.2009 Reviews: Gamgea VN:F [1.4.0_681] bitte warten…Rating: 0.0/10 (0 votes cast) 0 [...]