Simon Lutstorf

Eragon Review / Test


Nach dem Nintendo DS und der Xbox 360 klappern wir das Fantasy-Abenteuer Eragon nun auch mit der PSP ab. Im Gegensatz zu den anderen System haben die Entwickler bei der PSP Version den Schwerpunkt aber verlegt: Anstatt mit dem Schwert in der Hand packt man die Missionen mit dem Feuer im Atem an. Als Drache Saphira zerstört man Häuser, jagt Übeltäter und erfreut sich des Fliegens. So lasset uns dem Feinde entgegentreten!

Für alle, die den Kinofilm Eragon oder das Ideen-spendende Buch verpasst haben, hier ein kurzer Abriss der Geschichte. Eragon ist ein 15jähriger Bauernjunge, der in Alagaäsia lebt. Das Land wird von Galbatorix regiert – einem Despoten, der keine Gnade kennt. Er selbst ist verantwortlich für den Tod der früheren Drachenherrscher. Nur ein Drachenei konnte gerettet werden und natürlich ist es Eragon, der das versteckte Ei findet. Wie bereits erwähnt, spielt man in diesem Spiel aber vor allem mit dem aus dem Ei schlüpfenden Drachen Saphira. Trotzdem ist die ursprüngliche Geschichte präsent, auch wenn sich die Entwickler nur an Eckpunkten orientieren.

Ab in die Lüfte
Drachen (jedenfalls echte) steuert man ja nicht alle Tage, weshalb die ersten Missionen gleich als Tutorial dienen. Die Steuerung ist einfach ausgefallen, neigt aber etwas zum übersteuern – oft bleibt man hängen oder steuert dann wiederum zuviel gegen. Man gewöhnt sich jedoch an die etwas hakelige Steuerung und schon bald schwebt Saphira über den königlichen Feldern. Ähnlich wie bei einem Kampfflugzeug ist Fliegen aber nur die Voraussetzung für den eigentlichen Kampf. Der Drache verfügt über eine grausame Waffe: Feueratem oder gar Feuerkugeln speit man auf davonrennende Feinde. Ab und zu wird man halt trotzdem getroffen – dann sorgt ein kleiner Snack in Tier- oder Menschenform für neue Energie.

Links… etwas mehr links bitte!
Für den Feueratem steht leider keine Zielvorrichtung zur Verfügung, was das Schiessen etwas schwierig gestaltet (vor allem mit DER Steuerung). Deshalb sind Missionen mit Eragon auf dem Rücken angenehmer. Der kann während des Fluges Pfeile verschiessen, deren Präzision das Feuer meistens übertreffen. Wie es sich für ein Fantasy-Game gehört, sind auch Zauber und Magie mit von der Partie: Eragon kann mächtige Sprüche aussprechen, die den Feind plätten. So kämpft man sich von Mission zu Mission, wobei immerhin verschiedene Aufträge integriert wurden. Die Abwechlsung ist auch nötig, da das Kombo Eragon – Saphira sonst nicht wirklich zusammenarbeitet und auch sonst wenig Euphorie für die Charaktere aufkommt.

Mu- Mu- Multiplayer!
Einsame Drachenjäger dürfen aufatmen, denn mit Eragon kann man sich auch zu viert in die Lüfte schwingen. Den Storymodus darf man zwar nicht zusammen nachspielen, aber die Arenakämpfe bzw. Flugduelle sind auch mit mehreren Personen spielbar. Dabei machen die wilden Flugabenteuer im Stile eines Harry Potter Besenrennens durchaus Spass, besonders gegen menschliche Gegner.
Im Einzelspielermodus wird man ca. eine halbe Stunde pro Mission aufwänden müssen. Leider kann während eines Levels nicht gespeichert werden, was doch etwas ärgerlich ist: Kurzweiliges Spielen in Bus oder Tram fällt da leider weg. Wenigstens gibt es Checkpoints, so dass man nicht nach jeder Löffelabgabe komplett von vorne beginnt.

Grafik und Sound
Technisch macht Eragon einen guten Eindruck. Die Animationen sind gelungen, allgemein erfreut man sich über eine detailreiche Grafik, welche die Atmosphäre des Filmes ziemlich gut einzufangen vermag. Abwechslung ist durch verschiedene Schauplätze und Landschaften durchaus gegeben. Einzig etwas verwaschen wirkende Texturen trüben das sonst gute Bild. Nebst der Optik dudelt nette Filmmusik aus den PSP Lautsprechern, die Soundeffekte geben kaum Anlass zur Kritik.

Fazit
Schade. Nach den eher schwachen Umsetzungen für DS und Xbox 360 hoffte ich, dank des neuen Blickwinkels, auf eine tolle PSP Umsetzung. Leider liefert Eragon nur halb so viel Spass, wie man mit der coolen Fantasy-Umgebung hätte umsetzen können. Keine Frage, das Fliegen mit einem feuerspeienden Ungeheuer macht Spass. Aber die eher nervige Steuerung und wenig Abwechslung im Gameplay (trotz netter Levels) reichen einfach nicht für eine wirklich gute Wertung.


USK: ab 14 Jahren
PEGI: 16+
Multiplayer: 4
Sprache: Deutsch
Preis: CHF 79.-
Off. Website: www.eragongame.com

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