Mrz 202007
 

Letztes Jahr erschien mit Panzer Elite Action sozusagen die Arcade Version eines bekannten Taktikspiels. Im Gegensatz zu Panzer Elite lag das Hauptaugenmerk klar auf Action: Strategie und Taktik ist nicht mehr so wichtig, dafür um so mehr schnelles Schiessen und kluges Fahren. Mit Dunes of War erscheint nun eine Art Addon, dass aber auch selbstständig lauffähig ist. Macht so etwas Sinn?

Enthalten sind in diesem „Addon“ zwei neue Kampagnen im Stile von Panzer Elite Action. Im Gegensatz zum Hauptspiel haben sich die Entwickler aber diesmal auf Afrika und seine Wüstenschlachten fixiert. Das heisst: Keine verschneiten Felder mehr wie in der Europa, sondern triste braune Dünen und Staubflächen. Mit dabei sind so ziemlich alle bekannten Panzerschlachten, die man vielleicht aus dem Geschichtsunterricht oder gar einem PC Spiel (Battlefield etwa) noch im Kopf hat: Tobruk, El Alamein, Gazala, usw. Gespielt wird sowohl auf deutscher als auch auf amerikanischer Seite.

Tonnenweise Stahl (fliegend und liegend)
Wie der Name der Vorgänger bereits andeuted, dreht sich auch in Dunes of War alles nur um Panzer. Zwar trifft man im Kriegsgeschehen auch auf eine Menge anderer Einheiten, gesteuert werden jedoch nur Sherman, Tiger und Co. Das Spielprinzip ist dabei denkbar einfach: Man startet mit seinem Ungetüm, bewegt sich gemässt der vagen Anweisungen vorwärts und versucht, die gegnerischen Panzer sowie Verteidigungslinien zu knacken. Keine komplexen Startegieplanungen, kaum taktisches Geplänkel. Enthalten sind pro Kampagne (D & USA) jeweils drei Missionen – nicht gerade eine Menge, wobei man sich pro Aufgabe schon eine Weile Zeit nehmen muss. Zudem gestalten sich gewisse Situationen doch ziemlich knifflig, da der Feind nicht selten über eine grosse Übermacht verfügt. Zum Glück helfen da Luftangriffe, die man in jeder Mission ein paar Mal koordinieren darf.

Materialschlachten pur
Wie in „echt“ wird auch in Dunes of War tonnenweise (im wahrsten Sinne des Wortes) Material verheizt. Beginnt man zuerst noch mit leichteren Panzermodellen, bekommt man im Laufe der Missionen analog zum Krieg stärkere und bessere Panzer. An Munition gibt es jedoch nur die standard panzerbrechenden Schüsse sowie das leichte MG gegen Fusstruppen. Wer seine Kiste zu Schrott fährt (oder schiessen lässt), findet dank der Übersichtskarte regelmässig Reperaturpads, wo man auch Munition bunkert.
Die Missionen sind grundsätzlich abwechslungsreich oder jedenfalls so gedacht worden. Man schiesst auch auf Schiffe, verteidigt Schlüsselpunkte, macht unterstützende Angriffe – kurz, die gesamte Palette an militärischen Angriffs- und Verteidigungsoptionen wird ausgeschöpft. Leider bedeutet das für den Spieler aber nicht zwingend Abwechslung, da sich zwar der Einsatz ändert, das Spielprinzip jedoch nicht.

Im Team sind wir stark
Um nicht völlig alleine durch die Wüste zu brettern, bekommt man in gewissen Situationen weitere Kollegen direkt dem eigenen Kommando unterstellt. Die Panzer kann der User dann mit ein paar wenigen Befehlen auch direkt anführen. Das verleiht Dunes of War zwar eine gewisse, taktische Komponente, funktioniert aber in Tat und Wahrheit kaum. Die Künstliche Intelligenz scheint nämlich nicht nur beim Feind öfters für Verwirrung zu sorgen, sondern auch beim eigenen Team. Das beschwert dem Spieler oft nervige Momente, denn was nützen eigene Teammitglieder, die Befehle nicht einigermassen akurat auszuführen wissen.
Gesteuert wird der eigene Kasten übrigens mit eine paar einfachen Tastaturkommandos. Hier kann man praktisch nichts falsch machen und so ist es den Entwicklern auch gelungen, einen gewissen Fahr- und Ballerspass einzubauen. Mit seinem Koloss durch die Wüste zu fegen macht wirklich Laune – nur nicht allzu lange.

Trübe Aussichten
Technisch liegt Dunes of War hinter den heutigen Möglichkeiten deutlich zurück. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich (jedenfalls für den Spieler optisch sichtbar) gar nichts getan, ausser dass die Szenarien jetzt halt in Wüstenfarbe sind. Die Landschaften wurden nett umgesetzt, das penetrante Sandbraun nervt aber mit der Zeit etwas. Allgemein gibt es kaum Komponenten der Grafik (weder Animationen, Partikeleffekte oder ähnliches), dass aufzufallen vermag.
Toll gelungen ist hingegen der Sound. Egal ob Musik oder Ton, Dunes of War macht akkustisch so richtig Laune. Weshalb die Entwickler aber extrem mühsame Sprachausgabe à la Command & Conquer 1 Niveau eingebaut haben, ist mit absolut schleierhaft. Das ging einen doch schon vor 8 Jahren auf den Wecker!

Fazit
Man kann (leider) viel schlechtes über Dunes of War sagen. Das eher uninspirierte Gameplay, die durchschnittliche Technik und viele kleine Fehlerchen (Physikengine, Kollisionsabfrage, usw.) servieren einen den Spielspass nicht gerade auf dem silbernen Tablett. Trotzdem kann das Spiel durchaus Spass machen. Die ziemlich kurze Spieldauer (mit nur 6 Missionen) wird durch den Addon-Status teilweise gerechtfertigt, wobei auch der Preis entsprechend tief angelegt wurde. Trotz allem ist es aber schade, dass den Entwicklern nicht mehr eingefallen ist, als Panzer Elite Action einfach in afrikanische Wüstenlandschaften zu versetzen und ansonsten kaum Neues einzubauen.


USK: ab 16 Jahren
PEGI: nicht eingestuft
Multiplayer: 32
Sprache: Deutsch
Preis: CHF 45.-
Mindestanforderungen: Pentium III 800 MHz, 256 MB RAM, 3D Karte mit 32 und DirectX 9, Win XP
Off.Website: –