Apr 022007
 

Die Welt ist unberechenbar geworden. Kriege sind nicht mehr offensichtliche Brandherde, sondern werden versteckt und an unzähligen Orten auf der Erde geführt. Hier zählt nur eines: Information. Wer die hat, kann schnell und präzise zuschlagen. Im fiktiven Szenario von Ubisoft haben gleich zwei Parteien die richtigen Infos: Erstens mexikanische Terroristen, zweitens das US Eliteteam der Ghosts. Was euch in Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 sonst noch so erwartet, erfahrt ihr im Review.

Schuld am Chaos in Mexiko sind Terroristen, welche drei atomare Sprengköpfe in ihre Hand bekommen haben. Da es keine Armee gibt, also auch nichts bombardiert werden kann, entscheiden sich die USA für die Ghosts. Dabei handelt es sich um die schon aus dem Vorgänger (und weiteren PC- und Xbox Spielen) Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 bekannten Ghosts. Sie operieren in kleinen Teams, verfügen über die modernste Ausrüstung und können im Notfall auf tatkräftige Unterstützung in Form von Hubschraubern, gepanzerten Einheiten, Drohnen und weiteren Fahrzeugen zählen.

So viele Kommandos.. so wenig Zeit
Wer Ghost Recon: Advanced Warfighter kann sich das Tutorial eigentlich sparen, denn der Nachfolger basiert komplett auf dem ersten Spiel. Das soll nicht heissen, dass keine Neuerungen dazugekommen sind – das für Veteranen eher lahme Tutorial muss man sich aber nicht nochmal antun. Neulinge finden mit dem Tutorial hingegen eine praktische Gelegenheit, Einsicht in die Welt der Ghosts und ihrer Kommandos zu erhalten. Schnell fällt auf: Die Soldaten (inkl. der unterstützenden Truppen) steuern sich leicht und eingängig. Trotz vieler Befehle verliert man kaum je die Übersicht.
Wer das Tutorial erledigt hat, darf die ersten echten Missionen starten. Bevor man sich ins Gefecht begibt, darf man zuerst die Bewaffnung sowie die Teammitglieder aussuchen. Im Bereich Equipment hat sich dabei Einiges getan: Neue Gewehre, Ausrüstungsgegenstände und unterstützende Einheiten (etwa der Munitionsroboter MULE) halten auch Profis bei Laune.

Crosscom, Kameras und Drohnen
Die Soldaten der Zukunft vertrauen komplett auf Hightech – nicht nur bei den Waffen, sondern vor allem auch bei der Aufklärung. So ist das Crosscom, eine Art HUD für den gewöhnlichen Kämpfer, vom Schlachtfeld kaum mehr wegzudenken. Es liefert Informationen über Freund und Feind, sorgt für Übersicht von oben (via Drohne) und erlaubt den Blick durch die Kameras von Teammitgliedern. Letztes ist eine neue Funktion, die zusätzlich diverse Blinkwinkel ermöglicht, da man seine Ghosts ja an verschiedenen Orten positionieren kann. Via Crosscom kann man auch Drohnen kommandieren, welche von oben einen besseren Überblick haben und deshalb im Häuserkampf unentbehrlich sind. Sie können auf Befehl auch Feinden direkt folgen. Ebenfalls zu befehligen: Infanterie, Panzer, Hubschrauber – je nach Mission.
Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 zeigt sich, wie es nicht anders zu erwarten war, von einer realistischen Seite. Ständiges Nachladen, Überprüfen, Deckung suchen und Taktieren ist zwingend nötig, da man sonst im Kugelhagel der Feinde untergeht. Realismus heisst das Zauberwort. Trotzdem, oder gerade deswegen, kommt eine Menge Spass auf: Man fühlt sich wie ein richtiger Ghost-Kommendeur.

12 Missionen, 16 Spieler
Insgesamt 12 Aufträge gibt es im Single Player Modus zu erledigen. Danach müssen süchtige Ghosts entweder auf Kumpel im Splitscreen / Linkmodus zurückgreifen oder schiessen mit bis zu 16 anderen Spielern online um die Wette. Spielt man mit bis zu vier Kollegen Splitscreen, braucht man nicht nur einen grossen TV, sondern bemerkt auch leichte Einbrüche in der Grafikqualität. Ruckler sind bei dieser Pracht wohl unvermeidbar – doch dazu später mehr.
Online bietet Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 so ziemlich alle möglichen Spielmodi. Im Gegensatz zum Single Player hat Ubisoft einige Details verändert, um die Fairness auch online zu garantieren. Das ändert aber am Spielspass und den schnellen Verbindungen kaum etwas. Advanced Warfighter 2 ist ein richtig tolles Onlinegame, das Veteranen über die etwas knappen 12 Missionen noch lange hinweg zu trösten vermag.

Grafische Extraklasse
Ubisoft hat schon mit Six: Las Vegas bewiesen, dass auf der Xbox 360 wirklich atemberaubende Grafiken möglich sind. Auch das bereits sehr gute Advanced Warfighter übertrumpft der aktuelle Titel nochmal. Glasklare Sicht, geniale Licht- und Schatteneffekte, eingespielte Videosequenzen, krachende Soundeffekte und vieles mehr. Wie all die eingesetzten Grafikeffekte heissen, brauchen wir euch an dieser Stelle nicht runter zu beten. Tatsache ist: Besonders auf einem HD TV sieht Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 hervorragend aus und spielt sich absolut flüssig. Kompliment an Ubisoft!

Fazit
Der Vorgänger war bereits top, Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 setzt dem ganzen noch die Krone auf. Abgesehen von der eher kurzen Kampagne und dem etwas lahmen Tutorial (hätte man doch auch in die Story einbinden können, sie Rainbow Six) gibt es kaum etwas auszusetzen. Spielerisch 1A, gesellt sich auch noch eine spitzenmässige Grafik hinzu, die im Genre ihresgleichen sucht. Nicht überraschend, dass auch der Mehrspielermodus überzeugt und sicher für Tausende von Onlinestunden auf XBL sorgen wird. Wer ein Faible für taktische Action hat, muss unbedingt zugreifen!


USK: keine Jugendfreigabe
PEGI: 16+
Multiplayer: 16 Spieler
Sprache: Deutsch
Preis: CHF 95.-
Off.Website: ghostrecon.uk.ubi.com