Mit Final Armada liegt uns ein neues PSP Game vor, dass es dem Tester leicht macht, einen Bericht zu schreiben. Auf eine komplizierte Story, Steuerung, oder übermässige viele Optionen wurde nämlich verzichtet. Was übrig bleibt ist pures Gameplay – in diesem Fall sehr actionreich und durchaus zu empfehlen. Wie sich die letzte Streitmacht im Review geschlagen hat, könnt ihr hier nachlesen.
Blasser könnte die Story nicht sein: Eine Firma baut auf dem Planeten Taro-459 Rohstoffe in Kristallform ab. Das stösst den ursprünglichen Bewohnern natürlich sauer auf, weshalb man sich schneller als erwünscht in einem interstellaren Krieg wieder findet. Ausbaden dürft natürlich ihr das – und zwar in Form eines Einzelkämpfers, der sich auf Taro-459 den verschanzten Qorax ein Battle liefert.
Der “Aggressor” (uh, oh…)
… ist nicht etwa ein neuer Rapper von Aggro Berlin (sorry, konnte ich mir nicht verkneifen), sondern das Gefährt, mit dem ihr in die Schlacht zieht. Was aussieht wie ein Buggy, kann sich
auf Knopfdruck auch in ein Hovergefährt verwandeln, dass deutlich wendiger ist und z.B. auch seitwärts ausweichen kann. Daneben ist die Bewaffnung natürlich ein wichtiger Punkt: Es gibt eine Primär- sowie eine Sekundärwaffe. Letztere ist limitiert und muss dementsprechend taktisch eingesetzt werden. Auch die Hauptwumme kann jedoch Probleme bereiten: Wer zuviel schiesst, überhitzt seine Waffen und muss sich zurückziehen (oder qualvoll im Wrack sterben, je nach Wunsch). Auch Unterstützung aus der Luft gibt es: Der User kann einem Kampfjet nach belieben Ziele zuweisen, die er dann selbstständig angreift. Da der Jet offenbar unzerstörbar ist, muss man sich um den Kollegen keine grossen Gedanken machen, sondern eher um die Auswahl der Ziele.
Ich will mehr!
Gesteuert wird euer Kampfbuggy aus einer Third-Person-Perspektive. Das Gefährt man sowohl im Rad- als auch im Hovermodus eine gute Figur und steuert sich einfach sowie präzise. Erzielte
Abschüsse kann man übrigens direkt in bessere Waffen oder Schilde ummünzen, was in begrenzter Weise auch für den unterstützenden Jet gilt. Sollte man mal dringend Geld brauchen, gibt es auch noch (eher langweilige..) Simulatormissionen, die einen ziemlich einfach den Geldbeutel wieder auffüllen.
Die Story von Final Armada wird in kurzen Videos erzählt, findet aber in den Missionen selbst nicht mehr sehr viel Anklang. Zwar bauen die Aufträge schon irgendwie aufeinander, etwas mehr Links hätten hier aber nicht geschadet. Ansonsten darf man I-Magine Interactive ein Kompliment machen: Die Missionen sind, für einen reinen Shooter, erstaunlich abwechslungsreich. Eskorte, Basen verteidigen, Search & Destroy usw.: Man hat sich wirklich Mühe gegeben, das Spielerlebnis in jedem Level neu zu gestalten. Deshalb wird Final Armada auhc nicht langweilig, trotz der eher eingeschränkten Möglichkeiten.
Loser ahoi
Wer die PSP nur ab und zu in die Hand nimmt, sollte von Final Armada lieber die Finger lassen. Sind einige Missionen zu Beginn noch durchaus moderat, zieht der Schwierigkeitsgrad später stark an. Besonders wenn man in einen Geschützturm gesteckt wird, gehört perfekte Präzision zum Überleben – und das schafft man meistens erst nach ein paar Anläufen.
Die Künstliche Intelligenz von Feind und Freund ist nicht überragend, sondern eher zweckmässig. Wirklich grobe Patzer haben die Entwickler aber vermieden, zudem würde eine bessere KI den den ohnehin eher hohen Schwierigkeitsgrad noch weiter nach oben treiben.
Technik: Soso, lala
Final Armada spielt nur in Aussenlevels. Die Areale sind aber gross geraten und
bieten einiges an Abwechslung wie kleine Wälder, Felsen, usw. Rein grafisch machen die Objekte zwar einen eher spährlichen Eindruck, besonders was die Texturen anbelangt. Vermutlich ist man da einfach einen Kompromiss eingegangen: Weniger Details, dafür flüssige Grafik und ausufernde Levels. Leider macht die Grafik damit den Eindruck, sogar knapp am PS1 Niveau vorbei zu schlittern – unschön. Im Bereich der Animationen gibt es aber keinen Anlass zur Kritik. Sowohl eigene als auch feindliche Einheiten bewegen sich (auch physikalisch!) einigermassen realistisch und proper fürs Auge.
Tja, Sound und Musik: Während die Geräusche und Effekte bei Final Armada gelungen sind, bietet die Musik nicht sehr viel Abwechslung. Besonders verstörend ist jedoch die mittelmässige Lokalisierung. Irgendwie scheint den Leuten die Sprachausgabe abhanden gekommen zu sein, was dann in einigen Szenen äusserst komisch wirkt. Allgemein hat man das Gefühl, Final Armada hätte noch ein, zwei Wochen Feinschliff vertragen können, besonders was die Übersetzung angeht. Ob da der Publisher gedrängt oder die Entwickler gepennt haben, sei dahingestellt.
Fazit
Keine Frage, Final Armada macht Spass! Würde man rein das Gameplay bewerten, könnte sich dieses Spiel problemlos eine bessere 80er Wertung sichern. Leider führen aber kleinere Schnitzer und Schwächen zu Punktabzügen. Durchhänger im Gameplay, grafische Mittelmässigkeiten (wohlwollend formuliert) und vor allem die fehlende Synchronisation lassen eine solche Wertung nicht zu. Trotzdem bietet sich für Actionfans hier die Möglichkeit, für nur 29,95 € rasante Action zu bekommen. Findet man Gleichgesinnte, darf man gar zu Viert über WLAN gegeneinander antreten. Bitte mehr davon, I-Magine Interactive – nur nehmt euch diesmal mehr Zeit ;)

USK: ab 12 Jahren
PEGI: 12+
Multiplayer: 4
Sprache: Deutsch
Preis: 29.95 EUR /CHF 49.-
Off. Website: www.finalarmada.com
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