Jun 112007
 

Doppelagent: Nur Agenten mit sehr klaren Vorstellungen und hohem Selbstvertrauen haben die Kraft, sich als Verräter auf beiden Seiten durchs Leben zu schmuggeln. Einer von ihnen heisst Sam Fisher und riskiert in Splinter Cell 4: Double Agent erneut sein Leben. Es liegt nun an dir zu entscheiden, wem du vertraust, mit dem du spielt, und wen du sterben lässt. Willkommen in der spannenden Welt von Splinter Cell! Mehr zum Spiel gibt es in unserem Review.

Auf der Xbox 360 konnte Double Agent bereits eine Traumwertung einfahren. Nun erscheint der Titel auch für die PS3, und da diese der Microsoft Kiste technisch nicht nachsteht, ist auch hier ein Meisterwerk zu erwarten.

Am Anfang war.. die Story
Anstatt hier einen kurzen Abriss der Geschichte zu geben, möchten wir uns eher auf die Auswirkungen der Story beschränken. So viel sei gesagt: Die Hintergrundgeschichte von Double Agent ist so spannend wie noch kein Splinter Cell Abenteuer. Zudem gab es noch kein Abenteuer von Sam, dass Story und Gameplay derart eng miteinander verknüpft hat. Daraus resultiert eine unheimliche Spannung, die bei jeder Schleichaktion, jedem Schusswechsel und jedem Gespräch zum Vorschein kommt. Für Fans von guten Geschichten ist Double Agent deshalb schon empfehlenswert – doch lest weiter.

Sam Die Dunkelheit Fisher
Ungefähr so fühlte man sich in den letzten Splinter Cell spielen. Sams Missionen führten den User nämlich fast immer durch die dunkle Nacht, denn wenn Sam nichts sieht, sehen seine Feinde noch weniger (dem Restlichtverstärker sei Dank!). Das ändert sich jedoch mit Double Agent. Die komplette Missionsstruktur wurde stark aufgebrochen und ist nun viel flexibler. Tageseinsätze sind an der Tagesordnung und dem Spieler werden permanent Entscheidungen abgerungen. Dabei haben die Entwickler den Untertitel nicht nur so zum Spass eingebaut, sondern lassen die Story ständig auch in die Missionen einfliessen. Als Doppelagent muss sich Sam bzw. der User erschreckend oft zwischen mehreren Varianten entscheiden, die allesamt übel sind – nun gilt es, nachzudenken und geschickt zu wählen. Ein falscher Entscheid, und die Bösen oder Lieben (wer ist denn nun wer?) lassen einen fallen wie eine heisse Kartoffel.

Karate-Sam
Neu kann unser Held Gegner zum Glück auch nur KO schlagen. Das erleichtert viele, harte Stelle im Spiel, was auch dringend nötig ist. Denn nicht nur Sam hat dazugelernt, auch die Künstliche Intelligenz der Terroristen ist massiv gestiegen: Sie täuschen einen, hören besser als Eulen und arbeiten während des Kampfes sehr gut im Team. Es gehört einiges an Übung dazu, um sämtliche Missionen erfolgreich abzuschliessen und noch eine gewaltige Portion Glück, um dies auch in den höheren Schwierigkeitsgraden zu schaffen. Will heissen: Wer in eine Sackgasse rennt, im falschen Moment das Feuer auf Gegner eröffnet oder eine Lampe dunkel schiesst, hat verloren. Double Agent ist ein schwieriges Spiel, dass durch seine Offenheit bezüglich von komplexen Situationen viele actionorientierte User vor qualvolle Stunden stellt.

Neue Features
Sam verfügt natürlich wieder über eine Menge an hilfreichen Gerätschaften, die dem Hobbyagenten das Leben erleichtern. Mit dabei sind unter anderem: Restlichtverstärker, Pistole, Gewehr, Kamera, Schock-Projektile und Wärmesicht. Neu hinzugekommen ist ein Taschencomputer am Arm (ähnlich wie der eines Predators), der in entscheidenen Situationen Terminals öffnet oder eine GPS Übersicht abbildet. Letztere dient dazu, etwas die Übersicht zu behalten, wurde im Test aber eher selten benutzt.
Weggefallen sind hingegen zahlreiche Anzeigen: So muss man sich bezüglich Lärm und Sichtbarkeit von Sam nun komplett auf die eigenen Sinne verlassen, da die entsprechenden Displays entfernt wurden. Macht Sinn, aber auch das Game eher schwieriger. Was übrig geblieben ist: Eine kleine Lampe, die durch Farbe und Status (blinkend bzw. nicht blinkend) anzeigt, ob Sam entdeckt wurde oder nicht.

PS3 vs. Xbox 360
Von der einen Next-Gen Konsole auf die nächste: Wir waren natürlich besonders gespannt, ob Sams Abenteuer auch auf der PS3 eine derart gute Figur machen wie auf der Xbox 360. Kommen wir gleich zur Sache: Die Grafikqualität wäre absolut ebenbürtig (was auf ein absolut hohes Niveau schliessen lässt), wäre da nicht ein gewisses Flimmern sowie gelegentliche Framerate-Einbrüche. Was sich auf der Xbox 360 noch absolut flüssig spielte, scheint auf der PS3 einem Fehltuning zum Opfer gefallen zu sein. Zwar halten sich die kleinen Ruckler wirklich in Grenzen, trotzdem ist es schade, dass das Game technisch an Qualität verloren hat.
Akkustisch zeigt sich Double Agent dafür von seiner besten Seite und gibt überhaupt keinen Anlass zur Kritik. Ebenfalls voll funktionsfähig ist der Onlinemodus, dem wir schon in der xbox 360 Ausgabe Genialität zugesprochen haben. Daran hat sich nichts geändert: Egal ob kooperativ oder komperativ, dieses Spiel macht einfach Laune.

Fazit
Beim Einlegen der Disc hatte ich das Gefühl, die Jungs von Ubisoft hätten eigentlich nichts falsch machen können. Von der Xbox 360 auf die PS3: Eventuell wäre da grafisch sogar noch ein Zusatz drin gewesen. Die Realität sieht leider anders aus: Kleine Einbrüche und Flimmereien trüben das grafische Bild etwas. Allerdings täuschen diese Nachteile keineswegs über das an sich hervorragende Game hinweg, dass über faszinierende Single- und Multiplayermodi verfügt. Unser Tipp: Antesten, denn nach wenigen Minuten fallen die grafischen Ungleichheiten kaum mehr auf. Danach geniesst man ein Spiel, dass besonders auf der PS3 noch seines gleichen sucht.


USK: ab 18 Jahren
PEGI: 18+
Multiplayer: 2 Spieler
Sprache: Anleitung D, Spiel E, F, I
Preis: CHF 99.- / EUR 59.95
Off.Website: splintercell.de.ubi.com/doubleagent/