Jun 282007
 

Nachdem auch die aktuellsten Strategieexperimente auf Konsolen nicht wirklich überzeugen konnten, sinken PC Fans wieder entspannt in ihren Sessel zurück. Wenigstens ein Genre, dass aufgrund der prädestinierten Steuerung kaum je an einen Konsolero abgetreten wird. Dementsprechend finden sich auch viele Vertreter dieser Gattung für den PC. Das neuste Werk von Black Bean / Slitherine nennt sich The History Channel: Great Battles of Rome und vermittelt nebst spannenden Schlachten auch jede Menge wissen über die ollen Römer.

Das römische Reich ist bekanntlich eines der grössten Reiche, die je von „erbaut“ bzw. erkämpft wurden. Ausgehen von Rom schlugen sich die Legionen diverser Kaiser zuerst ganz Italien unter den Nagel, prügelten sich dann in Afrika, England und unzähligen anderen Schauplätzen. Wem jegliches Wissen über die damalige Zeit fehlt, der darf gerne Wikipedia bemühen.

Geschichte nachgespielt
Great Battles of Rome orientiert sich also stark am tatsächlich Ablauf beim Aufbau des römischen Reiches. Wer sich geschichtlich für diese Zeit interessiert, kann also eine Menge über die Schlachten und Kaiser lernen. Alle anderen können sich aufs Spielen konzentrieren, denn dafür hat man ja gekauft :)
Grundsätzlich hat man als Feldherr immer alle Hände voll zu tun. Befindet man sich nicht gerade in einer Schlacht, kann man seine Herren neu austatten, die gelichteten Reihen schliessen oder mit dem prallen Geldbeutel Söldner anheuern. Auch das Aussehen der Truppe lässt sich ändern, so dass auf dem Schlachtfeld stets Klarheit herrscht, wer zu weg gehört.
Die Kämpfe selbst laufen stark strategisch ab. Die im Voraus getroffenen Entscheidungen (Aufstellung der Truppengattungen, Terrain, usw.) beeinflussen den folgenden Fight sehr stark. Wer seine Bogenschützen falsch postiert hat, wird bald eine in Panik fliehende Truppe vorfinden, denn Entscheidungen während der Schlacht sind stark limitiert.

And the Winner is…
Leider zeigen sich bereits nach wenigen Missionen erste Schwächen im Spielprinzip. Findige Gamer begreifen nämlich schnell, wie man seine Truppen postieren muss, um einigermassen sicher einen Sieg davon zu tragen. Wer dann nach regelmässig seine Stammkrieger verbessert und upgradet, findet die Kämpfe mit der Zeit immer langweiliger. Zwar ändern sich die Konditionen regelmässig, aber nur weil man weniger Zeit zur Verfügung hat, wird der Spielablauf auch nicht viel spannender.
Interessant ist die stetig vorhandene Verknüpfung von Geschichte und Spiel. Zahlreiche, längere Videos des History Channel bringen auf Wunsch Abwechslung in die Schlachten und zeigen auf knackige Art und Weise auf, wie damals gelebt und gekämpft wurde. Gleichzeitig lernt man immer neue Truppentypen und Einheiten kennen, die oft stark mit den vorgestellten Gegebenheiten zu tun haben. Allerdings hat man zum Beispiel Verteidigungsanlagen, Belagerungen oder Ähnliches komplett ausgelassen, was ein bisschen einen schludrigen Eindruck hinterlässt.

Technisch: Durchschnitt
Strategiespiele sind ja bekannt dafür, sich in Punkto Technik nicht immer mit Lorbeeren zu überhäufen. Auch hier verhält es sich nicht anders. Die Grafik ist zweckmässig, sieht von weitem gar nicht übel aus. Beim Zoomen entpuppen sich die Schlachtfelder jedoch als farblich ziemlich öde und pixelig. Auch schade, dass die Kamera nicht völlig frei bewegbar ist. Bei den knappen Hardwareanforderungen wäre das sicher auch drin gewesen. Genau so mittelmässig ist der Sound. Zwar haben die Entwickler alle wichtigen Effekte im Bereich Kampfgeräusche integriert, es tönt jedoch alles immer ein bisschen motivationslos. Dies ist um so erstaunlicher, als Great Battles of Rome im Prinzip ein ziemlich genaues Abbild des älteren Legion Arena ist. Scheinbar hat sich aber seit damals wenig verändert – auch grafisch.

Fazit
Tja, irgendwie hinterlässt The History Channel: Great Battles of Rome ein komisches Gefühl. Eigentlich wären die Ansätze für ein interessantes Strategiespiel da. Aber leider bietet der Rest des Games so viel Angriffsfläche, dass vom guten Ansatz nicht mehr viel übrig bleibt. Die Tatsache, dass es sich denn sowieso fast um eine Kopie von Legion Arena handelt, macht das alles nicht einfacher. Durchschnittsgrafik, fehlende Langzeitmotivation, kleine Ausrutscher in der Steuerung und dem Spielprinzip allgemein, schwache KI. Einen dicken Pluspunkt darf man aber für die konsequente Einbindung von geschichtlich korrekten Details, Videos und Informationen sprechen. Spielerisches lernen ist hier tatsächlich mit an Bord, macht aber leider den Spielablauf nur bedingt besser.


USK: ab 12 Jahren
PEGI: 12+
Multiplayer: 1
Sprache: Deutsch
Preis: CHF 49.-
Mindestanforderungen: Pentium IV 1 GHz, 256 MB RAM, 3D Karte mit 64 und DirectX 9, Win XP/2000
Off.Website: www.greatbattlesofrome.com