Wenn das Wort “Innovation” im Zusammenhang mit Videospielen fällt, dann denken die meisten zuerst an Nintendo. Die Qualität muss dabei nicht immer zu hundert Prozent stimmen, solange die Spielidee unterhaltsam erscheint und den Käufer anspricht. So erfreut sich das Genre der Casual Games in letzter Zeit einer immer größer werdenden Beliebtheit. Um diesem Trend auf der PSP nachzukommen, hat Sony “Patapon” entwickelt, das versuchen wird, in die Fußstapfen von “Loco Roco” zu treten. Ist “Patapon” den hohen Erwartungen gerecht geworden? Wir liefern euch in unserer Review eine ausführliche Antwort auf diese Frage.
Konventionen – Nicht hier!?
In Patapon übernehmt die Rolle des Allmächtigen, der das Volk der Patapon führen soll. Bei den Patapons handelt es sich um Augäpfel mit Armen und Beinen. Beim Charakterdesign hat sich Sony also schon mal etwas einfallen lassen. Vor langer Zeit waren die Patapons gefürchtet für ihre Kraft und sie konnten auch den stärksten Gegner bezwingen. Doch diese Ära ist längst vergangen. Von diesen rühmlichen Tagen ist nicht viel geblieben. Eure Aufgabe ist es also, die Patapons nach Erdend zu führen um ES zu erblicken und wieder zu alter Kraft gelangen. Wobei es sich bei ES handelt, wird an dieser Stelle nicht verraten, doch soviel sei gesagt: Es ist nicht die bekannte Horrorfigur von Stephen King.
Das ungewöhnliche Spielelement an Patapon ist sicherlich die Steuerung, denn ihr lenkt die kleinen Augäpfel nicht direkt, sondern per Trommelkommandos. Musik ist für die Patapons nämlich sehr wichtig und deswegen müsst ihr darauf achten, im Takt zu bleiben. So könnt ihr Kombos aufbauen und eure Armee so in den Fever-Modus treiben, in dem sie wie in Ekstase sind. Zu Beginn könnt ihr euren Patapons nur befehlen, vorzurücken oder anzugreifen. Im späteren Verlauf findet ihr weitere Trommeln und damit auch weitere Befehle wie zum Beispiel Verteidigung oder Flucht. Dabei ist es sehr wichtig, die Befehle koordiniert und überlegt einzusetzen. So macht es nicht immer Sinn, blind vorzurücken.
Auf eurem Weg nach Erdend stellen sich euch die Zigotons in den Weg, mit denen ihr euch mehrere Schlachten liefern werdet. Aber nicht nur die Zigotons wollen die Patapons vernichten, sondern auch einige Wächter der alten Kultur. Es gibt also einiges zu tun. Damit eure Patapons sich gegen diese Übermacht durchsetzen können, müsst ihr regelmäßig deren Ausrüstung aufbessern und neue Patapons am Lebensbaum erstellen. Das alles könnt ihr im Dorf erledigen, was der Ausgangspunkt vor jeder Mission ist. Euer Ansprechpartner dort ist der Stammeshäuptling, der euch über neue Missionen informiert. Im Dorf könnt ihr außerdem euer Inventar durchsuchen oder kleine Minispiele starten um Rohstoffe wie Fleisch und Holz zu bekommen, die ihr für die Geburt neuer Patapons benötigt. Neben diesen Rohstoffen benötigt ihr noch Ka-Ching. Das bekommt ihr, wenn ihr während eurer Missionen Gegner besiegt.
Auf geht’s!
Die Missionen lassen sich dabei in drei verschiedene Arten unterteilen. Die meiste Zeit werdet ihr mit der Jagd vertreiben, denn nur so bekommt ihr die nötigen Ressourcen um stärkere Patapons zu erstellen. Das ist auch zwingend nötig, denn während der Schlachten gegen die Zigotons und wenn ihr einen Schatz der alten Kultur sucht und dabei auf einen Wächter stoßt, könnt ihr euch nur mit einer starken Armee Chancen auf den Sieg ausrechnen. Dieser Aspekt wird euch dazu zwingen, die Jagdmissionen bis zum Erbrechen zu wiederholen um im Spiel voran zu kommen. Ein wenig Abwechslung bieten Missionen, in denen ihr einen Konvoy gegen eine Zigoton-Armee schützen müsst, denn ansonsten geizt Patapon mit Abwechslung. Im Prinzip müsst ihr nämlich nur immer zum Ende des Levels vorkämpfen und alles bekämpfen, was sich bewegt.
Im Verlauf des Spiels werdet ihr verschiedene legendäre Erbstücke finden, die euch die Möglichkeit geben, neue Einheiten auszubilden wie zum Beispiel die Bogenschützen mit dem interessanten Namen Yumipon. Ihr könnt aber in jeder Mission nur drei verschiedene Einheitentypen einsetzen. Damit kommt Taktik ins Spiel. So macht es bei der Jagd wenig Sinn, die offensiven Tatepon einzusetzen, die auf den offensiven Nahkampf setzen, da viele Beutetiere dann schnell die Flucht ergreifen und ihr leer ausgeht. Einen weiteren taktischen Aspekt bietet das Wetter, das ihr durch Artefakte manipulieren könnt. Bei starkem Regen könnt ihr bei der Jagd viel Beute machen, da der Geruchssinn der Tiere in diesem Fall vermindert wird und sie später fliehen als bei Sonnenschein. Rückenwind kann in Schlachten von Vorteil sein, denn dann fliegen Pfeile und Speere weiter und richten beim Gegner mehr Schaden an. Doch das Wetter muss nicht immer auf eurer Seite sein. Gegenwind lässt Pfeile und Speere kaum fliegen, so dass sie nicht den Feind erreichen. Gewitter ist für alle Beteiligten ein Problem, denn die Blitze können Schaden anrichten und lähmen.
Mit Rhythmus zum Ziel
Patapon ist ein Musikspiel, denn es geht darum, dass ihr eure Kommandos im Takt erteilt. Dabei gebt ihr den Befehl, die Patapons singen ihr Lied und ihr erteilt den nächsten Befehl. Was jetzt sehr langweilig klingen mag, entpuppt sich beim Spielen als unglaublich fesselnd. Schnell ist man von der Musik erfasst und bewegt sich zum Rhythmus. Dabei ist es aber sehr wichtig, dass die Umgebung frei von ablenkenden Geräuschen ist, denn sonst ist Patapon schlichtweg unspielbar. Dadurch ist Patapon kein Spiel für unterwegs.
Grafisch hat Patapon einiges zu bieten. Der äußerst ansprechende 2D-Stil glänzt mit vielen niedlichen Details und versprüht mit seinen knalligen Farben nur Sympathie. Wer angesichts der Optik vermutet, dieses Spiel sei ausschließlich für Kinder, irrt sich, denn dafür bietet es einfach zu viel Tiefe und einen nicht zu unterschätzenden Schwierigkeitsgrad. Die Animationen sind teilweise sehr abgehackt, aber das kratzt kaum am positven Gesamteindruck. Das Charakterdesign ist auch sehr gelungen, besonders die Patapons selbst und einige Endgegner zeigen, wieviel Liebe in das Spiel gesteckt wurde. Leider wiederholen sich viele Figuren einfach nur in anderer Farbe. Dadurch macht sich die teils mangelnde Abwechslung nochmals bemerkbar. Was aber auf Dauer motiviert, ist das Aufrüsten der Patapons und das frische Spielprinzip, das aus dem Einheitsbrei von Weltkriegs-Shootern, Gehirn-Jogging-Quälereien hervorsticht und einfach nur für gute Laune sorgt.
Die Steuerung ist nach einiger Übung ins Blut übergegangen und eure Patapons werden sich gut kontrollieren lassen. In manchen Situationen ist es aber störend, dass man die kleinen Augäpfel nicht direkt steuern kann um schnell genug zu reagieren. So sind unnötige Verluste unvermeidlich. So etwas ist manchmal sehr frustierend, besonders dann, wenn man gegen einen Endgegner kämpft und dann auf einmal euer Flaggenträger, der eure Armee anführt, nach vorne in den tödlichen Angriff des Gegners rennt und damit die Mission gescheitert ist. Da man diesen auch nicht aufrüsten kann, ist das besonders im späteren Spielverlauf ein Problem. Patapon hat also wie jedes Spiel seinen kleinen Macken, diese fallen aber kaum ins Gewicht und deswegen ist Patapon ein gutes Musikspiel für die PSP.
(Fazit weiter unten)
Wir bedanken uns bei Sony für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.
| Game Facts | |||
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Entwickler: Sony |
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| Review | Patapon | |
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Steuerung Die Steuerung ist sehr innovativ und funktioniert in den meisten Situationen gut. Das Steuerkreuz dient nur zur Bewegung der Kamera. |
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Grafik Sehr schöne Grafik mit einem einzigartigen Stil. |
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Sound Der Rhythmus lässt einen nicht mehr los. Pata, Pata, Pata, Pon… |
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Spielspaß Für den kleinen Hunger zwischendurch genauso gut geeignet wie für ein paar intensive Stunden, aber leider nicht für unterwegs. |
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Sonstiges + Innovativ + kein 08/15-Spiel |
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89% |
Fazit Patapon ist nach Loco Roco ein weiterer Titel für die PSP von Sony, der stark auf Innovation setzt und die Rechnung geht auf. Das Spiel ist sehr unterhaltsam und bietet Spaß für viele Stunden. Der Grafikstil ist einfach nur sympathisch und eine gern gesehene Abwechslung zu den tristen Wüstenlandschaften, die man heutzutage in jedem x-beliebigen Shooter zu sehen bekommt. Leider hat Patapon auch einige frustriende Momente und bietet auf Dauer zu wenig Abwechslung. Trotzdem sollte jeder Besitzer einer PSP diesem Spiel eine Chance geben, denn es ist bisher einmalig. |
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