Jörg

Fire Emblem: Radiant Dawn Review/ Test


Bereits 1990 erschien der erste Teil der Fire Emblem Saga, damals noch für das NES. Lange Zeit blieb die Serie Japan exklusiv, es sollte bis zum Jahre 2003 dauern, als das erste Spiel offiziell im Westen für den GameBoy Advance erschien. Entwickelt wurden bisher alle Titel von Intelligent Systems, jene legendäre Spieleschmiede, die unter anderem für solch klassische Reihen wie Metroid, Advance Wars, Wario Ware und Paper Mario verantwortlich zeichnet.

Radiant Dawn ist bereits das zehnte Spiel im Fire Emblem Universum, aber erst das vierte mit einem englischen Namen. Wer noch nie von der Serie gehört hat, bekommt eine kleine Einführung von mir, alle Fans können sich das Review sparen, da sie das Spiel wahrscheinlich sowieso schon besitzen oder maximal noch auf eine Preisreduktion warten.

Was bisher geschah…

Drei Jahre nach den Ereignissen aus Path of Radiance ist der Kontinent Tellius noch immer vom Krieg zerüttet. Während im Land Crimea der Wiederaufbau stattfindet, fällt das besiegte Daeins in die Hand des tyrannischen Gottesstaates Begnion. Die Besatzer kennen kein erbarmen, werfen alle kampffähigen Männer in den Kerker und regieren mit eisernen Hand. In Nevassa, der Hauptstadt von Daein, schliesst sich der "Bund der Morgenröte" zusammen, ein kleines Grüppchen das den Widerstand probt mit dem simplen Ziel, den Einwohnern zu helfen. Schon kurz nach dem Intro sind die Helden auf der Flucht, vertrieben aus der eigenen Heimat. Natürlich bleibt es nicht bei der kleinen Zahl der Revoluzzer, schon bald soll eine Bewegung mit neuem Mut den ganzen Kontinent erfassen.

Durch nicht weniger als 44 Kapitel wird sich gekämpfet, die nochmals in vier Teile untergliedert sind. Wenn man bedenkt, dass so ein Kampf nicht selten bis zu einer Stunde oder mehr dauern kann, ist die geschätzte Zeit von 40 Spielstunden durchaus realistisch und nimmt somit epische Ausmaße an.

So wird gespielt

Wer in seinem Leben schon einmal ein strategisches RPG ausprobiert hat, etwa Shining Force, Fallout oder Tactics Ogre, der hat eine gute Vorstellung von dem, was hier auf ihn zukommt. So unterschiedlich diese Spiele im Einzelnen auch sind, verbindet sie doch zwei Hauptmerkmale: Der rundenbasierte Kampf und das neue Fähigkeiten im Laufe des Spiel dazugelernt werden können. Doch bleiben wir bei Radian Dawn , welches sich im Kern noch immer wie der allererste Teil spielt. Bedingt durch die Story setzt sich die eigene Gruppe aus immer anderen Helden zusammen. Neben unterschiedlichen Rassen und Klassen spielt vor allem die Waffe eine wichtige Rolle. Das sogenannte Waffen-Dreieck ist noch das einfachste, was man sich merken sollte:

Äxte sind stark gegen Lanzen, aber schwach gegen Schwerter. Lanzen stark gegen Schwerter, schwach gegen Äxte. Schwerter stark gegen Äxte, schwach gegen Lanzen. Das ist nur das Grundgerüst, natürlich gibt es noch vieles mehr wie Bogen und Zaubersprüche, was durch dieses Dreieck nicht abgedeckt wird, aber für den Großteil der Kämpfe genügen diese Regeln und sind enorm wichtig.

Der Kampf ist in zwei Phasen unterteilt, zuerst seid ihr dran, dann der Gegner. Jede Figur darf zuerst ziehen, je nach Untergrund und Mobilität unterschiedlich weit (mit Reittier natürlich weiter), danach kann eine Attacke gestartet werden. Die Art der Waffe bestimmt dabei, ob man direkt neben dem Gegner stehen muss oder ein Feld dazwischen frei sein darf (Bogen, manche Zaubersprüche). Der Strategie-Teil besteht darin, die Figuren so zu platzieren, dass der Gegner keine Chance hat die schwachen Magier oder Heiler zu attackieren und man selbst als erstes in die Position zum angreifen kommt. Jede Aktion bringt Erfahrungspunkt, entweder steigt der Charakter eine Stufe auf oder, bei entsprechend wiederholter Nutzung einer Waffen Gattung, wird man im Umgang damit geschickter, was auch einen Levelaufstieg zu Folge hat. Dies ist, wie unschwer zu erkennen, der Rollenspiel Part.

Das Kampfsystem ist sehr komplex und kann nicht in wenigen Zeilen beschrieben werden. Das muß es auch sein, denn es wird nichts anderes gemacht. Zwischen den Fights sieht man lediglich ein wenig wie die Story weitergeht, das wars aber auch schon. Damit das Kämpfen nicht zu schnell langweilig wird, finden sich auf der Karte zumeist mehrere Schatztruhen oder Einwohner, die einem etwas schenken. Diese Ziele sind absolut optional, nicht selten schwer zu erreichen und meist absolut wert abgeklappert zu werden.

Gelegenheitsspieler müssen draussen bleiben

Womit wir beim Schwierigkeitsgrad angelangt wären. Das sich die Serie in zwanzig Jahren kaum geändert hat, merkt man hier am deutlichsten. Die Niederlage lauert bei jedem Zug, die falsche oder unüberlegte Platzierung einer Figur bedeutet sofort das Aus. Zum Glück kann zu Jederzeit gespeichert werden, was auch bitter nötig ist. Zwar darf man zu Beginn eines neuen Spiels zwischen einfach, normal und schwer auswählen, aber schon auf der niedrigsten Stufe bekommen Neulinge eine echte Herausforderung geboten. Aber eben diese ständige Bedrohung macht auch den großen Reiz von Fire Emblem aus. Man muss richtig nachdenken und die Regeln des Spiels zum größtmöglichen Vorteil nuten.

So ist es denn nicht die Story die einen weitertreibt, sonder die Lust, die immer komplexere Aufgaben zu bewältigen. Nie kommt es einem so vor, als wären die Gegner nur Kanonenfutter, eher das Gegenteil ist der Fall, aber man findet immer einen Weg sie doch noch zu besiegen.

Wir bedanken uns bei Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.

Game Facts

Entwickler: Intelligent Systems
Publisher: Nintendo
Genrè: Rundenbasiertes Taktik-RPG
USK: 12
Pegi: 7+
Multiplayer: 1
Sprache: Multilingual
Preis: EUR 48,95 / CHF 78,-
Website: fire-emblem.com

Review Fire Emblem: Radiant Dawn
Beschreibung
Steuerung

Die Empfehlung lautet ganz klar, einen GameCube Controller anzuschliessen, dieser bietet eindeutig den höchsten Komfort. Aber auch die anderen Optionen reichen völlig aus, um die wichtigsten Funktionen zu erreichen.

Grafik

Im Vergleich zum direkten Vorgänger hat sich einiges getan. Die Figuren sehen erheblich besser aus, gleiches gilt für gerenderten Zwischensequenzen. Da es sich um ein Strategiespiel handelt, könnt ihr Freunde damit nicht wirklich beeindrucken.

Sound

Orchestrale Musik und gute Sprecher an den wichtigen Stellen sorgen für die richtige Atmosphäre.

Spielspaß

Natürlich ist das Publikum ein ganz anderes als bei den üblichen Casual Titeln. Wer weiß, auf was er sich hier einlässt, hat Spaß ohne Ende beim Austüfteln der richtigen Strategien.

Sonstiges

+ gutes Balancing
+ bockschwer, aber fair
+ mindestens 40 Stunden Spieldauer
- ein Mehrspieler Modus wäre mal schön
- kaum Unterschiede zum Vorgänger

85%

Fazit

Man möchte laut schreien "Endlich!", endlich ein Spiel, bei dem die Substanz im Vordergrund steht. Kein sinnfreies Geschnicke mit der Wiimote, kein grafischer Schnicknack, nur pures Gameplay. Die Gemeinsamkeiten zu anderen Wii Spielen hören bei der weißen Verpackung und der großen DVD auf. Radiant Dawn ist eigentlich ein GameCube Titel und will es auch zu keiner Zeit verbergen. Wer den Vorgänger noch nicht kennt, kann sich auch diesen zuerst kaufen, er kostet nur etwa die Hälfte und hat etwa das selbe zu bieten. Die Serie hat sich seit bestehen kaum verändert, muss sie aber auch nicht. Das Prinzip funktioniert auch heute noch wunderbar, wer nur einen Funken für Strategiespiele mit Fantasy-RPG Einschlag übrig hat, greift zu

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