So erstaunlich es auch ist, aber Alarm für Cobra 11 (RTL) ist eine der ältesten und erfolgreichsten in Deutschland produzierten Serien. Bereits seit 1995 wird sie gedreht, bisher wurden 179 Folgen in 21 Staffeln ausgestrahlt und über 2.500 Autos geschrottet. Star der Sendung sind natürlich die spektakulären Stunts, welche perfektes Futter für Videospiele hergeben, so ist Crash Time bereits das fünfte Spiel mit dem Cobra 11 Label. Eine Kurzbeschreibung der Serie liest sich so:
“Die Autobahn – Lebensader der modernen Industriegesellschaft: Hier ist das Tempo mörderisch, hier pulsiert das Leben, hier entscheiden sich Schicksale in Sekunden. Für die explosiven Autobahnkommissare Tom Kranich und Semir Gerkhan heißt das Hochspannung, ständige Einsatzbereitschaft und Vollgas im Grenzbereich.”
Parallelen?
Wer nun aber hofft, auf Charaktere oder gar Snychronsprecher aus dem TV zu treffen, wird leider enttäuscht. Der Hauptmodus, die sogenannten Fälle, laufen so ab, dass man zuerst eine gesprochene Einleitung bekommt. Hier werden zwar die Figuren aus der Show, Semir und Chris, namentlich erwähnt, aber die Sprecher und die Story sind mehr schlecht als recht. Nach dem “Briefing” folgt dann die Mission, entweder gilt es, verschiedene Punkte der Reihe nach abzufahren, einen Verbrecher zu stoppen oder zu rammen, eine Strecke in einer bestimmten Zeit zurückzulegen oder einen Verdächtigen zu beschatten. Die Vielfalt der Aufgaben hört sich vielleicht auf den ersten Blick recht groß an, tatsächlich fährt man aber immer nur von A nach B oder einem anderen Wagen hinterher.
Damit die Missionen auch ja nicht zu einfach sind, darf entweder der eigene Wagen nur eine bestimmte Prozentzahl Schaden abbekommen oder man bekommt ein knackiges Zeitlimit auferlegt. Meistens wird zusätzlich zur eingeblendeten Karte noch ein Pfeil als Hilfestellung angeboten.

Gameplay?
Die Spielwelt ist wirklich sehr groß und kann fast uneingeschränkt befahren werden. Die deutschen Autobahnen, Landstraßen, Feldwege, Dörfer und Städte sind eine wahre Pracht und eine gelungene Abwechslung zu den ständigen ausländischen Pisten in Rennspielen. Nur leider hat man nie die Möglichkeit, diese tolle Umgebung auch zu genießen, ja, einfach nur anzuschauen. Es gibt nämlich genau zwei Spielmodi, einmal die Fälle abarbeiten oder die bereits freigeschalteten Strecken in einem Rennen befahren, das war’s! Jeder Fall wird in einzelnen kleinen Häppchen serviert, nach jedem erscheint zwar eine Meldung, dass gespeichert wird, allerdings muss erst die komplette Mission erfüllt werden, ein späteres Einsteigen in der Mitte eines Falles ist nicht möglich. Wer vorher abbricht, darf wieder ganz von vorne anfangen, so ein grottiges Speichersystem hat im Jahr 2008 nichts mehr verloren!
Der Spielverlauf sieht im allgemeinen so aus: “Interessante” Storyfetzen über sich ergehen lassen, von Punkt A nach Punkt B fahren, mit einem knackigen Zeitlimit im Nacken, bloß nicht zu oft den Verkehr rammen oder verfahren, wenn doch, Mission von vorne starten (was je nach gestellter Aufgabe zig Mal vorkommen kann), ankommen und wieder von vorne das Ganze.
Manchmal ist dieses Zeitlimit ein schlechter Scherz, es bleiben noch locker zwei Minuten auf der Uhr übrig. Ein anderes Mal ist es so knapp bemessen, selbst wenn kein anderer Wagen gerammt wird, sind zehn Sekunden das höchste der Gefühle die auf der Uhr stehen bleiben.
Ein weiteres Problem ist der Richtungspfeil, der das Ziel nur absolut anzeigt, relativ wäre aber erheblich besser. So bekommt man nur den direkten Weg per Luftlinie angezeigt, der aber natürlich nie gefahren werden kann, weil die Straße total abenteuerlich verläuft. So lassen sich einige Aufgaben nur mit viel auswendig lernen und Trial & Error schaffen, was mitunter stark an den Nerven zehrt.
Verpasste Chancen
Der Name Crash Time ist total irreführend, denn tatsächlich gilt es, Zusammenstößen möglichst aus dem Weg zu gehen. Die Wagen explodieren zwar bei jedem größeren Kontakt, doch leider gibt es noch nichtmal einen Modus, in dem dies konkret gemacht werden darf. Die einzige wirkliche Abwechslung wird durch die verschiedenen Fahrzeuge geboten, etwa diverse Trucks, ein Löschpanzer oder ein Formel 1 Rennwagen. Ansonsten fährt man eine Mission nach der anderen und trotz des risiegen Areals wiederholen sich die gefahrenen Strecken viel zu oft. Hätte Synetic nur ein klein wenig mehr Zeit für clevere Spielmodi aufgebracht, dann könnte Crash Time durchaus mit vergleichbaren Serien wie Burnout oder Need for Speed konkurrieren. Durch die Welt zu fahren motiviert anfangs ungemein und macht eigentlich immer wieder Spaß, wenn eine Mission allerdings 20x daneben geht, man sie aber schaffen muss, da ja nicht richtig gespeichert werden darf und es sonst nichts anderes im Spiel zu tun gibt, dann siegt unweigerlich der Frust.
Das Spiel hätte nicht wirklich eine Filmlizenz nötig, denn die Vergleiche zu TV Serie sind marginal. Meine Bitte an die Entwickler wäre, die vorhandene, lebendige Spielwelt grafisch ein wenig aufzupolieren und ein vernünftiges Game zu integrieren.
Wir bedanken uns bei RTL Games für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.
| Game Facts | |||
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Entwickler: Synetic |
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| Review | Alarm für Cobra 11: Crash Time | |
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Steuerung
Sehr arcadelastig geraten, der Wagen reagiert direkt auf die Eingaben, kein wirkliches Können benötigt. Leider wurde der zweite Stick statt für die rundumsicht für das Einschalten der Lichter verwandt, welche aber keinen praktischen Nutzen haben. |
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Grafik
Dörfer, Autobahnen, Landstraßen und vieles mehr, sind mit einer wahnsinnigen Liebe zum Detail realisiert worden. Kein Haus gleicht dem anderen und die Weitsicht ist völlig in Ordnung. Die Wagen haben zwar ein ordentliches Schadensmodell, sind aber insgesamt mit recht wenig Polygonen modelliert. |
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Sound
Grauenvolle Musik, mittelmäßg bis schlechte Synchronsprecher und eher durchschnittliche Motorengeräusche lassen in dieser Kategorie leider keine Freude aufkommen. |
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Spielspaß
Das Fahren durch die weitläufigen Areal macht an sich sehr viel Spaß, leider gibt es keinen Modus in dem man das auch darf! Entweder sitzt einem ein Zeitlimit im Nacken oder der Verlauf der Strecke ist vorgegeben. |
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Sonstiges |
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60% |
Fazit |
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