Der Begriff Survival-Horror entstand in den frühen 90ern, als Alone in the Dark für den PC und das 3DO erschien. Damals brachte die Serie frischen Wind in Action-Adventures und präsentierte nicht nur eine schicke Technik, sondern auch für damalige Zeiten gruselige Momente. Alle beweglichen Objekte bestanden aus Polygonen und die Geräuschkulisse schaffte es etwa, verschiedene Trittgeräusche auf unterschiedliche Untergründe zu ermöglichen. Alone in the Dark erschien für alle NextGen-Plattformen, und ist der nunmehr fünfte Teil, der euch noch immer in die Haut von Edward Carnby schlüpfen lässt. Obwohl zwischen den Handlungen gute 85 Jahre liegen, ist unser Held nicht gealtert und unterlag inzwischen einer Schönheits-OP, die ihn zeitgemäß aussehen lässt.
Die Handlung spielt im Jahr 2008 in New York. Edward Carnby wacht mit schläfrigem Blick auf und ist nicht ganz Herr seiner Sinne, denn er leidet an Amnesie. Als wäre das nicht schon schlimm genug, wurde er von üblen Gestalten gefangen genommen, die ihn auf das Dach des Gebäudes bringen wollen, um ihm den Gar auszumachen. Doch dann beginnt auch noch ein Erdbeben, Wände stürzen ein und mysteriöse Kreaturen tauchen auf. Die höchste Priorität ist Überleben und aus dem Gebäude flüchten. Die zu durchlaufenden Gänge werden mit Steinen übersät und Flammen bahnen sich ihren Weg an Decken und Wänden entlang. Auf seinen Weg trifft Edward auf die Kunsthändlerin Sarah Flores, die er aus dem Fahrstuhl befreit und den älteren Mann Theophile Paddington, der Edward anscheinend gut kennt und verschlüsselte Hinweise auf seine Vergangenheit verrät. Ziel ist es nun einen Ausweg zu finden, um rasch in den Central Park zu gelangen, der von Eden Games nahezu 1:1 nachgebaut wurde.
Die Story verdient sicherlich keinen Oscar, aber sie fesselt, denn die Geschichte wird in Bruchteilen erzählt. Sie wirft Fragen auf, die nicht beantwortet werden können, und so bahnt sie sich ihren Weg wie in einem Kinofilm. Gepaart wird das Ganze mit zahlreichen Aha-Effekten.
Aller Anfang ist schwer
Der Spieler wird von Anfang an komplett in die Story mit eingebunden und spielt unbewusst ein Tutorial. Während Edward also nicht mehr klar sehen kann, muss das Steuerkreuz der Wiimote heruntergedrückt werden, damit er blinzelt. Das entpuppt sich zu Beginn schon als eine recht gute Idee, doch leider wird sie zu nervig. Die ganze Passage lang müsst ihr die Taste drücken, damit ihr etwas erkennen könnt, denn sonst verschwimmt das Bild. Die ersten Abschnitte wird der Spieler an die Hand genommen und alles fein säuberlich erklärt. Mit dem A-Button hebt man Gegenstände wie Feuerlöscher auf, der allerdings nicht nur zum Feuer, sondern auch zum Türen zerstören oder böse Monster töten missbraucht werden kann. Wahlweise wird zwischen die Ego- und die Thirdperson-Perspektive gewechselt.
Der Feuerlöscher erfüllt seinen eigentlichen Zweck, indem also die Ego-Ansicht ausgewählt wird. Ähnlich wie in einem Shooter wird dann mit dem Fadenkreuz auf das Feuer gezielt und mit dem B-Button die Ladung abgefeuert. Später setzt sich das auch etwa bei der Pistole hinfort. Fast zu Beginn erhält man neben einem Feuerzeug auch eine Taschenlampe. Taschenlampen sind für das Genré unumgänglich, denn sie leuchten Ecken aus, in denen sich böse Zombies verstecken könnten (und es meistens auch tun). Idealerweise besitzt der Mensch zwei Hände und das wird so auch im Spiel genutzt. Beispielsweise nimmt Edward die Taschenlampe in die linke und die Pistole in die rechte Hand. Neuartig und völlig innovativ ist das Inventarsystem. Dort findet wie gewohnt fast alles Platz, was im Laufe des Spieles eingesammelt wird. Jetzt kommen dem allerdings die Wii-Fähigkeiten zu Gute. Wiimote und Nunchuk werden nach außen geklappt, wie wenn man eine Jacke öffnet und schon schaut Edward von oben in seine Taschen. Wer ständig mit Objekten interagiert, würde sicherlich nach einiger Zeit müde werden, sich die Items oder Waffen immer wieder erneut aus der Tasche zu holen. Auch dafür wurde gesorgt, denn mit einem beherzten Ruck der linken oder rechten Hand (Wiimote oder Nunchuk), holt Edward die zuletzt genutzten Gegenstände heraus. Deshalb funktioniert das Öffnen des Inventar-Systems in 9 von 10 Fällen gut, solltet ihr denn keine grobmotorischen Fähigkeiten besitzen.
Wie bereits erwähnt, steht auch eine Thirdperson-Perspektive zur Verfügung, die allerdings alles andere als gut ist. Die Kameraperspektive ist ein einziges Chaos, was nicht selten zum Tod von Edward führt. Dafür bewegt er sich ein klein wenig schneller.
Während wir also noch im Gebäude sind und einen Weg nach draußen suchen, stehen Autos im Weg, die man tatsächlich auch benutzen kann. Mithilfe des A-Buttons steigt Edward ein und wechselt die Sitze mit dem Steuerkreuz. Im Auto ist es möglich, dass die Sonnenblende und das Schließfach des Beifahrer untersucht werden können. In der Sonnenblende findet sich etwa ein Schlüssel und in dem Fach Munition für die Pistole. Zwei Perspektiven sind auch hier wieder möglich, während die Steuerung keinesfalls günstig gewählt ist. Durch den B-Button wird Gas gegeben und mit der Wiimote gelenkt, indem man sie wie ein Lenkrad in die gewünschte Richtung neigt. Das funktioniert leider nicht sehr gut, doch nach etwas Übung kommt man immerhin beim Ziel an. Fahrsituationen gibt es nicht wenig, denn gleich zu Beginn müssen wir dem Bösen entkommen und fahren durch New York, wo sich im gleichen Moment Spalten auftun und Teile von Gebäuden auf die Straße stürzen. Oder gar Geisterfahrer den Verkehr behindern und durchdrehen.
Auf der Verpackung prangt der Hinweis, dass eine Lösungshilfe integriert ist. Ihr müsst euch das so vorstellen, dass die Lösungshilfe der Kapitelauswahl einer DVD gleicht. So etwas gab es scheinbar noch nie, denn sollte euch das Spiel einmal zu schwer sein oder ihr habt auf einen bestimmten Level keine Lust, dann überspringt ihn doch einfach. Oder geht am besten gleich zum letzten Level, wenn euch das lieber ist. Zwar bekommt man dann nichts mehr von der Story mit, doch das Feature ist durchaus sehr interessant und kann in einigen Fällen sicherlich hilfreich sein.
Keine Inthellg dumme Zombies
Die Inszenierung ist wirklich gelungen und weiß zu gefallen. Ihr bewegt euch größtenteils durch den Central Park, der durch Nacht, Nebel und wenig Beleuchtung richtig düster in Szene gesetzt wurde. Dazwischen die fiesen Zombies, die noch nichts zum Frühstück hatten, und dementsprechend hungrig sind. Ein Zombie hält in etwa 3-4 Schüsse mit der Pistole aus, das im Gegensatz zu Resident Evil zwar noch moderat ist, doch ein tödlicher Headshot wäre wünschenswert gewesen. Im Gegensatz dazu mögen sie auch keine brennenden Stühle. Drescht ihr mit einem nicht brennenden Stuhl auf sie ein, dürft ihr euch nicht wundern, wenn das Biest später wieder auf den Beinen steht. Die Zombies selbst haben die Intelligenz nicht mit dem Löffel gefressen. Es gibt Situationen, da könnt ihr vor einem solchen Monstrum stehen, das euch dann allerdings nur doof anschaut und weiter geht.
Um allerdings noch einmal auf Waffen zurück zu kommen: Pistole oder Feuerlöscher sind nicht die einzigen Dinge, die als Waffe eingesetzt werden können. Ganz simpel, dafür aber äußerst effektiv ist natürlich das Auto. Das Auto kann aber noch mehr: Edward schlitzt den Tank auf, fährt einen Kreis während der Kraftstoff munter aus seinem dunklen Versteck tröpfelt und zündet schließlich alles an. Was dann passiert, könnt ihr euch ja denken. Oder nehmen wir als Beispiel eine Whiskeyflasche: Edward steckt ein Taschentuch in die Öffnung, zündet es an und fungiert die einfachen Mittel in einen Molotowcocktail um. Möglichkeiten gibt es viele, nicht zu letzt auch, dass nahezu die meisten Gegnstände brennen und als Waffe genutzt werden können. Aber auch hier gibt es wieder Mankos, die den Frust etwas in die Höhe treiben. Beim Komponieren von verschiedenen Gegenständen ist es oftmals nur in einer bestimmten Reihenfolge möglich, obwohl es die gleichen Gegenstände sind, die aufeinander angewendet werden. Auch nicht schön: Weitere Schießeisen sucht man vergeblich.
Die Technik ist wie sie ist
Ein zweischneidiges Schwert in Alone in the Dark ist die Technik. Dass die Wii-Konsole grafisch nicht viel Power hat, dürfte schon längst bekannt sein. Dementsprechend präsentiert sich das Spiel auch, doch für Wii-Verhältnisse ist die Grafik ziemlich gut. Dennoch sind die Texturen sehr matschig, die Charaktere ziemlich kantig und die Animationen wie aus einem B-Movie. Nicht selten bleiben Edward und das Auto an irgend einem unsichtbaren Ding hängen, denn nicht nur die Kollisionsabfrage ist alles andere als gut. Ähnlich gestaltet sich auch der Sound, der mit einer furchtbaren Synchronisation die Trommelfelle platzen lässt. Besonders nervig ist die Protagonistin Sarah. Bei solch einem wichtigen Spiel hätten die Entwickler eine passende Vertonung wählen sollen oder gar englische Stimmen mit deutschen Untertiteln. Das darf freilich auch ausgewählt werden, wenn ihr die Sprache der Konsole umstellt. Die Soundeffekte sind zum Teil unglaubwürdig, was sich etwa beim Pistolenschuss deutlich heraus hört. Anders hingegen der knallige Soundtrack. Er belebt das Spiel und bringt orchestralische Klänge ein, die Gänsehaut verursachen. Ab und zu passen aber die Situationen nicht so ganz, was für den ein oder anderen in der Atmosphäre störend sein könnte.
Wir bedanken uns bei Atari für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.
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Entwickler: Eden Games |
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| Review | Alone in the Dark | |
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Steuerung Die Steuerung ist nicht immer das gelbe vom Ei, geht allerdings nach einer kleinen Eingewöhnungszeit rasch von der Hand. Am schlimmsten ist das Auto, das sich nur schwer beherrschen lässt. |
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Grafik Wii typische Grafik, die an einigen Ecken nicht ganz sauber ist, jedoch vollkommen in Ordnung geht. Hübsche Effekte runden das Ganze ab. |
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Sound Bombast-Sound gepaart mit einer sehr schlimmen Charakter-Synchronisation ist tödlich. |
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Spielspaß Die Story lässt den Spieler nicht mehr los, und so ist man nahezu gezwungen, stets weiter zu spielen. Das Spiel besteht zum einen aus klassischer Action und zum anderen aus Rätseleinlagen. |
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Sonstiges |
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78% |
Fazit Schon im Vorfeld kassierte Alone in the Dark haufenweise Kritik, doch nicht alles ist tatsächlich berechtigt. Auch wenn das Spiel zahlreiche Schwächen hat, so muss man die wirklichen Stärken der Wii-Konsole dabei beachten. Die Grafik ist für Wii-Verhältnisse gut, der Sound ist bis auf die Sprachausgabe ein kleines Meisterwerk und die Story ist für das Genré ok. Einzig die Steuerung und mehrere Nebensächlichkeiten lassen die Bewertung etwas tief drücken. Schaut man über die Fehler hinweg, ist Alone in the Dark ein recht anspruchsvolles Spiel, das zwar nicht an die Vorgänger heranreicht, aber dennoch seinen ganz eigenen Charme besitzt. Wer Resident Evil 4 bereits durchgespielt hat, sollte einen Blick riskieren, denn es gibt im Moment nichts Vergleichbares auf der Wii-Konsole. |
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Ich hab die PS2 Version. Also die GRAFIK ist Top!! Aber VIEL ZU SCHWER!! Ich bin noch nicht einmal im CENTRAL PARK. ps. Bin immer noch fur ps2welt.com
Noch nicht im Central Park? So lange dauert das doch auch wieder nicht.
Am Anfang fand ich bisher die Kletteraktionen an der Hauswand und die erste Autofahrt am schwierigsten.
Ich komme nicht aus dem Parkhaus….. Da kommt dieses Schlangen Zombie Ding….. Ich zieh mich raus…. und dann? Kommt dieses Ding wieder und wieder……. Finde einfach keinen Ausgang.
Du musst gerade aus und dich in ein Auto setzen. Dann den Sitz wechseln und zur nächsten Türe raus.
Ich habe das Spiel auch auf der Wii, leider nicht so mein Geschmack!
[...] Alone in the Dark (Wii) – Einiges wurde versprochen, viel hab ich mir davon erwartet – maßlose [...]