Jul 242008
 

Die Mutter (oder der Vater?) aller Shooter ist zurück! Rechtzeitig zum dreißigsten Geburtstag, legt Taito den Klassiker neu auf. Erstmal nichts besonderes möchte man meinen, denn über die Jahre wurden etliche Versuche gestartet, den Invasoren neues Leben einzuhauchen.

Doch den ganzen Space Invaders Klonen ging es nicht viel besser, wie einem Großteil der anderen halbgaren Remakes, die das Licht der Welt erblickten. Bis auf einige wenige löbliche Ausnahmen, hätte man die Oldies lieber ruhen lassen sollen. Ob das in diesem Fall auch zutrifft, lest ihr in unserem Review.

Am Anfang war…

Als das Original 1978 in die Spielhallen gekommen ist, war die Rollenverteilung noch ziemlich eindeutig: Die klar in der Überzahl befindlichen Ausserirdischen sind die Bösen und wollen alles zerstören, die Menschheit ist uneingeschränkt gut, heldenhaft (denn nur ein Raumschiff stellt sich der Übermacht) und versucht die Scharen in Schach zu halten. Diese Verteilung spiegelte sich auch im Spielverlauf relativ deutlich wider. Ganz unten am Rand steuert ein vereinsamtes Raumschiff von links nach rechts, während der Bildschirm nur so vor gegnerischen Einheiten wimmelt. Mehr als Salve über Salve gen Himmel zu feuern, blieb einem damals nicht übrig, das Stakkato der Laserstrahlen wurde nur durch die bedrohlichen Geräusche der Ufos unterbrochen.

Was macht nun ein gutes Remake aus? Es bewahrt die Qualitäten des Originals, baut darauf auf und erweitert sie um zeitgemäße Inhalte. Genau dies gelingt Space Invaders Extreme wie viel zu wenigen Titeln davor. Das eigentliche Spielprinzip bleibt unangetastet, das einzige was fehlt sind die Schutz-gewährenden Barrieren am unteren Bildschirmrand. Natürlich ist alles andere bunter, lauter und vielfältiger, aber gerade die Rückbesinnung auf alte Tugenden, macht dieses Spiel so besonders. Es kann von jedem einfach aufgegriffen und gespielt werden, ohne eine Erklärung. Wer sich aber mit den Feinheiten näher beschäftigen möchte, findet ein vielfältiges Bonus- und Extrawaffen-System vor, welches immer neue Vorstöße in höhere Regionen der weltweiten Bestenliste erlaubt.

Ein Erklärung des Ablaufs erübrigt sich nach der Einleitung oben, auf die neuen Features möchte ich hier aber noch etwas genauer eingehen. Alles dreht sich um Kombinationen, die entscheidenten Farben hierfür sind rot, blau und gelb. Jeweils vier in einer Reihe angeschossene Invasoren einer Coleur, lassen eine zeitlich begrenzte Extrawaffe fallen, vier weitere in einer anderen Farbe direkt hinterher, rufen ein Ufo in Regenbogen-Farben auf den Plan. Dessen Abschuss unterbricht das eigentliche Level und führt uns in eine kleine Extra-Stage, in der es gilt, ein bestimmtes Ziel zu erfüllen, etwa eine spezifische Anzahl Gegner abzuschießen oder eine vorgegeben Anzahl Sekunden zu überleben.

Ist diese Vorgabe erreicht, wird das unterbrochene Level nun im Fieber-Modus weitergespielt (ebenfalls zeitlich begrenzt). Hier ist man die gesamte Dauer mit einem besonders starken Schuss ausgerüstet und kann ordentlich Punkte absahnen. Je öfter dieser Fieber-Modus pro Stufe erreicht wird, desto mehr Punkte lassen sich auch sammeln, logisch. Wer nicht genügend gleichfarbene Aliens abschießt und somit keine Extrawaffen bekommt, läuft schnell Gefahr, von den Gegnerhorden überrannt zu werden. Diese lassen sich nämlich allerlei Gemeinheiten einfallen, um einem das Leben schwer zu machen: Sie erscheinen riesig groß oder winzig klein, besitzen Schutzschilde, explodieren oder drehen die schmale Seite dem Spieler zu. Am Ende jedes der elf Levels wartet zudem ein besonders hartnäckiger Endgegner auf sein Ende.

Weitere Besonderheiten sind die gelben Ufo, welche ein Roulette auslösen, hier können Extra leben, neue Spielmodi oder fette Punkte abgeräumt werden. Die weißen Invasoren unterbrechen eine Kombination übrigens nicht, sie lassen sich jederzeit gefahrlos beseitigen. Ab dem dritten Level teilen sich die Level in verschiedene Schwierigkeitsgrade, damit auch Anfänger nicht direkt gefrustet sind. Für einen genauen Überblick des Wertungssystems, schaut euch die offizielle Homepage an (siehe unten), dort ist alles sehr schön erklärt.

Die Anzahl der Levels und Extrawaffen mag auf den ersten Blick nicht viel hermachen, aber der Reiz liegt eben ganz woanders. Wie schon im Original ist Punkte sammeln das oberste Gebot, aus dem Vorhandenen das größtmögliche herausholen. Jedes Element wie Ufos und Schutzbarrieren (dieses Mal unter den Aliens) finden sich in einer erweiterten Funktion wieder. Neben den einfachen, aber cleveren Bestandteilen, sorgt vor allem die audio-visuelle Umsetzung für Wohlbefinden.

Wir bedanken uns bei Koch Media für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters. 

(Fazit weiter unten)

Game Facts

Entwickler: Taito
Publisher: Square Enix
Genrè: Action
USK: 6
Pegi: 3+
Multiplayer: 1 – 2 Spieler
Sprache: Multilingual
Preis: EUR 29,99 / CHF 48.-
Website: spaceinvaders-game.de

Review

Space Invaders Extreme

 
 
Beschreibung
Steuerung
Ziemlich geradlinig, ein Knopf zum feuern, das D-Pad zum lenken. Leider ist der spezielle Drehknopf-Controller für SIE und Arkanoid nicht in Deutschland erhältlich, mit ihm würde noch mehr Retro Feeling aufkommen.
Grafik
Knallig bunt, vollständig animierte Hintergründe und der Charme von Pixelgrafik bestimmen die Optik. Dicke Explosionen und mächtige Wummen fügen sich wunderbar in das Gesamtbild ein.
Sound
Musik und Soundeffekte gehen eine Symbiose ein und verschmelzen zu einem fast meditativen Erlebnis.
Spielspaß
Entweder nur zum Spaß durch die verschiedenen Stufen ballern oder gezielt auf Highscore-Hatz gehen, beides ist möglich und bringt gleich viel Vergnügen.

Sonstiges
+ Weltrangliste
+ Gegeneinander über WiFi (on- und offline)
In den USA für die Hälfte des Preises zu bekommen (neu)

86%

Fazit
Kurz gesagt: Space Invaders Extreme ist eines der besten Remakes bis zum heutigen Tag. Im Vergleich zum Original bleibt das Grundkonzept erhalten, durch die peppige Technik, die große Vielfalt der Gegner und Abschnitte, sowie dem tiefen Punktesystem, ist man auch auf lange Sicht gut bedient. Es vereint die Tugenden eines Oldschool Shooters, mit der Langzeitmotivation von Tetris und dem “Flow” von Lumines. Allerdings muss man schon Shoot’em Ups mögen, um auch bei SIE seinen Spaß zu haben, es ist alles andere als ein Puzzlespiel.

Galerie

Weiter zur Bildergalerie

Video

Hidden Text