Aug 262008
 

Vieles wurde auf der diesjährigen Games Convention gezeigt und präsentiert. Dabei wurden auch einige Aussagen betreffend Zukunft getätigt. Crytek mutmaßte beispielsweise, die nächste Konsolengeneration würde wahrscheinlich so um das Jahr 2012 erscheinen. Alex St. John ging überhaupt soweit zu behaupten, dass es bis spätestens 2020 überhaupt keine Konsolen mehr geben wird. Diese würden von „persistente Onlinewelten“ abgelöst. Als Chef einer Onlinespielefirma (Wild Tangent) verwundert mich dieses Statement jetzt nicht wirklich.

Aber welche Aussagen können die Spielezukunft betreffent tatsächlich heute schon getroffen werden? Was wird uns in Zukunft an Technik und Games erwarten?

Betreffend der kommenden Konsolengeneration halten sich die drei großen Hersteller bedeckt. Nintendo gibt zwar zu, „immer“ an der nächsten Hardware zu arbeiten. Bis auf Satoru Iwatas Aussage „Every hardware needs some revolutionary features“ sind Informationen zur nächsten Konsole jedoch sehr spärlich gesät.
Jack Tretton, Chef der amerikanischen Playstationniederlassung, meint überhaupt nur, dass es ein großer Vorteil Sonys sei, sich nicht in eine spezielle Richtung weiterentwickeln zu müssen. Weiters fügte er hinzu: „I don’t think the fact that we have a high-end machine keeps us from doing bite-sized casual entertainment.
Ginge es nach EA und Silicon Knights, sollte es in Zukunft überhaupt nur noch eine Standard-Spieleplattform geben. Dies würde den Publishern einiges an Entwicklungskosten ersparen, da aufwändige Portierungen auf andere Plattformen entfallen würden. Als Resultat könnten aufgrund dieser Kostenersparnis auch Spiele selbst günstiger werden, was uns Spielern zugute kommen würde. Sony, Microsoft und Nintendo weigern sich natürlich, eine solche Spieleplattform zu unterstüzen. Einerseits verdienen sie mit ihren Konsolen recht gut an den Lizenzgebühren, andererseits haben sie derzeit auch die Kontrolle, welche Spiele überhaupt auf ihren Konsolen erscheinen dürfen.

Fest steht also nur, dass die nächste Generation in den kommenden Jahren verfügbar sein wird. Dabei werden wir uns nicht nur über verbesserte Grafik an sich freuen dürfen; die Entwicklung geht vielmehr auch dahin, immer größere und realistischere Welten, welche größtmögliche Interaktivität bieten werden, zu erschaffen. Realistische Physik und Animation werden damit zum Standard gehören.

Ein Beispiel außergewöhnlicher Animationskunst kann man bereits jetzt bestaunen. Image Metrics, welche sich bereits für die Animation in GTA IV verantwortlich zeigten, kreierten die virtuelle Schönheit Emily. Solch perfekte Animation habe ich noch nie zuvor gesehen – aber bildet euch selbst ein Urteil:

Die Steuerung von Spielen rein durch Gedanken scheint auch immer näher zu rücken. Bereits Ende 2008 soll das EPOC-Headset von Emotiv zum Preis von 299$ erhältlich sein. Dabei mag man jetzt an Science-Fiction denken. Tatsächlich funktioniert die Steuerung per Gedanken aber bereits recht gut.
Um zu verstehen, wie eine solche Steuerung genau erfolgt, seht euch am besten die 3sat-Dokumentation „Games 2.0 – Der nächste Level“ an. Darin gibt es auch Interviews mit Peter Molyneux (Fable 2) und Will Wright (Spore), bei denen auch einiges zu den beiden genannten Spielen gezeigt wird. Auch Independent-Spiele kommen in dieser Dokumentation nicht zu kurz. Für jeden Interessierten 30 wirklich lohnenswerte Minuten.

Ob wir in Zukunft Spiele in 3D spielen und möglicherweise per Gedanken steuern werden, wird sich zeigen. Die Technik entwickelt sich rasend schnell weiter und die Konkurrenz der Hersteller untereinander ist groß. Bis zum Start der nächsten Konsolengeneration vergeht noch ein wenig Zeit. Zeit genug, um vielleicht einiges des oben Erwähnten zur Marktreife bringen zu können. Die Zukunft beginnt – genau jetzt!