Joshua J. Nimm, ein 11 Jahre alter Junge aus Johnson Creek, Wisconsin, wurde vergangenen Donnerstag mit einer Schusswunde im Kopf tot aufgefunden. Offenbar war es für den Jungen üblich, zu Hause mit einem scharfen Gewehr Kaliber .22 zu spielen, während er den beliebten Xbox-Shooter Halo imitierte. Das tragische Ereignis sei ein Unfall gewesen, ergaben die Untersuchungen der Polizei; das Kind habe nicht gewusst, dass sich trotz des entnommenen Magazins noch eine Patrone in der Waffe befand, woraufhin sich der Schuss löste.

Ob der Vorfall die althergebrachte Debatte um gewalttätige Videospiele in den USA neu anfachen wird, bleibt noch abzuwarten. Es wäre wohl ebenso natürlich, wie es das Spielen mit Waffen für kleine Jungs in Joshuas Alter ist – mit Plastikattrappen, versteht sich. Wieso das Kind alltäglich ungestörten Zugang zu einem geladenen Gewehr hatte, und dabei unbeaufsichtigt der Schule fernbleiben konnte, steht auf einem anderen Blatt. Hoffentlich fällt es nicht wie üblich zerknüllt unter den Tisch.

(via GameGrep)

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1 Klaus 6. September 2008 um 17:10

“Ob der Vorfall die althergebrachte Debatte um gewalttätige Videospiele in den USA neu anfachen wird, bleibt noch abzuwarten.”

Eine Debatte um das Vorhandensein einer demokratischen Wahl beeinflussenden Waffen-Lobby und der damit einhergehenden Liberalisierung des Waffenbesitzes wäre wohl eher angeraten.

Aber das Recht auf eine Waffe ist ja unantastbar…
…*würg*

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2 Rob 6. September 2008 um 18:04

Du hast es erfasst. Die Frage, wie so etwas passieren kann, wird natürlich auch an Politiker herangetragen, und die werden einen Teufel tun und Sätze wie “Das Problem könnte bei den viel zu lockeren Waffenbesitzrechten in diesem Land liegen”, oder “Das Verletzen der elterlichen Erziehungs- und Aufsichtspflicht ist ein Mißstand, dem wir durch sozialstaatliche Intervention gezielt und sinnvoll entgegenwirken müssen”. Denn so würde die Regierung nicht nur einräumen, vieles nicht richtig zu machen, sondern auch – wie du schon sagtest – eine der mächtigsten Interessengruppen der US-amerikanischen Politik vor den Kopf stoßen. Daher sind Sündenbocke natürlich immer besonders schnell willkommen, und Computerspiele sind da natürlich ein besonders komfortabler. Das ist bekanntlich auch hierzulande nicht anders, die einfachsten Lösungen sind schließlich immer noch die besten. Ein Zeigefinger hier, ein wenig populistisches Säbelrassen und leidenschaftlicher Verbotsaktionismus da, und schon ist die Öffentlichkeit vorübergehend beschwichtigt. Eine rationale, umsichtige Auseinandersetzung mit komplexen gesellschaftlichen Problemen bleibt allen erspart, ebenso wie die Verantwortung für mediale Aufklärung und Bildung, nicht zuletzt auch für Eltern.
Man merkt vielleicht, durch die aktuellen verbalen Eigentore von Joachim Herrmann und Hans-Peter Uhl reagiere ich wieder etwas empfindlicher auf das Thema.

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3 Roc 6. September 2008 um 22:37

Das Thema ist mir zu hoch >,>

Nehmen wir mal an, ein 18 Jähriger hat seinen Führerschein bekommen, rasst kurz später zu schnell in ein anderes Fahrzeug und ist tot. Vorher hat er Need for Speed gespielt.

Da zu schnell fahrende Jugendliche im Straßenverkehr ja “normal” sind und hier weder eine Schusswaffe noch ein “Killerspiel” im Lauf sind ist den Medien Need for Speed egal.

Wo rauf ich hinaus will ist, dass in solchen Fällen doch so wieso nur expliziet die Gewalt nutzenden Spiele angegriffen werden und das Medium Games an sich nicht oder? Das würde mich jetzt nämlich mal interessieren.
Wer ist der Bösewicht? Alle Games oder nur “Killergames”?

—————-

In dem Fall hier sehe ich nur eins…
Perrin Kaplan (letztens ein Bericht auf der WiiWelt)
Sie sagte doch, Eltern die Games Babysitterersatz sehen sollen kein Sex haben. … Fast in der Art sehe ich das hier auch ich beziehe mich hier auf “Aufsichtspflicht!” des Erziehungsberechtigten. Was waren das denn für Eltern und was für ein Kind?… … nein… nein …. nein ….

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4 Klaus 7. September 2008 um 01:17

Videospiele sind eben für manche alteingesessenen Terraner extaterrestrische Wesen, denen man die Einreise zwecks Vermeidung imperialer Großmachtgelüste mit gewaltätigen Mitteln verbieten muss. Unsere geschätzte Kulturlandschaft könnte ja geschwängert werden….und zu einem Bastard verkommen.

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5 spodaCado 8. April 2010 um 18:06

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