Was für ein politisches Klima brauchen Videospiele?


Eins vorweg: Man muss das nicht lesen. Und es ist nur ein Beitrag unter vielen. Wie beim Zeitungslesen ist das Leserverhalten strikt selektiv.

Die US-Wahlkampfmaschinerie wälzt sich schon seit Äonen von Jahren durch das von Bundesstaaten zerfurchte nordamerikanische Land, bevor überhaupt die ersten Kandidaten der Demokraten gekürt wurden. Doch bevor ich weiter mache und mehr Ärger entfachte, möchte ich wohlweislich herausstreichen, dass ich von Politik und der Welt keine Ahnung habe. Wie immer kann man sich unter dem Deckmantel eines „Blogs“ alles erlauben – nicht wahr?

Die Schlammschlacht zwischen McCain und Obama nimmt seinen Lauf, und als externer Beobachter kann man sich stellenweise nur angewidert weg drehen, um von dem ganzen Geschacher und den Hügelkämpfen Abstand zu gewinnen. Und das amerikanische Wahlvolk erscheint manchmal ebenso ambivalent, wie die von den Politikern zur Schau getragene windschiefe Meinungshaltung. Je nach Windrichtung verändern sich die Ideen und programmatischen Ausrichtungen, die einzige Messlatte des ideologischen Unterbaus ist die Stromschnelle der Wählergunst.

Doch kommen wir zum Punkt: Die Republikaner sind im Aufwind, nicht zuletzt dank der frisch gekürten Vize-Präsidentin Palin. Da sich infolge dieses Personalkarussells einiges zu Gunsten der Opponenten der Demokraten gedreht hat, wollen wir einmal schauen, für was die Frau eigentlich steht.

Sie ist eine Konservative. Das Wort „konservativ“ weckt manchmal ungute Assoziationen, was vielleicht nicht ganz korrekt ist. Doch in diesem Fall vielleicht schon. Die US-Wähler ächzen unter den horrenden Öl-Preisen. Ein Grund genug, um Öl-Bohrungen in Naturschutzgebieten in Alaska zu befürworten. Herrlich. Wir halten es immer für eine gute Idee, zugunsten von tagesaktuellen Problemstellungen die Nachhaltigkeit und Zukunftsträchtigkeit zu opfern.

Die Frau ist gegen Abtreibung (strittiges Thema, deswegen lassen wir das auch lieber im Weiteren unerwähnt), sie neigt zu Antipathien gegenüber Eisbären,  sie ist Mitglied einer namentlich hier nicht genannten Waffenlobby (sie ist populär und überaus einflussreich), ist also logischerweise gegen Verschärfungen beim Gesetz des Waffenbesitzes, und, das allerbeste, sie tritt gegen sexuelle Aufklärung in Schulen ein. Zurückhaltung bis zur Ehe ist der beste Schutz vor ansteckenden Krankheiten. In Schulen wird also dann für Enthaltsamkeit und ein asketisches Sexualleben plädiert, während die Zeit für Aufklärung und die Benutzung von Verhütungsmitteln wohl angebrachter wäre. Konservatismus pur. Und dann soll natürlich noch die biblische Schöpfungsgeschichte neben der Evolutionstheorie im Biologie-Unterricht Platz finden. Herrlich. Da ist man grade froh und erleichtert, dass die minderjährige Tochter der Frau schwanger ist. Wenn ich sie wählen müsste, dann allein aus diesem Grund (abgesehen vom zwanghaften Charakter).

Was hat das mit Videospielen zu tun? Nichts. Es ist nur manchmal interessant zu wissen, in welchem geistigen Klima sich ein Kulturgut befindet, und welche Auswirkungen es auf deren Entwicklung haben kann. Außerdem lässt das wohl auch keine Rückschlüsse zu, inwieweit das Wählerverhalten und die politischen programmatischen Manifeste das spirituelle Klima beeinflussen. Wir in Deutschland wälzen uns ja bekanntlich in unserer Weltoffenheit und unserem Liberalismus, belächeln die Amerikaner ob ihrer Rückständigkeit in bestimmten Sachfragen und vergessen, dass wir die mit Abstand strengsten Jugendschutzbestimmungen im Bereich der interaktiven Medien stolz unser Eigen nennen.

Die Welt ist eben weit komplexer und unverständlicher als wir das wahr haben wollen. Deswegen müssen wir uns aber nicht gleich umbringen. Jedenfalls nicht gleich.

(das Originalbild von LINK)

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Ein Kommentar zu “Was für ein politisches Klima brauchen Videospiele?”

  1. Jimbei says:

    Aha, ausnahmsweise Politik… Ich habe keinesfalls etwas dagegen, bloß glaube ich nicht, dass hier einige zu Diskussionen bereit sind (geschweige denn überhaupt diskutieren können). Ich will keine Reden schwingen, deswegen fasse ich mich zur gesamten momentanen Lage in Amerika kurz: Obama und McChain sind beides Marionetten. Wenn ich wählen müsste, dann würde Obama für mich das weitaus größere Übel darstellen. Von Obama hat keine Sau je was gehört, und das hat auch einen Grund: Er wurde von den Lobbyisten bewusst finanziell gepusht, damit er ihr Mann in der Politik sein kann. Er hatte noch kein einziges Amt inne und hat keinerlei Führungsqualitäten, mehr noch, sein Puppenspieler ist Brzezi?ski, der auf einen Krieg mit Russland und China aus ist. Von “Change” kann keine Rede sein, unter seiner Führung wird alles noch viel schlimmer für die Amerikaner als es jetzt ist. Er hat bereits bestätigt, dass er die Truppen NICHT aus dem Irak abziehen wird und sogar bereit ist, den Iran anzugreifen.

    Zu McChain:
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/07/mccain-ein-haufen-unterwrfiger-deutsche.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/06/mich-schauderts-sollte-mccain-unser.html
    Zu der Vize-Kandidatin:
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/09/mccains-vize-kandidatin-sarah-palin.html
    Zum Ölpreis:
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/06/der-hohe-lpreis-ist-wieder-so-eine.html
    Zwar vom Januar, aber dennoch allgemein interessant zu lesen:
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/01/ein-us-soldat-sagt-wie-es-wirklich-ist.html

    “Die Welt ist eben weit komplexer und unverständlicher als wir das wahr haben wollen.” – Genau aus diesem Grund kann man sich nur über Blogs informieren. Echte Infos kriegt ihr nirgends, weder im Fernsehen, noch in der Zeitung. Denn sonst hättet ihr im Fernsehen vor einiger Zeit schon mal den Namen “Ron Paul” mal gehört.

    Wenn ihr glaubt, mein Beitrag ist unpassend, dann löscht ihn. Mittlerweile habe ich keine Probleme damit. ( ^ ^ ) Aber lest euch zumindestens das zu McChain durch – es ist die nackte Wahrheit.

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