Gerhard

Soulcalibur Legends Review / Test


Um den Thron des Beat’em-Up Genres kämpfen seit Jahren Spiele wie Virtua Fighter, Tekken, Street Fighter, Mortal Kombat, Super Smash Bros., Dead or Alive und Soul Calibur. Letzteres konnte sich seit Anbeginn seiner Entstehung im Jahre 1995 behaupten und gegen die zahlreich auftretenden Genre-Kollegen durchsetzen. Einen etwas anderen und neuen Weg geht SOULCALIBUR Legends, was man vielleicht auch schon daran merkt, dass der Name zusammengeschrieben wird. Legends ist ein Action-Spiel im Stile von Ninja Gaiden, bei dem die Hauptcharaktere Gänge entlang rennen, um es anschließend mit Gegnermassen aufzunehmen. Das bedeutet, dass es sich vom ehemaligen Spielprinzip verabschiedet und versucht eigene Wege zu gehen. Das gelingt leider nicht so ganz, wie man sich das vorstellen mag.

Im Mittelpunkt steht unser blonder Protagonist Siegfried, der die Intelligenz scheinbar nur mit einem kleinen Löffel gegessen hatte, als sie ausgeteilt wurde. Er stößt nämlich auf das sagenumwobene Schwert Soul Edge, das er ohne zu überlegen an sich nimmt und dadurch ein Portal des Bösen öffnet, über das zahlreiche Monster auf die Erde stürmen. Natürlich ist er selbst daran Schuld und muss seine Dummheit ausbaden, bekommt dabei jedoch von anderen bekannten Charakteren Unterstützung. Das bedeutet also, dass ihr nicht nur die Kontrolle über Siegfried habt, sondern auch etwa Astaroth, Mitsurugi, Ivy und Sophitia. Die Kämpfer können jederzeit getauscht werden, was besonders bei kritischen Lebensanzeigen sehr hilfreich sein kann. Während Siegfrieds Streifzüge durch Europa, Asien und Afrika, muss er fehlende Fragmente von Soul Edge finden, die von starken Oberbösewichten bewacht werden. Aufgeteilt werden die jeweiligen Missionen in sogenannte Quests, die euch im Durchschnitt rund 10 bis 15 Minuten beschäftigen. Das ist natürlich auch ein positiver Aspekt, da sich die durchaus langweilig und monoton gestalteten Level nicht sonderlich abwechselnd gestalten.

Die Spielwelt und die einzelnen Quests sind auf einer Weltkarte gekennzeichnet, die locker flockig auswählbar sind. Vor und nach den Kämpfen wird die Geschichte des Spieles in ellenlangen Textdialogen fortgeführt, die von der Aufmachung und Gestaltung sicherlich recht gut sind. Doch es ist einfach nur anstrengend in den Dialogen Fuß zu fassen, da eine zusätzliche Sprachausgabe während den Textpassagen mit Sicherheit angenehmer gewesen wäre. Ein paar Rollenspielelemente sind auch integriert, wie etwa das Aufsteigen eines Ranges oder die Verbesserung der Waffen.

In eurer Kampfeslust und Schnetzelwut macht ihr ordentlich von der bewegungssensitiven Steuerung Gebrauch. Denkt man anfangs noch mit Schaudern daran, weil man durch bisherige Spiele auf der Wii-Konsole abgestraft wurde, gestaltet sich das Gameplay als überraschend gut. Mit dem Analogstick des Nunchuks werden die Kämpfer ganz normal bewegt und mit der Wiimote auf die Gegnerhorden eingedroschen. Die Aktionen werden durch bestimmte Muster ausgeführt, wie etwa eine Linksbewegung oder einen Schwenk in eine andere Richtung. Generell scheint das Repertoire auf den ersten Blick ausgefeilt zu sein, hinkt nach einer längeren Spielzeit aber durch seine fast nicht vorhandene Vielfalt, da man immer dazu neigt, die Wiimote wahllos zu schütteln. Bestenfalls sind Unterschiede bei den spielbaren Charakteren sichtbar, da helfen auch die Combos nicht. Trotzdem muss es angemerkt werden: Die Steuerung ist sehr genau und direkt, was die Beat’em-Up Wurzeln schon vermuten lässt.

Einen sehr großen Kritikpunkt bekommen die bereits angesprochenen Levels und die Gegner. Die ersten Auseinandersetzungen mit den Monstern sind spaßig, keine Frage. Das Blatt wendet sich mit zunehmender Zeit und Fortschritt gewaltig, denn es sind fast immer die gleichen Gegner, die aus dem Boden schießen und vor allem die gleichen Verhaltensregeln anwenden. Um es mit milderen Worten auszudrücken: Sie sind einfach strohdoof. Immerhin versprechen die Endgegner Abwechslung in das langweilige Leben eines Soul Calibur Kämpfers zu bringen. Pompös in Szene gesetzt sind sie, meist auch sehr fordernd und ausgewogen. Die Levels, Räume, Dungeons, Welten, etc. sind so eintönig, dass selbst Chuck Norris keine andere Möglichkeit mehr sieht, als aufzugeben. Es wirkt, als wurden die Levels nach einem Baukastenprinzip zusammengesetzt. Mal dort eine Tür, dann hier ein Fass mit einem Goodie und da hinten ein Schalter – vielleicht noch etwas garniert mit ein paar matschigen Texturen und Fackeln. Des Weiteren ist es immer wieder der gleiche Ablauf, den ihr ihr bestreiten müsst. Ihr betretet ein Level, geht den linearen Weg entlang, schaltet die Gegner aus, und fangt wieder von vorne an.

Eine nette Dreingabe ist der Gruppenmodus, der maximal zwei Spieler zulässt. Dort findet ihr die einzelnen Modi CO-OP, Wettkampf und Gegen. Letzteres klingt zwar komisch, doch dort kommt etwas Soul Calibur  Feeling auf, da ihr in fast gewohnter Beat’em-Up Manier bis zum bitteren Ende kämpft. CO-Op ist, wie der Name schon vermuten lässt, eine Möglichkeit, um mit einen weiteren Spieler gemeinsam gegen die fiesen Monster anzutreten. Im Wettkampf treten beide Spieler in einer Quest gegeneinander an und versuchen möglichst viele Punkte zu erhaschen.

Kommen wir zu der zweischneidigen, technischen Präsentation. Die Charaktere und Endgegner sind hübsch animiert, für Wii-Verhältnisse einigermaßen detailliert und nett anzusehen. Anders hingegen die stumpfen Gegnertypen und die monotone Spielwelt. Matschige Texturen, unspektakuläre Effekte und lieblose Details. Das ist leider ein Manko, das die bekannte Detailverliebtheit der Soul Calibur-Reihe gnadenlos in Grund und Boden schickt. Dazu gesellt sich die störrische Kamera, die euch oft die Sicht auf relevante Dinge versperrt. So kann es durchaus öfters vorkommen, dass ihr eines Todes sterbt und nicht wisst, warum das gerade passiert ist.

Ähnlich sieht es auch beim Sound aus. Einige Musikstücke sind zwar durchaus lieblich, das meiste Gedudel nervt nach einer kurzen Zeit meist schon, genauso wie der immer wieder auftauchende Kampfschrei der Charaktere. Ansonsten sind die vorhandenen Soundeffekte nicht der Rede wert, und die Sprachausgabe kann trotz ihrer guten Synchronisation nicht überzeugen, da es zu wenig Sequenzen gibt, die die Atmosphäre auflockern.

(Fazit weiter unten)

Wir bedanken uns bei Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.

Game Facts

Entwickler: Bandai Namco 
Publisher: Ubisoft 
Genré: Actionspiel
USK: 12
Pegi: 16+
Multiplayer: 1-2 Spieler
Sprache: Deutsche Texte (Multi 5)
Preis: EUR 59,99 / CHF 80.-
Website:

Review SOULCALIBUR Legends  
 
Beschreibung
Steuerung
Sehr genaue und präzise Steuerung, die leicht von der Hand geht, mit der Zeit an einigen Ecken aber zu eintönig wird.
Grafik
Matschige Texturen, langweilige, lieblos gestaltete Levels, dafür aber detaillierte Endgegner und hübsche Charakteranimationen.
Sound
Das geht ja mal gar nicht. Der Sound spiegelt keine Persönlichkeit wieder. Weder bei der Musikrichtung noch bei den Soundeffekten.
Spielspaß
Nach rund 6 Stunden ist der Spaß vorbei, auch wenn dieser eindeutig in den Keller wandert, da die angesprochenen Kritikpunkte den Nebel der Monotonie entfachen lassen.
Sonstiges
+ Cooler Mehrspielermodus für zwei Spieler
+ Bekannte Charaktere
- Textpassagen mit langatmiger Story
- Kamera ein Graus

68%

Fazit
Das bei vielen Spielern heiß ersehnte SOULCALIBUR Legends kam und verbaute sich mit zahlreich vorhandenen Fehlern selbst eine rosige Zukunft in den Laufwerken der Wii-Konsolen. Angefangen von der trägen Technik bis hin zu den lieblos gestalteten Levels und langweiligen Kämpfen. Aus der sehr erfolgreichen Beat’em-Up-Reihe wurde ein Action-Adventure, was natürlich ein besonders hohes Risiko für die Entwickler darstellt. Zu empfehlen ist das Spiel für kurzweilige Abenteuer zwischendurch, da die durchschnittliche Quest-Länge mit 10 bis 15 Minuten recht attraktiv ist. Wer weiterhin ein richtiges Soul Calibur möchte, sollte lieber zum kürzlich erschienen Soul Calibur IV für die Xbox 360 und PlayStation 3 greifen.

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7 Kommentare zu “Soulcalibur Legends Review / Test”

  1. Jimbei says:

    Mir ist nur ein Fehler ins Auge gesprungen: Ihr verlinkt auf eine falsche Website. ( ^ ^ )”

  2. Jimbei says:

    Und noch was: Sagt mal, wie kriegt man so geniale Screenshots eines Wii-Spiels hin? Schön scharf, ohne sichtbares Aliasing. Gibt es dafür irgend sowas wie eine Filter-Anlage? Ich habe von sowas keine Ahnung, aber ich würde so etwas kaufen, wenn ich nur wüsste, nach was ich suchen müsste – und ich suche schon sehr, sehr lange.

  3. Sebastian says:

    Danke, habe den Fehler entfernt.

    Wenn man Screenshots oder Videos aufnehmen möchte, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine ist etwa einen USB Video Grabber zu kaufen, die gibt es in verschiedenen Ausführungen auch zu einem schmalen Preis.

    Eine andere Lösung ist, wenn man eine TV-Karte im PC hat, wie etwa Pinnacle.

    Solche Screenshots bekommt man leider nie hin, da diese direkt von den Entwicklern stammen und “geschönt” sind. Hätten wir selbst welche integriert, dann würde man das fehlende AA deutlich sehen. Also lassen wir das und nehmen die uns zur Verfügung gestellten ;-) .

  4. Sonic7 says:

    Ich fans Cool. bzw Spiele es immer noch und *Sound:
    Das geht ja mal gar nicht. Der Sound spiegelt keine Persönlichkeit wieder. Weder bei der Musikrichtung noch bei den Soundeffekten.*
    Also Die Musik zum Spiel fand Ich sehr Gut. Kamera Ist schlecht und die levels koenten schon mehr deteiliert sein. Aber es gibt Heutzutage KEINE solchen Spiele mehr. Es ist das EINZIGE. sont muss man immer ehwige nervige Raetsel loesen bis man weiter kommt. siehe zb*Lego Indiana Jones* das kann Ich ja gar nicht.

    Also Ich finde das ein ganz normales spiel *Viel Potenzial verschenkt* … Gegner verkloppen und ins naechste Level. So wars bei Double Dragon, Final Fight ja auch. und all den SNES Games.

  5. Sebastian says:

    Wobei man die Wertung natürlich auch nicht unbedingt als schlecht ansehen muss. Bei vielen ist ein Spiel schlecht, wenn es unter 90% bekommt.

    Solche Spiele hat man früher sicherlich häufiger gespielt, aber es waren eben auch andere Anforderungen an ein Spiel, wobei das nicht schlimm wäre, wenn ein Entwickler ein 2D-Action-Spiel entwickeln würde. Das würden wir alle begrüßen. Das Problem bei Soulcalibur Legends ist eher, dass es kein Beat’em-Up ist und scheinbar ein Testversuch war.

  6. Jimbei says:

    Sebastian: Ich meinte vielmehr eine Lösung, sein Videosignal aktiv zu “verschönern”. Also mit Antialising oder sowas in der Art. Ich will beispielsweise, dass meine Wii-Titel Kantenglättung haben, denn das könnten sie gut gebrauchen, aber ich weiß nicht, was man dazu braucht. Ist es etwa eine TV-Karte, die ich dafür brauche? In jedem Falle denke ich, dass das Signal erst über meinen Rechner gehen muss.

  7. Sonic7 says:

    Ja das wahr 100 Prozentig ein test versuch oder ne Tech-Demo. Trotzdem gibts soche Spiele zu Wenig. naja ein beat em Up mit Schwertern hallt.

  8. [...] SoulCalibur Legends (Wii) – Kaum ein Spiel hat die Dreamcast bzw. das neue Millenium für mich so geprägt, wie das [...]

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