Um es kurz zusammenzufassen: Auch an diese Film-Umsetzung wird sich in ein paar Monaten niemand mehr erinnern. Aber wer ein Freund von scrollenden Platformern mit simplen Kampfeinlagen ist, kann weiß Gott an schlimmere Genre-Vertreter geraten. Die unfassbare Stärke des grünen Koloss kommt auf dem kleinen Display niemals wirklich zur Entfaltung. Stattdessen sorgt ein besonderes Gameplay Element, welches frappierend an die Fässer aus den Donkey Kong Country Teile erinnert, fast im Alleingang für den gesamten Spielspaß. Die Figur des Hulks wäre zwar beliebig austauschbar, aber das tut dem relativ kurzen Vergnügen keinen Abbruch.

6/10

Wir bedanken uns bei Sega für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsmusters.

(Interesse geweckt? Die gesamten Details gibt es nach dem Klick.)

 

Der Unglaubliche Hulk (Nintendo DS)
Entwickler: Edge of Realty/Amaze
Publisher: Sega

Die DS Version unterscheidet sich logischerweise komplett von den anderen. Eine offene Welt wie Xbox 360 und Co. zu bieten haben, ist auf dem kleinen Handheld einfach nicht machbar. Folgerichtig haben sich die Entwickler also dazu entschlossen, das Geschehen von der Seite zu zeigen, wobei sämtliche Modelle im Spiel in 3D gerendert sind. Während nur die Objekte im Vordergrund zum Teil zerstörbar sind oder eine Delle bekommen, sind auch sämtliche Details im Hintergrund dreidimensional dargestellt. Dadurch wir trotz der eigentlich flachen Ansicht ein Gefühl der Tiefe erzeugt.

Was wir mochten:

+ Die Zerstörung ist im Vergleich zu den anderen Konsolen nicht ganz so effektreich, aber im Rahmen der Möglichkeiten wurde gute Arbeit geleistet. So gut wie jedes Element auf dem Bildschirm kann einmal geschlagen werden und verändert sich optisch. Die Animationen und Effekte (wackeln des Screens) vermitteln ein befriedigendes Gefühl bei der Verwüstung.

+ Phänomenal ist die Übersicht in den Levels. Zu jedem Zeitpunkt kann pausiert und mit dem Stylus durch die gesamte Stufe gescrolled werden. Dieses Feature sollte ab sofort Standard in Spielen dieser Art werden.

+ Der Hulk ist sehr agil, kann in alle Richtung angreifen und die Gegner auf diverse Arten aus dem Weg räumen. Sei es durch Prügel mit der Faust, einem herumliegenden Gegenstand (Fels, Auto, Hubschrauber), durch die Luft katapultiert mit speziellen gelben Ringen oder einfach mit einem Hüpfer auf die Rübe. Dir R-Taste dient als Modifikator für die Rage die im dem grünen Giganten schlummert, jede Bewegung bekommt so mehr Schmackes. Sei es ein Sprung (höher) oder ein Schlag (stärker, Gegner schneller Tod).

+ Die Handlung des Films wird nur in einigen wenigen Zwischensequenzen erzählt, diese sehen dafür verteufelt gut aus. Nach anfänglich wenig optischer Abwechslung in den ersten vier Levels, wird danach viel geboten fürs Auge. Lose angelehnt an die Zelluloid Vorlage schlägt man sich durch jeweils zehn Stufen in (der Reihe nach) Alaska, Brasilien und den USA.

Nicht gefallen hat uns:

- Bei einem Treffer ist die Resonanz einfach zu gering. Der Hulk blinkt kurz ohne nach hinten geschleudert zu werden, das war’s. Dadurch ist die Verwirrung besonders zu Beginn des Spiels recht groß und das Ableben ereilt einen schneller als einem lieb ist. Mit zunehmender Dauer gewöhnt man sich zwar an diesen Umstand, dennoch wäre zumindest ein Geräusch beim Abzug von Energie Pflicht gewesen. Umso ärgerlicher ist dieser Umstand, da es keine Rücksetzpunkte gibt. Nach dem Ableben heisst es gnadenlos wieder zurück auf Los.

- Es gibt keine Möglichkeit, die Kugeln (bzw. Angriffe generell) der Gegner abzuwehren. Entweder sie fliegen hoch genug, dass wir uns ducken können oder es ist ein Rhythmusgefühl notwendig, um in den kurzen Feuerpausen bis zur Ursache des Problems vorzudringen. Wenn nur eine Feind zu sehen ist, klappt dies meist auch ganz gut. Doch sobald mal etwas mehr los ist, kann ein Verlust von Lebensenergie nicht mehr vermieden werden.

- Das Levedesign wird Opfer des geringen Repertoires an Bewegungen. Zwar ändern sich die Umgebungen ab dem fünften Level sehr häufig, was für Abwechslung sorgt, doch leider ist das Layout sehr ähnlich. Ganz furchtbar sind die Schwimmpassagen, die so garnicht weder zum Charakter noch zum Rest des Spiels passen. Oder habt ihr den Hulk schon jemals schwimmend im Wasser gesehen?

- Es sind bereits alle möglichen Schläge ab dem ersten Level verfügbar, somit fällt die Motivation etwas freizuspielen weg. Lediglich der in jeder Stufe versteckte Gegenstand, jeweils ein neuer Look für den Hauptcharakter, sorgt für ein wenig Abwechslung zum prügeln, ist aber meist zu leicht zu finden. Ein Level ist erst dann komplettiert, wenn zusätzlich zu dem Fundstück alle Gegner besiegt wurden. Ist dies der Fall, färbt sich die Auswahl auf der Karte grün, allerdings scheint es keinerlei Belohnung für das Bewältigen dieser Aufgabe zu geben.

Alles in allem verpasst Der Unglaubliche Hulk nur knapp die sieben Punkte Marke. Mit mehr Abwechslung in den Levels, besseren Verstecken und mehr Items zum sammeln, hätte die Langzeitmotivation sicher noch einen Tick nach oben geschraubt werden können. In dem Zustand wie es ist, dürfen Genre-Fans ab einem Preis von €10,- gerne zugreifen. Es ist wirklich kein schlechtes Spiel, aber eben auch kein großartiges.

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