Gerhard

Brothers in Arms Double Time Review / Test


Bei den Zweiten Weltkriegs-Spielen gibt es etwa drei Haupt-Fraktionen, die um die Gunst der Käufer buhlen. Natürlich einmal die allseits beliebte Call of Duty-Reihe, die Medal of Honor-Serie und Brothers in Arms. Während sich die ersten beiden mit dem stetigen Durchmarsch durch die Artillerie vergnügen, bietet Brothers in Arms mehr als nur durch den Schlamm robben. Action gepaart mit taktischen Elementen hebt die Reihe von der Konkurrenz deutlich ab. Nachdem die NextGen-Plattformen mit Brothers in Arms Hells Highway beglückt wurden, erfährt die Wii-Konsole mit Double Time ein Kriegserlebnis mit packender Atmosphäre.

Bei Brothers in Arms Doule Time handelt es sich nicht um ein neues Spiel, sondern um die ersten beiden Teile Earned in Blood und Road to Hill 30, die bereits vor einigen Jahren auf dem PC, der PS2 und der Xbox landeten. Allgemein betrachtet gibt es fast keine Unterschiede zwischen den beiden Version, außer, dass es inhaltlich zwei verschiedene Storys gibt. Anzumerken bleibt vor allem, dass es sich um zwei wahre Geschichten handelt, die damals im Zweiten Weltkrieg passiert sind. Während der Entwicklung der Spiele waren übrigens richtige Insider beteiligt, wie etwa ehemalige Soldaten und Historiker. Das war auch zwingend nötig, um eine ernsthafte Authentizität zu erwirken.  Die beiden Spiele konnten zwar damals Wertungen von 80% bis 90% erzielen. Doch wie es bei der Wii-Konsole immer so ist, muss man dort ziemliche Abstriche bei der Technik machen.

Zwei Soldaten, ein  Szenario

In Road to Hill 30 übernehmt ihr das Kommando von Matthew Baker, der mehr oder weniger unfreiwillig in die Rolle des Gruppenanführers schlüpft. Er springt gemeinsam mit zwölf weiteren Kameraden der 101st Airborne im Juni 1944 mit einem Fallschirm über der Normandie ab und landet hinter feindlichen Linien, um eine geplante Landung am Utah Beach vorzubereiten. Die Zwischensequenzen sind wunderhübsch in Szene gesetzt und lassen Kino-Atmosphäre aufkommen. Baker wird in seiner Story knapp 8 Tage von uns begleitet.

Bei Earned in Blood liegt der Hauptfokus auf Bakers Kumpane Sergeant Joe “Red” Hartsock, der die letzten Schlachten Revue passieren lässt. Fortan wird er von euch gesteuert und durchlebt die Kriegstage aus seiner Sicht, während er von einem Reporter interviewt wird. Was dann folgt, sind Rückblendungen von Hartsocks Einsätzen und die Kontrolle über sein eigenes Team.

Taktik ist besser als Tic Tac

Die Brothers in Arms Reihe hat  vom Spielerischen her mit den Konkurrenz-Produkten nicht viel gemeinsam. Klar, ihr rennt durch die Levels, um Missionen zu erledigen und Gegner zu töten. Doch die Kämpfe besitzen Taktik, die gerne selbst von euch interpretiert werden darf. Die Levels sind quasi so aufgeteilt, dass die Gegner festgenagelt werden und man selbst über die Flanke an die Gegner herantritt, um sie auszuschalten. Das bedeutet, dass Alleingänge fast immer mit dem eigenen Tod honoriert werden. Die eigenen Truppen kennen verschiedene Befehle, die sie ausführen können. Das wichtigste Utensil ist der Befehlsring, der mit dem Betätigen einer Taste auf dem Spielfeld erscheint und an beliebiger Stelle platziert werden kann. Ist dies geschehen, machen sich die unter unserem Befehl stehenden Kameraden auf den Weg und positionieren sich an dem festgelegten Fleck. Damit es weitergeht, kann man entscheiden, ob die Gegner mit Sperrfeuer angegriffen oder direkt von den Soldaten gestürmt werden sollen. Das Tolle daran ist, dass über den Gegnern Kreise erscheinen, die den Grad der Behinderung durch Sperrfeuer anzeigen. Ist ein Kreis etwa knallrot, dann können sie ungehindert alle über den Haufen schießen. Ist der Kreis hingegen grau, kann man sich fast frei bewegen, während die feindlichen Soldaten Schutz hinter ihrer Deckung suchen.

Zusätzlich kommt eine taktische Ansicht zum Einsatz, die jederzeit aufrufbar ist. Die Umgebung wird in einem größeren Umfeld betrachtet, das mit dem Controller schwenkbar ist. In der Ansicht tauchen die Gegner und die eigenen Kameraden auf, so dass taktische Möglichkeiten planbar sind. Ab und zu geht dabei auch die Übersicht verloren.

Das ganze System funktioniert zum größten Teil sehr gut und geht leicht von der Hand. Dennoch sind die Kameraden und besonders die Feinde ziemlich doof. Man kann vor ihnen stehen und in der Zwischenzeit ein Kartenhaus aufstellen, nachdem man vorher eine halbe Stunde mit den Karten gespielt hat. Obwohl die KI Einbußen hinnehmen muss, sind die Spiele vom Schwierigkeitsgrad her in einigen Situationen ziemlich schwer. Speichern geht nur an festgelegten Orten, bleibt aber dennoch immer fair.

Der wahrscheinlich größte Kritikpunkt an den Spielen ist ihre nicht vorhandene Abwechslung. Ihr müsst immer wieder nach dem gleichen Schema verfahren. Erst die Gegner ausfindig machen, die Kameraden befehligen, dass sie die Fieslinge festnageln sollen. Und anschließend macht man sich auf den Weg und flankiert sich den Weg frei. Zudem regt das Leveldesign nicht groß zum Überlegen an, da die Hindernisse bzw. die Schutz bietenden Objekte immer genau wie hingeworfen aussehen. Ihr habt es schon erraten: Die Leveles sind durch und durch linear.

Leider musste der Online-Modus aus unverständlichen Gründen weichen, was nicht nachvollziehbar ist, da Online-Shooter einfach fehlen. Ob es mit der geringen Leistung oder aber dem größeren Aufwand zu tun hat, sei mal dahin gestellt.

Klar ist, dass die Wii-Konsole bei der Technik Abstriche machen muss, da einfach eine für die heutige Zeit technisch nicht ausgereifte Konsole herhalten muss. Daher erwartet euch ein Gesamtbild, das von fehlendem Anti Aliasing, unscharfen Texturen und gelegentlichen Framerate-Einrüchen geplagt wird. Letzteres aber tritt zur Überraschung nicht oft auf. Generell muss man sagen, dass das Spiel für die Gegebenheiten der Wii-Konsole ziemlich gut aussieht, wie etwa die vielen Gräser, die sich im Wind wiegen. Auch begeistern die Explosionen der Granaten und die ordentlichen Animationen. Was uns aber so richtig gefallen hat, waren die Spiegelungen im Wasser.

Eines der größten Mankos einer Wii-Umsetzung ist oftmals die Steuerung, bei der auch die beiden Spiele keine Ausnahme machen. Leider ist das Handling des Fadenkreuzes und der Umsicht sehr träge und manchmal auch zu spontan. Wenn eine Handgranate geworfen wird, muss die Wiimote standesgemäß “geworfen” werden. Leider verdreht sich der ganze Bildschirm dabei wahllos und lässt den Protagonisten gen Himmel blicken. Was uns auch sehr enttäuscht hat, sind die Trefferbereiche der Feinde. Manchmal kann man einem Soldaten direkt ein ganzes Magazin ins Auge feuern, der sich dabei überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lässt. Dann kommen aber auch solche Situationen auf, bei denen man um Meter den Fiesling verfehlt und er plötzlich stirbt.

Vom Sound her sind die beiden Portierungen grandios und bringen das Drama auf den Schlachtfelder gekonnt herüber. Auch der Soundtrack ist orchestralisch angehaucht und lässt Gänsehaut entstehen. Zweischneidig hingegen ist die Sprachausgabe, die zwar tolle Sprecher bietet, aber irgendwie blechern klingt.

(Fazit weiter unten)

Wir bedanken uns bei Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.

Game Facts

Entwickler: gearbox Software 
Publisher: Ubisoft 
Genré: Egoshooter
USK: Keine Jugenfreigabe
Pegi: –
Multiplayer: 1 Spieler
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 59,99 / CHF 80.-
Website: brothersinarmsgame.com

Review Brothers in Arms Double Time  
 
Beschreibung
Steuerung
Die Steuerung ist leider misslungen und sehr sperrig. Es kommt kein richtiges Gefühl für die Waffe und das Fadenkreuz auf.
Grafik
Bis auf die gewohnten Wii-typischen Abstriche ist die Grafik recht hübsch geworden und weiß vor allem mit Reflexionen und üppigen Gräsern zu gefallen.
Sound
Bombastischer Soundtrack mit orchestralischer Untermalung kann den superben Soundeffekten die Hand reichen. Einzig die Sprachausgabe klingt blechern.
Spielspaß
Wer auf Zweiter Weltkrieg-Shooter spielt, wird auch hier viel Spaß haben. Abwechslung gibt es aber praktisch nicht.
Sonstiges
+ Zwei verschiedene Spiele
+ Mehr Realität durch wahre Geschichte
- Kein Multiplayer
- Dumme KI

65%

Fazit
Zweiter Weltkrieg-Shooter machen auch vor der Wii-Konsole nicht halt und lassen mit Brothers in Arms Double Time ein ganz passables Doppelpack zurück. Die von uns genannten Kritiken, wie etwa die viel zu ungenaue Steuerung, die dumme KI und die fehlende Abwechslung sind nicht sonderlich gut auf den Spielspaß zu sprechen, allerdings zu verschmerzen. Immerhin bekommt man zwei Spiele zum Preis von einem, durchlebt die relativ spannenden Geschichten zweier Soldaten, bewegt sich in einer Spielwelt mit hübscher Grafik und knalligem Soundtrack, und bekommt eine beklemmende Atmosphäre spendiert.

Galerie

Weiter zur Bildergalerie

Guter Artikel? Dann kannst du bookmarken, twittern und mehr.

  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Add to favorites
  • email
  • StumbleUpon
  • Twitter

Ähnliche Artikel:

  1. Brothers in Arms: D-Day Review / Test
  2. Brothers in Arms Hell’s Highway Review / Test
  3. Brothers in Arms DS Review / Test
  4. Neues Brothers in Arms steht vor der Tür
  5. Brothers in Arms-Macher in Not

Ein Kommentar zu “Brothers in Arms Double Time Review / Test”

  1. Wiibrator says:

    Warum immer wieder die Steuerung ach menno das macht doch kein Spass mehr.

  2. [...] of Honor eine der wichtigsten Zweiter Weltkrieg-Spielereihen. Die neuesten Produkte Double Time (Test) und Hell’s Highway (Test) blieben allerdings stark hinter den Erwartungen zurück. Vor allem [...]

  3. [...] of Honor eine der wichtigsten Zweiter Weltkrieg-Spielereihen. Die neuesten Produkte Double Time (Test) und Hell’s Highway (Test) blieben allerdings stark hinter den Erwartungen zurück. Vor allem [...]

  4. [...] Action / Ego-Shooter Publisher: Ubisoft Release: 02.10.2008 Reviews: Gamgea VN:F [1.3.3_672] bitte warten…Rating: 0.0/10 (0 votes cast) 0 [...]

Hinterlasse einen Kommentar

Twitter User?
Falls du einen Twitter-Account hast, kannst du dich mit deinem Twitter-Login bei gamgea.com anmelden und kommentieren.

Free Sprint phones for sale | Thanks to CD Rates, Reverse Phone and Registry Software | Gadgets