Niemand hat in der Schule damals gern aufgepasst – und dennoch lernte man für’s Leben. Oder für den Nintendo DS und Crazy Machines. Jean Pütz, seines Zeichens Wissenschaftsjournalist, präsentiert das Knobelspiel voller Ehre und ziert die Packung mit Gesicht und Unterschrift. Denn eines weiß der Mann: Worauf es ankommt, ist Köpfchen zu beweisen. Für Physikexperten eine Herausforderung, für Anfänger ein hilfreiches Lehrmittel, welches spielerisch beweist was in einem steckt. Als Nachfolger des PC-Spiels ist es den Entwicklern tatsächlich gelungen, zahlreiche Rätsel erfolgreich ins Hosentaschenformat zu transferieren.
7/10
Wir bedanken uns bei dtp Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsmusters.
(Interesse geweckt? Die gesamten Details gibt es nach dem Klick.)
Crazy Machines (Nintendo DS)
Entwickler: FAKT Software GmbH
Publisher: dtp Entertainment AG
Vor vier Jahren begann Crazy Machines es sich auf unseren heimischen PCs bequem zu machen. Seitdem ist der Puzzlespaß kaum noch wegzudenken und fest im Herzen vieler Fans verankert. dtp Entertainment hat nun dafür gesorgt, dass die Franchise auch auf dem Nintendo DS ansässig geworden ist.
In dem wissenschaftlichen Knobler geht es darum, physikalische Experimente zu ergänzen oder zu verändern und in Gang zu setzen. Eine bestimmte Aufgabe muss jedoch immer erfüllt werden: So müssen meist Kerzen angezündet oder Bälle in eine markierte Zone befördert werden. Dies ist wahrlich nicht immer eine Leichtigkeit. Einige Zusammenstellungen sind kinderleicht, andere wiederum beanspruchen viele Stunden des Spielers – wenn sie nicht gar schlaflose Nächte bereiten. Für jedes gelöste Rätsel gibt es ein dickes Plus auf dem Punkte-Kontostand. Wer besonders schnell ist oder auf Bauteile verzichten kann, der darf sich sogar über einige Extrapunkte freuen. Hat der Spieler ein Experiment erfolgreich bestanden, so ist dies am grünen Haken auf dem oberen Bildschirm zu erkennen. Insgesamt 100 Knobeleien stehen allein im Rätsel-Modus zur Verfügung. So schnell kommt also keine Langeweile mehr auf!
Was wir mochten:
+ Der jeweils aktuell erreichte Spielfortschritt wird mitsamt der Punktzahl direkt im Hauptmenü angezeigt. Bis zu drei Profile können angelegt und somit direkt zu Beginn verglichen werden. Man muss also nicht allein rätseln, sondern darf auch mit Freunden und Familie teilen.
+ Der schnauzbärtige Professor sorgt mit Witz für reichlich Sympathie und führt den Spieler perfekt in die Welt der Physik und der Experimente ein. Direkt zu Beginn wird erklärt, welches Bauteil welche Funktion hat. Die zugehörigen Beschreibungen können immer wieder aufgerufen werden, damit man sich nicht allzu schnell verloren fühlt. In den früheren Levels erklärt der Professor, der etwas an den Spielpaten Jean Pütz erinnert, ebenfalls genauer wie man am besten zum Ziel findet. Die wichtigsten Bauteile des jeweiligen Versuches werden mit gelben Pfeilen markiert. Alt und jung sollten sich so bestens zurechtfinden.
+ Wer ein Rätsel erfolgreich abgeschlossen hat, kann sich den Lösungsweg des Professors anzeigen lassen und vergleichen, wer von beiden über mehr Gehirnmasse verfügt.
+ Löst man besonders geschickte oder schwierige Aufgaben, erhält man Zertifikate (z.B. “Geschicklichkeitsgeselle”). Dies kurbelt den Willen und die Denkkraft natürlich an und motiviert den Spieler.
+ Im Action-Modus kommen sogenannte Action-Bauteile zum Einsatz. Diese zeichnen sich durch den Einsatz des Mikros (Luftballons anpusten) und des Touchscreens (Kurbeln drehen, Bälle anstossen) aus.
+ Mit dem integrierten Baukasten kann jeder Tüftler eigene Experimente erstellen und per drahtloser DS-Datenübertragung Freunde herausfordern.
Nicht gefallen hat uns:
- Rätsel an denen man ewig zu knabbern hat, darf man leider nicht überspringen und später erneut versuchen. Die Experimente müssen in der vorgegebenen Reihenfolge gelöst werden. Dies kann besonders dann schnell zu Frust führen, wenn auch Freunde nicht weiterhelfen können. Bisher ist in den Weiten des Internets auch leider noch keine Komplettlösung zu finden, an der man sich orientieren könnte.
- Zwar können selbst erstellte Rätsel untereinander getauscht werden, aber ansonsten ist leider kein Multiplayer-Modus integriert. Das finden wir schade, hätte man sich doch prima auf Zeit duellieren können.
- Die Grafik ist simpel und übersichtlich, aber leider auch etwas von gestern. Die Entwickler hätten sowohl den Objekten als auch dem Professor einen etwas moderneren Look verpassen können. Auch der Hintergrund der einzelnen Level wirkt mit seinem gewollten Detailreichtum manchmal etwas störend.
Wer wirklich mal wieder seinen Kopf gebrauchen möchte und von Games a la Dr. Kawashima bereits die Nase voll hat, der darf getrost zu Crazy Machines greifen. Das Spiel ist nicht perfekt und besonders die nicht gegebene Möglichkeit des Level-überspringens trübt die Langlebligkeit etwas. Aber dennoch überzeugen die gut durchdachten und wissenschaftlich korrekten Experimente und fordern die grauen Zellen jedes Besitzers heraus. Ob jung und unerfahren oder alt und offen für interessantes Neues: Was Jean Pütz hier empfiehlt, wird sich auf Dauer schon rentieren.
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Danke für den Test. Erstmal: “Für Physikexperten eine Herausforderung” stimmt wohl nicht so ganz, denn es hat ja nicht wirklich was mit echter Physik zu tu, geschweige denn das man irgendwelche physikalischen Berechnungen nutzen könnte um das Spiel zu lösen. Wohl eher spielt viel Rumprobieren eine große Rolle. Und Zweitens: Wo ist der alte Wertungskasten?
das erinnert mich sehr an “the incredible machine” welches es damals für PC gab. hach – muss ich mir fast kaufen! :)
Zum ersten Kritikpunkt:
Man braucht die Levels nicht hintereinander zu spielen. Innerhalb eines Kapitels kann man die Levels ohne Probleme wechseln, auch wenn man nicht weiter kommt. Man kommt zum nächsten Kapitel wenn man mind. 5 Levels eines Kapitels inkl. dem letzten Level geschafft hat.
Ausserdem gibt es die Fanpage (siehe Webseite) wo man nach Hilfe fragen kann. Und es gibt dort schon einen Teil der Komplettlösung.
Zum zweiten Kritikpunkt:
Auf Zeit duellieren macht keinen Sinn wenn einer schon das Level kennt ;)
@CreatorX: Natürlich hat das Spiel nichts mit physikalischen Berechnungen zu tun, aber dennoch mit physikalischen Gesetzen. Und jemand, der diese bereits verinnerlicht hat, kommt sicherlich auch leichter mit den Rätseln zurecht. ;) Zum Wertungskasten: Wir arbeiten momentan auf Hochdruck an der Seite und dem Review-System. Eine endgültige Methode wird sich wohl in den kommenden Wochen herauskristallisieren.
@Belab: Im regulären Rästelmodus muss man die Level hintereinander spielen. Im Action-Modus mag das etwas anders aussehen, ja. Die Fanpage ist uns ebenfalls bekannt. Zum Zeitpunkt als das Review geschrieben wurde, stand keine Komplettlösung auf der Seite. Lediglich eine Ankündigung dieser zum diesjährigen November war ersichtlich. Und der Multiplayer würde selbstredend eigene Level fordern, das ist klar. (:
Zum Bewertungskasten: Ich trenne mich nur ungern davon, da er die Reviews übersichtlich gemacht hat und auch relativ schick aussah. Trotzdem ist es Zeit an einer Neuorientierung. Wir verändern uns im Laufe des Novembers schlagartig und daher werden einige Features gekürzt, weitere hinzukommen, es kein ndswelt und Co. mehr geben *hust* *zuvielverrat* und natürlich die Reviews eine andere Aufmachung bekommen.
So wie es aussieht, bleiben sie so, wie ihr sie jetzt bei diesem Review seht. Wir haben uns gedacht: Warum eigentlich immer das Fazit und die Bewertung am Ende? Was den Leser interessiert, sind doch die beiden Dinge, und deshalb haben wir auch beide Einheiten an den Anfang genommen. Wer dann noch interessiert ist, kann gerne weiterlesen.
Und wie euch sicherlich auch aufgefallen ist, gibt es ab sofort keine Prozentzahlen mehr, sondern nur noch Punkte auf einer 10er Skala. Was bringts schon, wenn man 83% oder 84% vergibt. Das ist nichtsaussagend.
Kein NDSWelt und Co, wo es doch so schön übersichtlich ist? Das wäre ja schrecklich! Naja, vielleicht wird es ja trotzdem ganz gut…
omg diesen professor gibt es ja in der realität :O