Nov 252008
 

Nachdem ich nun jeden einzelnen Titel mit viel Blut, Schweiß und Tränen ausprobiert habe (1. weil das Zeitlimit eine Bitch ist und 2. weil die Xbox nach jedem Rückwurf ins Menü die Liste aller Titel ewig lang neu einladen muß), lässt sich ein erstes Fazit wie folgt an:

Es ist viel Schrott unter den mittlerweile 53 Veröffentlichungen, keine Frage. Aber die wirklich guten Spiele sind es absolut wert gekauft zu werden. Sie bereichern die Neue Xbox Erfahrung und rechtfertigen schon alleine die Existenz des Service. Wirklich positiv ist die sehr kurze Prüfphase, fast täglich erscheinen mehrere neue Titel. Wenn erstmal alle Länder, die bisher noch ausgeschlossen sind, Zugriff haben, wird die Auswahl bald enorme Ausmaße annehmen. Negativ ist, dass es einerseits zu Abstürzen kommt und dass es keine Möglichkeit für automatische Updates gibt. Wenn eine neuere Version erscheint, muss die alte gelöscht und die neue von Hand herunter geladen werden. Das ist aber alles im Rahmen und lässt sich verschmerzen, was tut man nicht alles für gewagte Spielkonzepte.

In den folgenden Tage bekommen die Highlights noch ihre eigenen Artikel spendiert, in diesem Beitrag wird alles andere aufgelistet, was noch einen Blick wert ist. Der Name verlinkt immer auf den Eintrag der XNA Homepage, dort gibt es alle Fakten, Screenshots und bei vielen Games ein Video zu sehen. Los geht’s:

BIOLOGY BATTLE – Wer von Geometry Wars nicht genug bekommen kann, erhält hier für 800 Microsoft Points das identische Gameplay mit besserer Grafik und fetteren Extrawaffen. Auch Biology Battle hat Online Ranglisten zu bieten, sowie aus Mangel an Achievements ein eigenes Trophäen-System. Der stärkste Punkt aber ist der Offline-Multiplayer. Hier stehen satte zwölf Modi zur Verfügung, die sehr unterschiedlich sind und in gemütlicher Runde sicher eine Menge Spaß bereiten dürften.

StarPilot -Von den beiden Snake Klonen ist dieses das ambitioniertere Projekt. Hier übernehmt ihr ein Raumschiff aus einer Auswahl mit unterschiedlichen Attributen und versucht, die Gegner in euren StarTrail zu locken. Das geht sowohl per Link mit mehreren Xboxen als auch online für bis zu zehn Spieler. Neben dem normalen Deathmatch gibt es beispielsweise auch einen Modus, in dem Münzen gesammelt werden müssen oder einen, in dem ihr einfach nur gemütlich Bilder in den Sternenhimmel malt. Items, Challenges für Einzelspieler und die sehr gute optische Präsentation sind über dem Standard vieler anderer Titel.

Totem – Optisch und spielerisch das beste Puzzlespiel, mit einer komplett neue Idee des Match Konzepts. Immer zwei gleiche Totems müssen zusammenkrachen, entweder wenn der zweite von oben herunterfällt oder wenn zwei sich bereits berühren und ein anderer für den nötigen Aufprall sorgt. Die Totems lassen sich vertikal beliebig verschieben, horizontal dürfen nur die an der höchsten Stelle nach rechts oder links wandern. Diverse Extras lassen sich am Rand auswählen und erleichtern das Anpassen. Schnarschige Naturen sollten allerdings hiervon die Finger lassen, denn bereits die einfachsten Stufen erfordern wieselflinke Reflexe.

Easy Golf – Leicht zugängliches Golfspiel, das sehr an den XBLA Titel Golf: Tee It Up! erinnert. Auch Easy Golf kann online mit bis zu vier Spieler gezockt werden. Was es aber dem Arcade-Release voraus hat, ist ein vollwertiger Kurs-Editor! Wer Golf mag und immer neue Plätze möchte, ohne dafür zu latzen, ist hier an der richtigen Adresse.

Word Soup – Die Aufmachung ist bunt, aber ausser Buchstaben wird optisch nichts geboten. Das ist auch garnicht nötig. Denn es geht schlicht darum, die längsten Wörter für die höchste Punktzahl zu suchen. Und wer das gerne tut, gute Englischkenntnisse vorausgesetzt, findet in den drei Modi mehr als genug Spiel fürs Geld. Gibt’s auch für PC (teurer!) inklusive Demo.

Colosseum – Ein Arena-Prügler mit Waffen. Dank knapp 200 MB der größte Download, dementsprechend hoch ist auch die Produktionsqualität. Bis zu vier Spieler können gegeneinander antreten, durch die Optimierung der Charaktere und die diversen Objekte, die in Challenges verdient werden können, kommt eine leichter Rollenspiel-Charakter ins Spiel. Die Optik glänzt dank Cel-Shading Look, alle Schläge/Combos der vier Kampfstile werden mit dem rechten Analog-Stick ausgeführt. Die bunten Tasten lösen Spezialattacken oder Zaubersprüche aus. Leider ist die Demo zu kurz, um ein umfassendes Bild zu bekommen, aber Colosseum scheint recht gut zu sein.

Duotrix – Auch ein Tetris Klon darf nicht fehlen, dieser hat einen interessanten Twist. Die Steine fallen von unten und oben gleichzeitig in zwei separate Felder, werden aber gleichzeitig gesteuert. Wenn jeweils drei gleiche Farben sich berühren, verschwinden sie. Das sorgt schnell für Verknotungen im Hirn, ist dank diverser Combos aber interessant genug, um Fans von Puzzlespielen längerfristig zu fesseln.

Brain Party – Bietet haufenweise Aufgaben, nicht nur für das Gehirn. Auch kleine Puzzlespiele sind mit dabei, die in einer gute Mischung vorliegen. Die Aufmachung ist durchweg gut gelungen, wer auf diese Art Spiele steht und auch gerne mit bzw. gegen Freunde vor der Konsole antritt, wird hier für kleines Geld sehr gut bedient.

Endless Swarm – Wer das Upgrade-System der Türme aus Tower Defense gerne mal in einem Shooter erleben möchte (im Geiste von Missle Defense), findet mit Endless Swarm eine adäquate Herausforderung. Acht Türme, drei starke Superkräfte und ein offline Koop-Modus sind ausreichende Zutaten, um die Jagd nach immer neuen Highscores nicht so schnell langweilig werden zu lassen.

sin(Surfing) – Reitet auf einer Sinuswelle und vollführt Stunts. Trotz simpelst Präsentation überraschend spaßig. Gut für eine Runde Highscorejagd zwischendurch, das Tricksystem ist nicht furchtbar komplex, aber ausreichend. Leider werden die Wellen nicht zu der eigenen Musik gerendert, wie etwa bei Vib Ribbon.

Fruit Attack – Ist Columns mit interessantem Quest Modus, in dem spezielle Aufgaben warten. Es kann auch gegen den Computer oder einen zweiten Spieler angetreten werden. Wer das Konzept mag, darf ausprobieren, alle anderen sind schnell gelangweilt.

SatellitesDeflektor vom C64 trifft auf Schach, so lautet die Kurzbeschreibung. Ziel ist es, den Laserstrahl in die gegnerische Basis umzulenken. Die Satellit haben jeweils andere Fähigkeiten und können unterschiedlich weit ziehen. Ist erstaunlich gut ausbalanciert, sehr günstig und vor allem zu zweit ein großer Spaß.

Planet Delta – Typische Match-Three Action, mit etlichen Spezialbällen. Die Kugeln bleiben nicht überall liegen, sondern rollen bergab. Aber die Art, wie sie ins Spielfeld hineinbefördert werden, ist besonders. Je länger der Knopf gedrückt wird, desto weiter rollte er auf der Schiene links am Rand und oben. Anfangs bekommt man den Landeplatz noch angezeigt, nach einiger Zeit muss man sich auf sein Gefühl verlassen. Auf dem Weg zum Ziel dürfen verschiedene Wege eingeschlagen werden.

Funky Punch XL – „Marky Mark and the Funky Punch“ war mein erster Gedanke, als ich den Titel laß. Dieses Prügelspiel ist der zweitgrößte Download bisher mit 150MB. Es sieht optisch sehr okay aus, verfügt über 12 Charaktere, neun Stages und fünf Modi, inklusive Zwei-Spieler Online-Versus. Da ich nicht gerade der größte Fan dieses Genres bin, lässt sich die Tiefe des Kampfsystem nur schwer einschätzen. Für 400 Microsoft Punkte scheint der Gegenwert in Ordnung zu gehen.

Oh Snap – Wer billig an einen Lumines Klon kommen will, kann sich Oh Snap mal etwas genauer anschauen. Das Spielprinzip ist genau gleich, minus all der optischen und akustischen Bonbons. Dafür sind die verschiedenen Skins sehr kreativ geraten und für einen Preis von 200 Microsoft Points wird man gut unterhalten.

Being – Ist der einzige Platformer bisher und erinnert frappierend an die Shareware Titel der frühen Neunziger. Außer springen gibt es ein leichtes Sammel-Element (Schlüssen für Türen, Münzen). Die ganze Präsentation hat einen seltsamen Charm und für 200 Microsoft Punkte wird sich jeder, dem die Demo gefällt, weiterhin seine warmen Mahlzeiten leisten können.

Tail Gun Charlie – Etwas schwer zu erklären, stellt euch vor ihr spielt Galaga von unten. Die Gegner fliegen in einer festen Formation, stoßen aber alle paar Sekunden in eure Richtung vor. Von Zeit zu Zeit tauchen Extras für stärkeren Schuß oder mehr Geschwindigkeit auf, viel Abwechslung wird aber nicht geboten. Wie immer gilt: Wem die Demo zusagt, darf ruhigen Gewissens zugreifen. Ihr bekommt einen ordentlichen Arcade-Shooter, der sogar mit vier Spielern kooperativ angegangen werden kann.

SMASHELL – Ihr steuert eine Kugel, die lediglich springen kann. Ziel ist es, mit einer bestimmen Menge Energie (kann wieder aufgefüllt werden) und drei Leben, so viele Punkte wie möglich zu ergattern. Diese erhält man, in dem die umherfahrenden Gegner mit einem beherzten Sprung auf die Rübe erledigt werden. Von Zeit zu Zeit auftauchende Schalter lösen Extras und Upgrades aus, Luftströme befördern euch hoch in die Lüfte. Nicht unglaublich gut, aber auch nicht abgrundtief schlecht. Mal was anderes eben.

SpaceCombat – Multiplayer 3D Arena Shooter mit Cell-Shading Optik für bis zu acht Spieler (auch online). Quasi Asteroids aus der Ego-Perspektive.

Nicht anzuschauen hingegen braucht ihr euch die folgenden Titel:

Bloc (Geometry Wars meets Guitar Hero, schnell eintönig), Cubage (Rubiks Zauberwürfel ohne Schnickschnack), Fuel Depot 360 (langweiliger Shooter), Lines (wieder Lumines, aber dieses Mal als Kreuzung mit Pipe Mania), Poker Ball (Breakout mit Pokerelemente, wird zu schnell zu hektisch), Organon (3D Shooter, doof), Rift (sau hässlich, Geometry Wars Style, auch Zeitstop Funktion macht es nicht besser), UAV Wars (Shooter mit furchtbarer Steuerung, die sich nicht anpassen lässt), Dokee and the Musical Rain (selbst kleine Kinder, für die es programmiert wurde, finden es wahrscheinlich kacke), painball (Minimalst-Optik, Mikro-Gameplay), Abstacked (nochmal Columns, aber schlechter)Hidden Text