Über 10’000 Programme im App Store, davon ein Grossteil Games: Apple wurde praktisch aus dem Nichts innerhalb von Monaten zum direkten Konkurrenten von Nintendo und Sony. Das Interesse grosser Publisher an iPhone & Co. zeigt zudem, dass es sich nicht nur um eine Plattform für Minispiele handelt.

Super Monkey Ball von SEGA ist auf dem iPhone ein Erfolg.
Super Monkey Ball von SEGA ist auf dem iPhone ein Erfolg.

Wer hätte das gedacht? Nachdem Spieler endlos hin- und her diskutiert hatten, ob der Nintendo DS oder die PSP das Handheld-Rennen machen würde, platzt plötzlich ein Dritter in die Runde. Apple bietet auf dem iPhone, dem iPod Touch und der neusten Nano-Generation ebenfalls Spiele an. Genauer gesagt, die Plattform für Dritte, um Spiele zu veröffentlichen. Und im Gegensatz zu früher sind diese Games erwachsen geworden. Anstatt popeliger Minispiele finden sich starke 3D-Spiele, interessante Steuerungs- und Eingabekonzepte und eine Auswahl, die jeden PSP- und DS-Besitzer vor Neid erblassen lässt.

Apples Erfolg kommt nicht von ungefähr
Manch einer könnte vermuten, dass Apple quasi per “Zufall” die richtigen Schleusen geöffnet hat und jetzt dank dem Engagement von

Von einfachen Spielen wie der Schach-Variante Shredder...
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Drittherstellern auch im Gamesektor stark wächst. Eine falsche Vermutung. Auch wenn das Spielen mit Sicherheit kein zentraler Aspekt bei der Entwicklung des iPhones war – Games gehören zum Konzept. Dafür spricht schon alleine der starke 3D-Grafik-Chip von Imagination. Und Apples Greg Joswiak stellt im Interview mit M!Games klar: “Während des Entwicklungsprozesses hatten wir Spiele auf dem iPhone tatsächlich im Hinterkopf.” Er sei aber trotzdem überrascht, dass sich die Plattform so schnell etablieren konnte, meint Joswiak weiter. Tatsächlich ist der Erfolg überragend: Tausende von Spielen sind innerhalb von wenigen Monaten im App Store veröffentlicht worden. Auch wenn nicht alle qualitativ hochwertig sind, bleiben doch unzählige Titel, die zumindest ein Antesten durchaus rechtfertigen. Und nicht zu vergessen: Viele Games sind komplett gratis verfügbar.

Die Erfolgsfaktoren

Apple hat im Vergleich mit Nintendo und Sony einiges anders gemacht. Anstatt Entwickler mit teuren Hardware-Anschaffungen und komplizierter Lizenierungen auszubremsen, steht die Plattform quasi für jedermann offen. Was sich bei PSP und DS im Graubereich der Homebrew-Szenen abspielte, läuft im App Store ganz selbstverständlich mit der Unterstützung Apples ab.

  • Freier Zugang für Dritte und private Entwickler: .. ist ein zentraler Punkt der Erfolgsstory ‘iPhone Games’. Praktisch jeder, der ein Spiel entwickeln möchte, kann dies auch tun. Apple bietet dazu ein Entwicklungskit, die Veröffentlichung im App Store passiert offenbar relativ unbürokratisch – nur so lassen sich die über 10’000 Anwendungen und Spiele im Store erklären. Apple setzt auf den sich selbst regulierenden Markt: Was die User mögen, wird von ihnen entsprechend bewertet, gekauft und runtergeladen. Die Unternehmen und Programmierer passen ihr Angebot entsprechend an. Ganz anders Sony und Nintendo: Die Homebrew-Szene wird ausgeklammert, das gewaltige Potenzial aussen vor gelassen.
  • Einfachst möglicher Zugang zu den Games: Glaubt man gewissen Insidern, gibt es bereits in einigen Jahren keine Games mehr physikalisch zu kaufen. Die rein digitale Schiene ist zu attraktiv – und Apple fährt sie heute bereits zu 100%. iPhone Spiele kann man nicht im Laden kaufen, es gibt sie nirgends physisch zum Anfassen. Dafür lädt man sie bequem via iTunes vom PC/Mac oder, noch bequemer, via Wifi direkt vom Gerät. Der Zugang über den App Store ist funktional, einfach und lädt zum Surfen ein – auch wenn man grad im Bett liegt und noch ein bisschen Zeit hat, bevor man sich definitiv schlafen legen sollte. Auf diese Weise habe ich schon so manchen Franken liegen lassen. Praktischerweise können die Hersteller ihren Produkten via App Store auch Updates zukommen lassen, zum Beispiel Bugfixes für kleine Fehlerchen oder neue Levels für ein Puzzlespiel.
  • Spielen, einmal anders: Ähnlich wie der Nintendo DS oder die Wii überzeugt auch das iPhone mit alternativen Eingabe- und Steuerungsmöglichkeiten. Allen voran trumpft der Touchscreen als interessante Eingabemethode auf: Entwickler können aus jedem Bereich auf dem Screen einen Button zaubern – und zum Beispiel nur dann erscheinen lassen, wenn der Spieler ihn braucht. Beliebt sind Games, die den Bewegungssensor des iPhones nutzen. Das perfekte Beispiel für ein iPhone-Game ist deshalb Super Monkey Ball. Es verfügt über eine gute und schnelle 3D-Grafik und nutzt den Sensor auf perfekte Art und Weise. Aber auch Kamera und gar Mikrophon lassen sich einsetzen.
  • Brauchbare Preise für “richtige” Spiele: iPhone-Spiele kosten, wenn sie nicht gar gratis verfügbar sind, im Durchschnitt um die 5-7 Franken (4-5 Euro). Ein durchaus vertretbarer Preis wenn man bedenkt, wieviel PSP oder DS Titel kosten, die oft nicht viel mehr bieten.
  • Das iPhone kann mehr: Bei all den Vorteilen geht gerne vergessen, dass die Spiele ja eigentlich nur ein “Nebenprodukt” sind. Aber sie vervollständigen iPhone und iPod Touch zur perfekten mobilen Unterhaltungsmaschine. Natürlich, auch die Playstation Portable spielt Filme und MP3s ab. Aber dem Vergleich mit dem iPhone hält sie nicht stand – schon nur, weil man alle Spiele auf UMDs mitschleppen muss und der Zugang zum Playstation Store deutlich mühsamer ist.

Auch die Grossen interessieren sich für das iPhone

...bis hin zu 3D-Shootern wie Brothers in Arms: Die Vielfalt wird grösser.
...bis hin zu 3D-Shootern wie Brothers in Arms: Die Vielfalt wird grösser.

Zugegeben, in Sachen Vielfalt mangelt es dem App Store noch etwas. Der Grund liegt auf der Hand: Aufwändige Games mit detailreicher 3D-Grafik schüttelt man nicht eben aus dem Ärmel. Das iPhone hat aber das Potenzial, auch das Interesse der grossen Publisher wie Activison, EA oder Ubisoft auf sich zu ziehen. Eine Umsetzung des PC- und Wii-Spiels De Blob ist bereits erschienen; ebenso eine abgespeckte und auf das iPhone zugeschnittene Variante von Spore. Hudson bringt exklusiv eine Bomberman Variante (Bomberman Touch: Legend of the Mystic Bomb). Und, last but not least, der ultimative Beweis, dass iPhone Games massentauglich und voller Potenzial sind: EA veröffentlicht sein neustes Need for Speed Machwerk namens Undercover fürs iPhone (was zugegebenermassen nichts über die Qualität aussagt, aber trotzdem).

Alles in allem lässt sich getrost sagen, dass auf uns Gamer eine interessante Zukunft wartet. Gamgea.com berichtet in Zukunft regelmässig über neue iPhone Spiele und Perlen aus dem reichhaltigen Fundus des App Stores.

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{ 12 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

lakeshore Dezember 4, 2008 um 17:04

Vor Neid erblassen? Tausende Spiele?

Da sind wohl die Phantasien des Autors mit ihm durchgegangen. Sicher, ich spiele gerne auf dem iPhone und es hat meinen DS eigentlich abgelöst, aber an meine DS-Spiele reicht die Vielfalt und meist auch Qualität noch nicht heran. Der RPG-Bereich ist z.B. komplett inexistent auf dem iPhone (abgesehen vom gefühlt 100 Jahre alten Vay). Fire Emblem würde ich sehr gerne sehen und natürlich die etlichen Variationen von Final Fantasy. Immerhin kommt jetzt Puzzle Quest und ein FF/CC- Tower Defense-Spiel. Auch gibt es noch keinen brauchbaren Kart-Racer, keinen brauchbaren Flipper, kein brauchbares Echtzeit – oder rundenbasiertes Strategiespiel und überhaupt kein Aufbauspiel (vergleichbar z.B. mit Siedler, Age of Empires oder Anno) usw..

Ich bin eigentlich überzeugt, dass sich das bis zum nächsten Sommer/Herbst entsprechend entwickeln wird. Bedenken habe ich allerdings bei der Preisgestaltung. Können überhaupt “große” Spiele auf dem iPhone herauskommen, wenn 10 Dollar als Höchstpreis angesehen werden? Oder wird das iPhone deshalb zur Casual-Hölle verkommen, die maximal als Restabfall Portierung anderer Konsolen erhalten wird?

Antworten

Jörg Neißer Dezember 4, 2008 um 17:50

Ja Moment, wieso hat das iPhone deinen DS abgelöst, wenn doch auf dem Nintendo Gerät die besseren Games erscheinen?

Antworten

Simon Lutstorf Dezember 4, 2008 um 18:20

@lakeshore: Die Tausende von Spiele sind keine Erfindung, sondern Fakt. Auch wenn ein Grossteil davon Minigames ist. Ansonsten steht ja im Artikel, dass im Moment die Vielfalt noch zu wünschen übrig lässt. Da braucht der Markt schlichtweg noch Zeit, um sich anzupassen. Wenn klar ist, dass das Volk RPGs will, dann wird sich auch einer finden, der sie anbietet. Angebot und Nachfrage :)

Was die Preisgestaltung angeht, so gebe ich dir recht: Die könnte früher oder später ändern.

Antworten

mds Dezember 4, 2008 um 21:51

Da braucht der Markt schlichtweg noch Zeit, um sich anzupassen.

Ohne Tasten sind den möglichen Spielen auf dem iPhone/iPod Touch leider Grenzen gesetzt – «Soft Keys» auf dem Touchscreen sind für verschiedene wichtige Genres bestenfalls eine Notlösung. Wann gibt’s den iPod Touch speziell fürs Gamen?

Antworten

mds Dezember 4, 2008 um 21:53

Können überhaupt “große” Spiele auf dem iPhone herauskommen, wenn 10 Dollar als Höchstpreis angesehen werden?

Solange man Spiele vor dem Kauf nicht ausprobieren kann, ist ein Preis von USD 10 eigentlich bereits zu hoch … sobald man Spiele ausprobieren darf, kann der Preis durchaus höher sein.

Antworten

Jörg Neißer Dezember 4, 2008 um 21:59

Es gibt doch einige Games als kostenlose “Lite” Version, was quasi einer Demo gleichkommt.

Antworten

ch777 Dezember 10, 2008 um 16:17

Das iPhone wird vor allem der PSP noch schwer zu schaffen machen. Mittlerweile gibt es beinah überhaupt kein Argument mehr für die PSP. Das iPhone kann alles, was die PSP kann, nur besser. Bis auf die Grafik natürlich. Die ist aber für ein Gerät, dass nicht fürs reine Spielen entwickelt wurde, beachtlich.
Für Nintendo bleibt zu hoffen, dass sie auch die Zeichen der Zeit erkennen und ihre Entwicklungsumgebungen für WiiWare etc. gratis anbieten und den Zugang erleichtern.
Um fürs iPhone programmieren zu können, hab ich mir extra nen Mac Mini für 500€ geholt. Ist nur ne Frage der Zeit, bis ich das erste App fürs iPhone fertig hab. Wär schön, wenn das bei Nintendo auch so einfach wäre.
Für Sony ist da der Zug schon längst abgefahren…

Antworten

Christian Dezember 11, 2008 um 09:58

Ich hätte nicht wirklich erwartet dass sich das IPhone tatsähclich zu einem konkurenten für die PSP entwickelt… nur steht das Iphone der PSP eigentlich in nicht all zu viel nach. Die Spiele sehen ehrlich gesagt auch ganz gut aus. Allerdings frage ich mich wie man z.B. nen Shooter auf dem Iphone steuern will, oder z.B. nen Rennspiel?

Antworten

MacMacken Dezember 11, 2008 um 10:26

Allerdings frage ich mich wie man z.B. nen Shooter auf dem Iphone steuern will, oder z.B. nen Rennspiel?

Deine Frage ist berechtigt und bislang gibt es darauf noch keine überzeugenden Antworten. Einige Spiele verwenden den Lagesensor, das heisst man steuert durch Drehen/Neigen/usw. des iPhones/iPods Touch, andere verwenden Soft-Tasten auf dem Touchscreen.

Antworten

lakeshore Dezember 11, 2008 um 12:39

Rennspiele ist etwas ungenau in der Bedeutung. Gerade Spiele wie Raging Thunder oder Fastlane lassen sich durch die Neigung sehr gut, genau und natürlich steuern. Bei Asphalt und GTS World Racing klappt das dagegen nicht so gut.

Bei Shootern verwendet der Geometry Wars-Klon 2079 ein Konzept, was mit Neigung für Steuerung und virtuellem Analogstick für die Schussrichtung erstaunlich gut, sogar fast ideal, funktioniert. Es ähnelt damit auch der Steuerung der DS-Variante, wo man ja mit dem Stylus die Schussrichtung bestimmt und mit dem D-Pad die Bewegung. Das neue Dropship hat auch ein sehr interessantes Konzept.

Für Flugsimulationen und 3D-Weltraumballerteile ist die Neigungssteuerung ebenfalls sehr gut.

Spiele wie Mouse About oder Puzzloop funktionieren dagegen ausschließlich per Touch, was ebenso gut funktioniert wie z.B. auf dem DS mit Stylus. Fieldrunners spielt sich sogar 1.000x besser als vergleichbare Spiele auf dem DS.

Wo es hakt sind Spiele, die wirklich auf Genauigkeit und Buttons angewiesen sind. Jump’n'Runs gehen z.B. gar nicht. Leztens kam ein Amiga-Port raus und der ist quasi unbedienbar. Button-Smasher haben es ebenfalls schwer. Mit Kroll und Hero of Sparta scheint das aber gut umgesetzt worden zu sein. Und Crash Bandicoot Nitro Kart 3D spielt sich wg. der fehlenden Buttons deutlich schlechter als Mario Kart auf dem DS.

Naja, Fazit: Ebenso wie beim DS müssen die Hersteller schauen, was sie mit der Plattform machen können. Beim DS hat es ziemlich lange gedauert, bis die Spiele wirklich gut wurden und viele haben krampfhaft versucht, irgendwelche Stylus-Geschichten einzubauen, die überhaupt nicht funktioniert haben. Gerade bei Shootern oder Castlevania gab es da richtig üble (unspielbare) Dinge. Der iPhone-Spielemarkt ist jung. Sehr sehr jung. Seit nicht einmal einem halben Jahr dürfen Entwickler ihre Sachen veröffentlichen, Vorlauf gab es kaum und im Gegensatz zu Nintendo entwickelt Apple nahezu keine eigenen Spieletitel. Es gibt also keine großen Starttitel bei dieser Plattform. Das muss sich entsprechend entwickeln und ich rechne mit den ersten größeren Spielen Mitte/Ende 2009. Immerhin kommt EA jetzt mit Need for Speed und Sim City und Gameloft hat ja quasi schon das gesamte Portfolio, inkl. Asphalt 4, Brain Challenge und Brothers in Arms in sehr sehr guter Qualität portiert.

Ich hoffe auf grafische Adventures wie Another World oder Hotel Dusk und Dinge aus der Final Fantasy-Welt. Da gibt es bislang nur 1112 und das kann einfach z.B. mit Another World nicht mithalten.

Antworten

Kristin Knillmann Dezember 11, 2008 um 23:33

@lakeshore: Bin ganz deiner Meinung. Grafische Adventures sollten auf dem iPhone extrem gut funktionieren, da im Endeffekt ja nur Text weitergescrollt werden muss, oder Items auf dem Bildschirm gesucht werden müssen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass da in naher Zukunft etwas passieren wird.

Antworten

iPhone Games August 27, 2009 um 19:09

Mittlerweile sind ja einige gute Games released worden. Unter anderem Resident Evil, Need for Speed Undercover, Metal Gear Solid 4, Real Racing und wenn ich dran denke was bald noch alles für das iPhone kommen wird, da wird mir unheimlich. Ich sag nur Fifa 2010 :)

Gruß
Olli

Antworten

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