Dez 172008
 

Strategiespiele sind auf dem Nintendos DS immer wieder gern gesehen, da die Touchscreensteuerung perfekt für das Genre geeignet ist. Nintendo hat es mit Advance Wars vorgemacht und liess die gesamte Konkurrenz im Regen stehen. Reicht EndWar an Nintendos Vorzeige-Reihe heran?

Der Dritte Weltkrieg hat begonnen
Der Dritte Weltkrieg hat begonnen

Unser Fazit: EndWar macht Spaß! Das ist doch das, was wir Spieler wollen und uns auch wünschen. Aber wir mussten EndWar DS mit Advance Wars vergleichen, da sich beide Spiele fast gleichen wie ein Ei dem anderen. EndWar kommt nicht so richtig in Fahrt, da unter anderem der strategische Tiefgang fehlt, sich eine halbwegs interessante Story nicht blicken lässt und die Gegner nicht besonders helle sind. Zudem fehlt es EndWar an eigenem Charakter. Es orientiert sich zu stark am offensichtlichen Vorbild und bringt zu wenig eigene Ideen mit ein. Schaut man aber darüber hinweg, bekommt man ein ziemlich gutes Strategiespiel, das eine längere Zeit unterhalten kann. Der Schwierigkeitsgrad ist aber keine Herausforderungen für Genre-Experten.

7/10

Wir bedanken uns bei Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsmusters.

(Interesse geweckt? Die gesamten Details gibt es nach dem Klick.)

Tom Clancy’s EndWar (NDS)
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft

Während man Tom Clancy’s EndWar auf den stationären Konsolen in 3D genießen kann, erhalten die Handhelds eine recht ansehnliche 2D-Grafik, die sofort an Nintendos Advance Wars-Reihe erinnert. Sprachsteuerung und Sprachausgabe fehlen ebenfalls komplett, was aufgrund der geringen Leistung des DS verständlich ist. Aber selbst der Aufbau der Einheiten, der Präsentation und Vorgehensweise – Advance Wars-Fans fühlen sich von Beginn an heimisch. In erster Linie bedeutet diese Ähnlichkeit, dass EndWar für den DS keine Echtzeitstrategie mehr ist, sondern mit rundenbasierter Strategie besticht.

Tom Clancy’s EndWar spielt im dritten Weltkrieg, als die drei Supermächte Amerika, Europa und Russland ein erneutes Wettrüsten beginnen. Im Detail: Die USA ziehen sich aus der Weltpolitik zurück und Europa schickt seine Friedenstruppen in alle Welt, was den Amerikanern scheinbar nicht so richtig passt. Prompt kommt es zu Gefechten zwischen den zwei Fraktionen JSF und EFEC. Doch da ist noch Russland, die anscheinend keiner eingeplant hat…

Anfangs stehen euch zwei von drei Kampagnen zur Auswahl, nämlich jene der European Federation Enforcers Corps (EFEC) und Joint Strike Force (JSF).

Die Präsentation macht einen guten Eindruck
Die Präsentation macht einen guten Eindruck

Was wir mochten:

Aller Anfang ist schwer. Ein Tutorial bringt den neuen Rekruten zu Beginn die Grundzüge des Spiels bei. Das ist auch zwingend nötig, denn das Game ist für Genre-Fremde zum Teil richtig fordernd. Das Spielprinzip ist recht einfach zu verstehen: Es stehen sich zwei Fraktionen gegenüber, wovon eine vom Spieler und eine vom Computer gesteuert wird. Eine Spielrunde besteht aus zwei Phasen – Bewegen und Aktion. Als erstes werden in der Bewegungsphase die Einheiten auf dem Spielfeld bewegt und platziert, um anschließend in der Aktionsphase anzugreifen. Zu beachten ist dabei allerdings, dass jede Einheit nur eine Aktion pro Runde ausführen kann. Zwischen den beiden Phasen kommt der Gegner zum Zug. Für Advance Wars Spieler eine relativ große Umstellung.

Minimalistische Vielfältigkeit. Das Spielfeld erstrahlt in hexagonalen Feldern, was sofort an den Klassiker Battle Isle erinnert. Bewegt werden die eigenen Truppen mittels Stylus. Ähnlich wie bei Nintendos Advance Wars sind die Einheit auf Land, im Wasser oder in der Luft im Einsatz. Dabei reicht die Auswahl von normalen Fußsoldaten bis hin zu Panzern, Kampfschiffen und Helikoptern. Jede Einheit hat ihre Stärken und Schwächen, so dass eine geschickte Platzierung auf dem Feld unabdingbar ist. Ein Beispiel: Man kann mit seinen treuen Truppen Wege versperren, so dass der Gegner erst über Leichen gehen muss. Gerade an wichtigen Gebäuden ist das Blockieren äußerst wichtig. Ihr könnt allerdings auch Druck aufbauen, indem ihr Gegner „klemmt“. Ihr greift also von links und von rechts an, so dass sie sich in einer Zwickmühle befinden. Daraufhin erhöhen sich die Angriffswerte der Truppe. Oftmals besteht das Ziel darin, irgendwelche Gebäude zu belagern bzw. einzunehmen. Der Spieler sammelt aber nicht nur Erfahrungspunkte, die die Einheiten stärker machen, sondern auch Materialien zum Bau weiterer Einheiten. Daher ist es wichtig, dass stets genügend Ressourcen zur Verfügung stehen.

Gewohntes in einem anderen Spiel. Während ihr euch ganz normal in der geometrischen Ansicht befindet und eure Pixel-Freunde befehligt, geht der eigentliche Kampf schon ein bisschen härter zu. Wir können einfach nur wieder auf Advance Wars anspielen: Die sich zur Seitenansicht wechselnde Perspektive ist auch hier an Bord. Das bedeutet, dass ihre eure und die gegnerischen Kämpfer von der Seite seht, wie sie sich bekriegen. Ihr seht Soldaten sterben, Schiffe sinken und Flugzeuge explodieren. Nach dem Kampf heißt es erneut planen, Schäden reparieren und neue Einheiten produzieren.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. 1. Der Multiplayer-Modus macht besonders viel her, verzichtet aber gänzlich auf einen Online-Part. Wer nicht auf schnöde Einzelspieler-Duelle steht, findet hier seine Passion. Sogar eigene Maps können erstellt und anschließend mit anderen Spielern getauscht werden. 2. Es gibt zwei Möglichkeiten, das Spiel zu steuern. Einmal die klassische Stylus-Steuerung und einmal die Button-Steuerung, mit der sich alle Einheiten bequem mit Tasten bewegen lassen.

Advance Wars gewinnt die Schlacht - Endwar verliert
Advance Wars gewinnt die Schlacht - Endwar verliert

Nicht gefallen hat uns:

Copy and Paste. Der Pluspunkt mit dem gewohnten Setting ist gleichzeitig auch ein Kritikpunkt. Es ist sicherlich schön, dass alles mehr oder weniger an Advance Wars erinnert, doch irgendwie fehlt dem Spiel dadurch das gewisse Etwas. Alles hat man schon einmal gesehen und die Umgewöhnung von Advance Wars auf EndWar ist nicht sonderlich berauschend. Vielmehr hätten wir uns eigene Ideen gewünscht, die Advance Wars gefehlt haben. Stattdessen kupfert EndWar Nintendos Flaggschiff zugegebenermaßen ziemlich dreist ab.

Und dann sind da noch… 1. Die Story ist im Gegensatz zu Advance Wars weniger gelungen. Drei Supermächte; Dritter Weltkrieg; Wettrüsten – das hat man alles schon einmal irgendwo erlebt. 2. Die Gegner sind auf den ersten Blick durchaus hartnäckig, doch nicht sonderlich intelligent. Sie interagieren meist auf dem gleichen Wege und lassen ihre Spielzüge vorausahnen. 3. Das Strategiesystem bietet für fortgeschrittene Spieler zu wenig Tiefgang – Eintönigkeit macht sich schnell breit.

Sebastians Meinung: Advance Wars hat eigentlich alles richtig gemacht: Tiefgründige Taktiken, eine recht unterhaltende Story und ein tolles Kampfsystem. Von diesen positiven Punkten hat EndWar leider wenig geerbt, obwohl es formal nahezu identisch zu Nintendos Strategie-Reihe ist. Trotzdem bin ich angetan von dem Spiel, da viele bekannte Elemente auftauchen und an den Doppelbildschirm fesseln. Wer seine Hühneraugen zudrückt und dem Spiel eine Chance gibt, wird nicht enttäuscht werden.

 

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