Jan 212009
 

Ambitionierte Wii-Games haben es oftmals schwer, überhaupt einen Publisher zu finden. Vor allem, wenn es sich dabei nicht um Casual-Spiele oder Games bekannter Franchises handelt. Dieses Schicksal wiederfuhr auch dem Survival-Horror Spiel Winter.

Erlebt Winter vielleicht doch noch den Frühling?
Erlebt Winter vielleicht doch noch den Frühling?
Es ist paradox: Nintendo hat auf Innovation gesetzt, viel riskiert und alles gewonnen. Die Verkaufszahlen von DS und Wii sprechen Bände und stellen alles bisher Dagewesene in den Schatten. Man sollte meinen, dass Publisher aufgrund der Hardwarebasis heiss darauf sind, Games für diese Plattformen herauszubringen. Leider spricht die Realität eine andere Sprache. Beispielsweise war lange Zeit nicht klar, ob sich für The Conduit ein Publisher findet. Glücklicherweise sprang SEGA in die Presche und wird das Game veröffentlichen. Andere Wii-Spiele erscheinen vielleicht gar nie, obwohl das bisher Gezeigte durchaus Lust auf mehr macht. Bestes Beispiel hierfür ist Sadness, das aber mittlerweile schon sehr stark nach Vaporware riecht.

Von n-Space befand sich das Survival-Horror Spiel Winter exklusiv für Wii in Entwicklung. Dafür ließ sich jedoch kein Publisher finden, weshalb die Entwicklung mittlerweile auf Eis gelegt wurde. In einem Exklusiv-Interview sprach IGN mit Dan O’Leary und Ted Newman von n-Space. Die Entwickler sprechen dabei offen über die Probleme, die Publisher mit dem Game hatten. Darüberhinaus erwarten euch noch Informationen zur Story von Winter, einige Screenshots und auch ein Ingame-Video, das den Publishern vor knapp 2 Jahren vorgelegt wurde.

In Winter spielt man würde man mit Mia spielen, die nach einem gewaltigen Schneesturm in einer heruntergekommenen Ambulanz einer Kleinstadt aufwacht. Mia, jeglicher Erinnerung beraubt, macht sich auf dem Weg aus der Stadt. Die ist mittlerweile jedoch durch den Sturm völlig von der Außenwelt abgeschnitten, was ein Entkommen unmöglich macht.

Winter hätte uns ordentlich eingeheizt
Winter hätte uns ordentlich eingeheizt

Im Laufe des Spiels entdeckt Mia mehr und mehr, dass etwas Schreckliches mit dem Sturm angereist ist. Bald erfährt der Spieler, dass es zwischen dem Sturm und Mia eine Verbindung geben muss.
Langsam aber sicher verändert sich auch die Stadt aufgrund des Sturms. Türen, welche anfangs noch zugänglich waren, sind mittlerweile durch Schnee und Eis blockiert und alternative Wege müssen gefunden werden. Als Spieler muss man auch dafür Sorge tragen, dass sich Mia zwischendurch immer wieder aufwärmen kann, um nicht zu erfrieren. Dazu kann auch ein aufgeschnittener Bauch eines kurz zuvor erlegten Tieres/Monsters dienen, in dem sich Mia wieder erwärmen kann. Natürlich lassen regelmässig unheimliche Ereignisse und Monster unser Blut in den Adern gefrieren.

Klimawandel? Papperlapapp!
Klimawandel? Papperlapapp!

Generell geht der Fokus im Spiel vielmehr in Richtung Überleben und Horror als (wie mittlerweile in vielen Survival-Horror-Games üblich) in Richtung Action und Kämpfen. Dabei soll Winter auch ein Höchstmaß an Interaktivität bieten. Beispielsweise sollen sich sämtliche Kommoden und Schränke öffnen lassen. Du siehst einen Besenstiel? Her damit – könnte sich vielleicht als Waffe eignen. Wiimote und Nunchuck fungieren im Spiel quasi als verlängerte Spielerhände.

Hört sich doch alles perfekt an, weshalb konnte sich also kein Publisher finden? Im Interview meint Dan, das Feedback sei durchaus positiv gewesen und einige Publisher hätten sich begeistert gezeigt. Am Ende siegten allerdings doch die Verkaufs- und Marketingabteilungen. Ein Erwachsenenspiel auf einer “Kinderkonsole” könne sich nicht verkaufen. Vor allem auch deshalb nicht, weil man nicht auf einem berühmten Namen a lá Resident Evil setzen könne. Etablierte Risikoanalysen und Projektionstechniken scheinen heutzutage nicht mehr zu greifen – erst recht nicht, wenn es die Wii betrifft. Eine neuer Brand ist natürlich ein größeres Investment und ein höheres Risiko für Publisher, weshalb die Entwicklung an Winter schlussendlich auf Eis gelegt wurde.

Einfach in einen Raum flüchten ist zu wenig
Einfach in einen Raum flüchten ist zu wenig

Winter könnte wirklich DAS Survival-Horror Game werden, würde sich bloß ein Publisher finden. Vielleicht wird eine Weiterentwicklung des Spiels wahrscheinlicher, wenn sich The Conduit, Mad World oder Cursed Mountain künftig gut verkaufen. Dan hofft, dass die Verkaufszahlen von Core-Games anziehen und wünscht sich nach wie vor, das Spiel noch veröffentlichen zu können. Nun aber das Video, welches die Publisher erhalten haben.

Dazu sei noch gesagt, dass alle Screenshots sowie dieses Video von einem nur 12-Köpfigen Team innerhalb von gerade einmal 6 Wochen erstellt wurden. Hinzu kommt, dass dies alles bereits im März 2007 geschah. Dafür ist die Qualität geradezu phantastisch!

Lest euch auf alle Fälle das lesenswerte Interview auf IGN durch. Was denkt Ihr über das Ganze? Interessant, schockierend oder doch nichts Neues und einfach nur fad? Wer das Spiel haben will, sollte auf jeden Fall die Petition online unterzeichnen!

(via IGN)

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