Jan 262009
 

Der Grund für den überwältigenden Erfolg der Gehirntrainer-Spiele für den Nintendo DS liegt auf der Hand: Sie versprechen die anstrengungslose, im Wortsinne spielend einfache Verbesserung des Selbst.

Ryuta Kawashima: Der Wunderheiler gegen Verdummung.
Ryuta Kawashima: Der Wunderheiler gegen Verdummung.
Auf dem Weg zur Arbeit noch eben die grauen Zellen vermehrt, im Wartezimmer kurz die mentalen Kapazitäten erweitert – spiel dich doch einfach schlauer! Doch was ist dran am Anschwellen der Hirnmasse dank Nintendo? Überhaupt nichts, wenn man Professor Alain Lieury, Kognitionspsychologe an der Universität Rennes, fragt. Der Nintendo DS sei zwar ein „technologisches Juwel“, und er wolle die Spiele an sich auch nicht herabwerten; es sei dennoch schlicht „Scharlatanerei“, sie als wissenschaftlichen Test verkaufen zu wollen.

Sein Ausspruch fußt auf einer jüngst von ihm durchgeführten Studie zur Beeinflussung der Intelligenz bei Kindern: Er ließ 10-Jährige in vier Gruppen u.a. an Logik-, Gedächtnis- und Mathematikaufgaben arbeiten, wovon zwei Gruppen zuvor einen siebenwöchigen Vorbereitungskurs mithilfe eines DS erhielten. Letztendlich schnitten die DS-geschulten Kinder nicht besser, in manchen Aufgaben sogar schlechter ab als die anderen Gruppen, die lediglich dem normalen Schulunterricht beiwohnten. Alles in allem seien die positiven Effekte von Spielen wie Dr. Kawashimas Gehirnjogging schwach und marginal, womit Lieury die Aussagen von Ryuta Kawashima persönlich zu widerlegen scheint.

Wie und wo seht ihr die positiven Effekte von Big Brain Academy & Co.? Machen uns kleine tägliche Logikspielchen tatsächlich intelligenter? Habt ihr selbst spürbare Ergebnisse erzielt, oder beäugt ihr das Phänomen ähnlich kritisch wie der französische Wissenschaftler?

(via gamepolitics)