Feb 032009
 

Max Payne, Silent Hill und Far Cry sind nur die aktuellsten Vertreter von Games, welche es auf die große Leinwand geschafft haben. Leider ist bisher nur selten etwas wirklich Brauchbares dabei heraus gekommen.

Man muss nicht für jeden Film ins Kino.
Man muss nicht für jeden Film ins Kino.
Um euch den filmischen Griff ins Klo zu ersparen, gibt es deshalb jetzt die Top 10 der schlechtesten Videospielumsetzungen aller Zeiten. Als Basis für die Reihung dienen die zahlreichen Userbewertungen der Internet Movie Database. Zugegeben, für den einen oder anderen vergnüglichen Abend in großer Runde mag so mancher Film aus der kommenden Liste genau das Richtige sein. Grundsätzlich solltet ihr jedoch einen weiten Bogen um diese Top 10 machen. Als kleines Gimmik gibt es neben dem IMDB-Link und der IMDB-Wertung auch jeweils einen Auszug aus einer Filmkritik. Falls jemand unter euch einen der Filme gesehen hat, oder einen Vertreter auf der Liste vermisst: Bitte um zahlreiche Kommentare! Nun wird es aber höchste Zeit – Film ab!

Platz 10: Mortal Kombat (1995), Wertung: 5,3/10

Kinoplakat mit Wiedererkennungswert
Kinoplakat mit Wiedererkennungswert

Mortal Kombat dürfte jedem Gamer ein Begriff sein. Über den Film schreibt Moviesection: „Wären die Tricks und die Schauspieler nicht eine einzige Katastrophe, hätte aus der Spieleverfilmung „Mortal Kombat“ etwas Anständiges werden können. So läuft man ziemlich schnell Gefahr, sich versehentlich über diesen Streifen zu amüsieren, anstatt ihn zumindest ansatzweise ernst zu nehmen. Schade, hier wurde wirklich gutes Potential im wahrsten Sinne des Wortes in Stücke gerissen.“

 

Platz 9: Doom (2005), Wertung: 5,2/10

Auch der Film sorgt für Action
Auch der Film sorgt für Action

Das Spiel gilt als Meilenstein in der Geschichte der Computerspiele. Dem wird der Film nicht einmal ansatzweise gerecht. So schreibt Filmszene unter anderem: „Doom ist immer dann besonders schlecht, wenn nicht geschossen, sondern gesprochen wird, denn die Dialoge sind hölzern und oft überflüssig. … Alles in allem ein weiterer unnötiger und unbrauchbarer Versuch, ein Computerspiel ins Medium Film zu transportieren. Vielleicht sieht ja irgendwann mal jemand ein, dass das keinen Sinn macht.“ Immer haben es alle aus dem Spiel bekannten Waffen in den Film geschafft.

 

Platz 8: Super Mario Bros. (1993), Wertung 3,7/10

Was für ein Plakat...
Was für ein Plakat...

Mario und Luigi endlich auf der großen Leinwand! Dazu noch Darsteller wie Bob Hoskins und Dennis Hopper und fertig ist das Filmvergnügen!? Leider nein, die Story ist leider viel zu dünn und vor allem hat der Film viel zu wenig Charme aus den Games übernommen. „Hätten die Macher Mario und Luigi einfach dort gelassen wo sie hingehören, dann hätten sie sich diese Schande ersparen können und wir uns die Enttäuschung.“ schreib Moviesection zurecht.

 

Platz 7: Wing Commander (1999), Wertung 3,6/10

Fader Film - fades Plakat.
Fader Film - fades Plakat.

Die Wing Commander-Reihe überzeugte schon damals auf dem PC mit stimmiger Handlung, Dramatik und vor allem Action. Bei der Verfilmung wurde auf diese Zutaten jedoch völlig vergessen und auch sonst ist der Film eine Zitat: „Unglaublich verhauene Videospielverfilmung“. Eine sehr treffende und unterhaltsame Kritik dazu findet sich auf AllesFilm. Ein weiterer Auszug daraus: „Ich kann es ja gerade noch so ertragen, dass die einst so imposanten Kilrathis nun mit dem Bewegungsrepertoire der Augsburger Puppenkiste herumstaksen und von Seiten der Kriegsschiffe keinerlei Laserfeuer zu sehen ist. Mit einem Cocktail aus Antidepressiva und Morphium. In tödlicher Dosis.“

 

Platz 6: Double Dragon (1994), Wertung 3,1/10

Aaaaaaangst!
Aaaaaaangst!

Der Film wird von Kino.de als „slapstickartige Niedrig-I.Q.-Kampfsportkomödie“ beschrieben. Dem Filmplakat macht diese Bezeichnung in jedem Fall alle Ehre. Double Dragon war kommerziell nicht unbedingt ein Erfolg, besticht durch unspektakuläre Spezialeffekte und kann auch sonst kaum Punkten. Wenigstens fällt er damit in dieser Liste nicht weiter negativ auf.

 

Platz 5: Street Fighter (1994), Wertung 3,1/10

Diese Augen bürgen für Qualität
Diese Augen bürgen für Qualität

Auch Jean-Claude Francois Cammile van Varenberg in der Hauptrolle macht den Film nicht unbedingt besser. Die Kommentare auf Moviepilot sprechen eine eindeutige Sprache. So liest man dort unter anderem: „Brilliante Unterhaltung für alljene, denen sogar Comics lesen zu intellektuell ist.„Einfach nur schlimm. Nicht einmal ein Trashfan kann das aushalten!“ „Wer das Spiel mag wird den Film hassen. Wer Filme mag wird diesen Film hassen. Bei diesem Film ist wohl alles falschgemacht worden was es falsch zu machen gibt.“ Dieses Kommentar bringt es auf den Punkt: „Einem so kultigen Videospiel steht eine so grottig umgesetzte Verfilmung gegenüber. Schade!“

 

Platz 4: Far Cry (2008), Wertung 2,9/10

Platz 4 geht an Uwe Boll
Platz 4 geht an Uwe Boll

Wo Uwe Boll als Regisseur draufsteht, ist Trash drin. Erst vor kurzem im Kino hat es Far Cry bereits weit nach vorne in der Liste unserer Flop-Ten geschafft. Auf Filmering erhält der Streifen gerade mal einen von 10 möglichen Punkten. Das Fazit daraus: „Far Cry ist erneut eine wirklich miese Produktion aus dem Hause Boll geworden. Zunächst scheint es so, als wäre der Film so schlecht, dass man tatsächlich noch darüber lachen könnte, doch bald schon stellt sich der gewohnte, monotone Trott ein, und dank der unterirdisch schlecht inszenierten Actionszenen, die so hektisch, unübersichtlich und uninspiriert sind, dass man sich nur dank der dämlichen Dialoge vom Schlafen abhalten kann. Ins Kino muss man für diesen Schund wirklich nicht. Wenn schon, dann aus der Videothek leihen, doch auch das sollte man sich gut überlegen.“

 

Platz 3: BloodRayne (2005), Wertung 2,6/10

Und wieder: Uwe Boll.
Und wieder: Uwe Boll.

Und wieder ein Film aus dem Hause Boll. Und wieder gibt es nur einen mickrigen Punkt von 10 möglichen. Filmstarts.de meint: „Schlechte Inszenierung, eine nie funktionierende Dramaturgie, eine verworrene, aber dennoch uninteressante Story und miserabel geführte Darsteller – scheinbar hat Regisseur Uwe Boll bei „Bloodrayne“, der Verfilmung des gleichnamigen, actionreichen PC-Games, im Vergleich zu seinen ersten beiden katastrophalen Computerspiel-Adaptionen … nicht das Geringste hinzugelernt. … Wenn Boll also weiter ein so fleißiger Schüler seiner eigenen Fehler bleibt, dürfte in etwa bei seinem hundertsten Anlauf so etwas wie ein erträgliches C-Picture dabei herausspringen.“

 

Platz 2: Alone In The Dark (2005), Wertung 2,2/10

Uwe Boll allein im Dunklen.
Uwe Boll allein im Dunklen.

Dreimal dürft ihr raten, welcher Regisseur hinter der Nummer 2 hier steckt. Ihr habt keine Idee? Ein Teil aus einer sehr unterhaltsamen Kritik von Evolver dürfte euch auf die Sprünge helfen: „Jede Dialogzeile hat man schon mal passender gehört, jede Szene schon mal besser gesehen. Vielleicht hätte ein echtes Drehbuch das szenenweise stattfindende Gepolter sogar zu einem Film zusammenheften können. So bleibt das einzige Drama während des ‚Sehgenußes‘ von ‚Alone in the Dark‘, daß man wehrlos zusehen muß, wie die Macher jede Chance auf Spannung verschenken. Fast möchte man Absicht vermuten, doch was für eine sollte das sein? Der Verantwortliche für diesen lahmarschigen Hirnriß kann doch nicht schlechte Filme drehen wollen?! Oder möchte Uwe Boll wirklich zeigen, wie hohl Videospiele und Videospielverfilmungen sind, wie einige Stimmen im Web ironisch behaupten?“

 

Platz 1: House Of The Dead (2003), Wertung 2,0/10

Die Nummer 1: House Of The Dead
Die Nummer 1: House Of The Dead

Geht es nach den Usern der Internet Movie Database schießt den Vogel die Verfilmung von House Of The Dead ab. Gerade einmal zwei Punkte ergibt der Durchschnitt aus über 18.000 Bewertungen! Dieses Meisterstück der Filmgeschichte kann nur von jemanden kommen, der damit bereits Erfahrung hat. Richtig, wir sind wieder bei Uwe Boll gelandet! Aus einer ebenfalls unterhaltsamen Kritik von Moviemaze: „Die Darsteller wirken wie die Pappfiguren aus South Park (wobei diese Trickfiguren über mehr Mimik verfügen) und sehen aus, als wären sie zumindest sehr nahe am 30. Lebensjahr, aber bestimmt keine 20 mehr; die Dialoge muss man sich nicht mal antun, da sowieso nur selten etwas Interessantes gesagt wird; die Zombie-Masken lösen eher Lachkrämpfe aus, als das man auch nur ein klitzekleines bisschen Angst bekommen könnte; der Score wurde entweder vollkommen überladen oder wirkt sehr deplaziert. Einzig die Action-Szenen kann man als brauchbar bezeichnen, wobei hier maßlos übertrieben wird, indem jeder Figur mindestens einmal die Ehre zuteil wird, dass die Kamera sich in Zeitlupe um sie herum dreht (was spätestens nach dem dritten Mal nur noch nervt).“

 

Das wäre sie also, die Flop-Ten der Videospielverfilmungen. Wer hätte gedacht, dass die „Bollwerke“ gleich die ersten vier Plätze für sich beanspruchen? Nicht umsonst positioniert sich Uwe Boll als „Weltmarktführer in der Verfilmung von Videospielen“.
Ich jedenfalls werde mir demnächst House of the Dead (Uncut) ausleihen und mit Freunden ansehen. Das ganze hört sich schon so schlecht an, dass es bereits wieder genial sein könnte!