Feb 242009
 

Im zweiten Teil unserer Prospektive lenken wir eure Aufmerksamkeit auf fünf weitere „low profile“-Titel, die sich dieses Jahr als erhoffte Knallbonbons herausstellen könnten.

» Zum ersten Teil mit fünf weiteren Titeln

Dungeon Hero

Füsse abtreten, nicht vergessen!
Füsse abtreten, nicht vergessen!
Wer, wie, was: Stellt euch vor, ihr wärt eine der zahlreichen Monstrositäten, die so ein rollenspieltypischer Durchschnittsdungeon beherbergt: Wie würdet ihr euer Dasein fristen? Denkanstöße liefert dieses überaus originelle Projekt des Entwicklers Firefly, das uns das Kreaturenleben tief unter der Erde als ein sehr gewöhnliches präsentiert. Die hier in feuchter Dunkelheit hausenden Goblins pflegen soziale Strukturen, gehen Berufen nach, treiben Handel, erziehen ihre Kinder und verrichten auch sonst eine Menge ganz alltäglicher Dinge. Doch die faszinierende Gesellschaft fernab des Tageslichts birgt auch ihre Gefahren, und ihr könntet als schwertschwingender Held womöglich ihre einzige Rettung sein.
Grund zur Freude: Ist das Spiel auch vorrangig auf Action ausgelegt, so könnte der phantasievolle Kulturschock im Erdreich für ein hohes Maß an Charakter-Interaktion und nötigem Humor sorgen. Dazu kommt ein erfrischender Perspektivenwechsel, wenn die Kreaturen eines Dungeons nicht bloß als wandelnde Gold- und EXP-Spender fungieren, sondern es plötzlich gilt die Goblins als soziale Lebewesen zu begreifen und ihr unterirdisches Reich vor dem Untergang zu bewahren. Ob sie sich auch auf laserbewaffnete Sodomie einlassen, bleibt abzuwarten.
Erscheint: Ende März (SouthPeak Games)

Prototype

Hat die Situation im Griff: Alex Mercer.
Hat die Situation im Griff: Alex Mercer.

Wer, wie, was: Schlechte Laune, weil ihr als wandelndes Genexperiment mißbraucht wurdet und nun gleich vor mehreren gewalttätigen Interessengruppen auf der Flucht seid? Wie praktisch, dass sich New York City als Schlachtfeld zur Akklimatisierung anbietet! Mithilfe eurer Spezialfähigkeit, die ihr ganz im Stile unzähliger Comichelden per unfreiwilligem DNA-Pfusch erlangt habt, könnt ihr euch andere Personen oder sogar Gegenstände oder Fortbewegungsmittel „einverleiben“, dabei ihre Fähigkeiten absorbieren und sogar ihre Gestalt annehmen. Für den Protagonisten Alex Mercer ist diese Kraft jedoch mehr Fluch als Segen, und auf seiner Suche nach einem Gegenmittel und natürlich Rache an seinen Peinigern muss der Big Apple als Hexenkessel zwischen Mit-Mutanten, Militär und weiteren Fraktionen gehörig dran glauben.
Grund zur Freude: Der Spieler ist hier eben nicht nur als übermenschliche Kampfmaschine unterwegs, sondern kann und muss seine Formwandler-Fähigkeiten auch mit Geschick zu seinem Vorteil nutzen: Etwa, um sich unerkannt hinter die Linien gegnerisch besetzter Stadtteile zu mogeln, und sogar über feindliche Streitkräfte und Ressourcen zu verfügen. Doch auch die zahlreichen Kampfeinlagen lassen einen großen Ideenreichtum im Umgang mit der ungewöhnlichen Superkraft und somit auch viel Raum für Improvisation erahnen. Mit genügend Ehrgeiz wird aus dem „The Incredible Hulk meets Kirby meets Altair“-Konzept ein Megaspektakel, das sogar dem PS3-exklusiven inFAMOUS die Schau stehlen könnte.
Erscheint: Juni (Activision Blizzard)

 

I Am Alive

Still Alive: Leider keine Spur von GLaDOS.
Still Alive: Leider keine Spur von GLaDOS.

Wer, wie, was: Survival-Horror einmal anders. Ein Erdbeben apokalyptischen Ausmaßes hat ganz Chicago nicht nur schwer verwüstet, sondern auch weitestgehend seiner Zivilität beraubt. Hauptfigur Adam irrt durch die Ruinen der Metropole. Er ist nicht nur auf der Suche nach seiner Freundin, sondern muss sich auch gemeinsam mit anderen Überlebenden u.a. gegen skrupellose Plünderer schützen, die in den Nachwehen der Katastrophe ihr Unwesen treiben. Adams Rolle wird aus der Ego-Perspektive übernommen, um angesichts der lebensfeindlichen Umgebung größtmögliche Immersion zu gewährleisten, und statt Action setzt das Spiel auf Problemlösung, Charakter-Interaktion und Köpfchen – schafft ihr es z.B., einen Feind in die Flucht zu schlagen, indem ihr ihn glauben lasst eure leere Waffe sei in Wirklichkeit geladen?
Grund zur Freude: I Am Alive baut auf dem Thema auf, wie menschliches Miteinander in Extremsituationen funktioniert – oder aus den Fugen gerät. Ubisoft tut gut daran, uns den konträren Selbsterhaltungstrieb anderer Überlebender angesichts Wasser- und Lebensmittelknappheit als wahrhaftige Bedrohung zu präsentieren, und schafft allein dadurch ein hochinteressantes Spielgefühl, dass man auf die Vermeidung von Konfrontationen angewiesen ist. Wenn die Präsentation stimmt und das Szenario glaubhaft und fesselnd dargeboten wird, steht uns hier womöglich die Gameplay-Innovation des Jahres ins Haus.
Erscheint: Ende März (Ubisoft)

 

Borderlands

Eines der Fahrzeuge im Bild dient als Kompensation.
Eines der Fahrzeuge im Bild dient als Kompensation.

Wer, wie, was: Auf dem fernen Planeten Pandora vermutet die Menschheit in ferner Zukunft sagenhafte Mineralvorkommen, und macht sich unter sträflicher Ignoranz seiner Namensgebung an die Kolonisierung. Doch außer den Ruinen einer fremden Zivilisation und einer Vielzahl an tödlichen Kreaturen erweist sich die neue Welt als Ödland, und die zurückbleibenden Siedler verfallen bald in ein gesetzloses Chaos. Der Spieler folgt nun der Geschichte von drei (bislang bekannten) spielbaren Charakteren, die ebenso unterschiedliche Eigenschaften und Fähigkeiten wie auch Beweggründe haben, auf dem unwirtlichen Planeten zu verweilen. Über das Gameplay ist wenig bekannt, außer natürlich vorherrschenden RPG-Elementen sowie einem ausgefeilten 4-Spieler-Coop-Modus, der viel Wert auf Arbeitsteilung legen soll. Zudem soll ein Großteil der Kämpfe mit frei modifizierbaren Fahrzeugen ausgetragen werden. Insgesamt dürfte eine gebräuchliche Bezeichnung erheblich zur Veranschaulichung beitragen: Mad Max meets Diablo.
Grund zur Freude: …ist zugleich das meistangepriesene Feature des Spiels: Zufallsgenerierung. Wovon? So ziemlich allem! Außer der groben Hintergrundgeschichte und bestimmten landschaftlichen Fixpunkten soll kein Spielerlebnis dem anderen gleichen. Die Geographie der Einöde, die Gestaltung von Missionen, das Aussehen und die Eigenschaften von Charakteren, Fahrzeugen und Waffen sollen stets „on the fly“ vom Spiel aufs Geratewohl drauflosgeneriert werden, und das völlig nahtlos und ohne Ladezeiten. Vor allem mit der Anzahl an letztendlich im Spiel vorfindbaren Waffen brüstet man sich bei Entwickler Gearbox: Nicht weniger als 650.000, dazu mehr als eine halbe Million Variationen an Items und sonstigen Ausrüstungsgegenständen. Man zeige sich selbst fasziniert davon, mit welch überraschenden und skurrilen Kreationen das Spiel immer wieder daherkommt. Auch wir können es kaum erwarten.
Erscheint: September (2K Games)

 

Beyond Good & Evil 2

Haben Gut und Böse transzendiert: Miss Jade und ihr Chauffeur.
Haben Gut und Böse transzendiert: Miss Jade und ihr Chauffeur.

Wer, wie, was: Ein kurzer Teaser genügte, um die wenigen aber umso mehr ergebenen Fans des Vorgängers zu enttarnen. Denn Beyond Good & Evil einen Geheimtip zu nennen, wäre fast noch untertrieben. Enttäuschende Verkaufszahlen hätten einen zweiten Teil der von Gamedesigner Michel Ancel (Rayman) ursprünglich als Trilogie erdachten Geschichte beinahe verhindert, die vielerorts herausplatzende Freude bei der Ankündigung des Titels im vergangenen Mai sprach Bände. Absolut nichts ist bislang bekannt über das Sequel, außer einem Wiedersehen mit Heldin Jade und ihrem anthropomorphen Sidekick Pey’j, die hoffentlich erneut konspirativen Regierungsmachenschaften auf den Grund gehen werden.
Grund zur Freude: Das reine Vertrauen in einen Mann, dem sein Projekt und die damit verbundenen Figuren wahrhaftig am Herzen liegen. Teil eins war ein wundervolles Kleinod, dem die Fantasie und Hingabe seines Schöpfers stets anzumerken war. Technische Limitationen der vergangenen Konsolengeneration, die das Spiel zugegeben etwas an der vollen Entfaltung seines Potentials hinderten, dürften nun längst kein Thema mehr sein. Dennoch bleibt BG&E 2 der Nachfolger eines erfolglosen Eigenbrötlers, und ohne ein Wunder steht der Zugang zu einer breiteren Käuferschicht unter keinem guten Stern. Dass es erneut ein Spiel zum Verlieben wird, wagt man indes keine Sekunde zu bezweifeln.
Erscheint: Noch unbekannt, angeblich Mai (Ubisoft)

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