Mrz 022009
 

Die Wii ist in vielerlei Hinsicht eine besondere Konsole. Was Spielegenres angeht, herrscht aber zum Teil großer Mangel. Survival Horror ist eines dieser Genres.

So schön, schön war die Zeit.
So schön, schön war die Zeit.

Dabei begann alles so gut. Die neueartige Steuerung via Wiimote und Nunchuck, gepaart mit Ankündigungen von Games wie Sadness, ließen mein Survival Horror-Herz höher schlagen. Die schwachen Wertungen des ersten für Wii erhältlichen Survival Horror-Games Escape from Bug Island taten dem noch keinen Abbruch. Frei nach dem Motto: Resident Evil wird schon bald für schaurig schöne Unterhaltung und Gruselatmosphäre sorgen.

Was danach kam wissen wir alle nur zu gut: Mit Umbrella Chronicles ein Rail Shooter und mit Resident Evil 4 ein Port eins GameCube-Games. Überspitzt kann Resident Evil 4 als erster Vertreter der New Play Control!-Reihe gesehen werden, wurde doch nur die Steuerung angepasst und Inhaltlich nichts verändert. Beide Games – dem bekannten Franchisenamen sei dank – verkauften sich übrigens überaus gut. Eine Umsetzung von Resident Evil 5 werden wir auf Wii trotzdem nicht zu Gesicht bekommen.

Vergleicht man die aktuelle Situation auf Wii mit der damaligen des GameCubes, werden die Unterschiede erst recht deutlich.

Zur Erinnerung: Der GameCube kam in Europa am 3. Mail 2002 auf den Markt. Kurze Zeit später waren darauf Perlen wie Eternal Darkness: Sanity’s Requiem oder auch das aufpolierte Resident Evil erhältlich. Apropos Resident Evil, auch RE: Zero und sämtliche weitere Teile der Serie bis hin zum genialen Resident Evil 4 fanden den Weg auf den Würfel. Was haben wir im Moment zum Vergleich auf Wii? Das bereits erwähnte Escape from Bug Island, dann noch Obscure 2 und Alone in the Dark. In letzteres hatte ich große Hoffnungen gesetzt, die sich leider in keinster Weise erfüllen konnten.

Andere vielversprechende Games des Genres schaffen es erst gar nicht auf Wii. Bestes Beispiel dafür ist Winter, deren Publisher das Risiko einer Veröffentlichung auf der vermeintlichen „Kinderkonsole“ nicht eingehen wollten. Und was wurde eigentlich aus der geplanten Veröffentlichung von Fatal Frame IV (in Europa unter Project Zero bekannt)?

Vorsicht Schienenverkehr!
Vorsicht Schienenverkehr!

EAs Ankündigung, eine Version von Dead Space für Wii zu veröffentlichten, ließ neue Hoffnung und Vorfreude in mir aufkeimen. EA war es aber auch, die diese Vorfreude schnell wieder durch große Skepsis ersetzten, soll doch Dead Space Extraction ein Rail Shooter werden. Wikipedia schreibt zum Thema Rail Shooter: „Die Kontrollmöglichkeiten werden hierbei auf das Kontrollieren einer virtuellen Waffe beschränkt, da der Spieler keine direkte Kontrolle über den Weg seines Spielcharakters ausüben kann. Auch das Sichtfeld des Spielers wird vom Spiel vorgegeben.“ Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass mit einem Rail Shooter eine gruselige und beängstigende Atmosphäre geschaffen werden kann. Von den bei Survival Horror-Games gängigen Rätseln ganz zu schweigen. Nur auf Schienen unterwegs zu sein lässt es einfach nicht zu, tiefer in das Geschehen einzutauchen.

Versteht mich nicht falsch, Rail Shooter können sehr unterhaltsam sein. House of the Dead: Overkill zeigt momentan vor, wie ein Vertreter dieses Genres auszusehen hat. Für das Game gebe ich eine klare Kaufempfehlung ab. Stelle ich mir jedoch ein Kaliber wie Dead Space als Rail Shooter vor, dann bin ich mehr als skeptisch. Wie denkt ihr darüber?

Zum Abschluss noch ein Auszug aus dem Lied Es fährt ein Zug nach Nirgendwo von Christian Anders. Dort heißt es:

„Es fährt ein Zug nach nirgendwo
und niemand stellt von grün auf rot das Licht.
Macht es dir wirklich gar nichts aus,
dass unser Glück mit einem Mal zerbricht.“

Damit das Glück nicht mit einem Mal zerbricht wird es also Zeit, einen Schienenersatzverkehr einzurichten. Weg von Rail Shootern hin zu Survival Horror-Games. Von ersteren gibt es auf Wii mittlerweile nämlich zu genüge. Aktuell ruhen meine Survival Horror-Hoffnungen auf Cursed Moutain. Viel mehr hat Wii zum Thema derzeit leider auch nicht zu bieten. What a shame!

(Bildquelle)