Galeria Kaufhof gab vor einigen Tagen medienwirksam bekannt, dass ab sofort keine Filme und Spiele mehr verkauft würden, auf denen ein USK18-Logo klebt. Auch bei Saturn und Media Markt scheinen sich einige Filialen in Selbstzensur zu üben. Wozu?
Offiziell ist Galeria Kaufhof bisher die einzige Kette, die keine Games und Filme mehr verkauft, die nur für Volljährige gedacht sind. Bei Saturn und Media Markt gibt es allerdings Berichte über einzelne Filialen, die sich ebenfalls ähnliche Massnahmen ausgedacht haben. Besonders brisant der Report eines Users aus einem Media Markt: Dort wurde ihm scheinbar das (absolut legale!) Resident Evil 5 nur unter der Theke und nur gegen Angabe seiner Personalien verkauft. Angestellte hätten zudem erwähnt, das werde jetzt mit allen USK18-Titeln so gehandhabt.
Der Amoklauf von Winnenden hat sie also erneut ausgelöst, die scheinbar unkontrollierbare Paranoia vor “Killergames”. Ein dankbarer Sündenbock, diese Spiele. Obwohl Deutschland dank der USK Spiele mit Gewalt-Inhalten bereits sehr restriktiv behandelt, werden immer mehr Rufe laut, die am liebsten gleich alles mit Gewaltinhalten verbieten möchten.
Galeria Kaufhof und Co. wurden deshalb hellhörig: Schadet der Verkauf von solchen Spielen (und Filmen) etwa unserem Image? Weil Vorsicht nie schadet, hat man sich für die Radikalkur entschieden. Das USK18-Sortiment wird komplett aus dem Handel genommen. Laut Angaben von Manfred Schuhmacher, Medienabteilungsleiter einer Galeria-Fililale, sind das ungefähr 10% der Ware – in Zukunft dürften für die Filiale also mindestens 10% Umsatz im Gamessekor wegfallen. Vermutlich eher mehr, weil der befürchtete Imagesschaden beim Gros der Bevölkerung zwar prophylaktisch unterbunden wird, der reale Imageschaden bei den Spielern aber mit Sicherheit Konsequenzen hat. Denn die Selbstzensur bedeutet: Kein GTA IV mehr – den Blockbuster 2008 gibt es ab sofort nur noch bei der Konkurrenz. Kein God of War, kein Gears of War, kein Crysis . Die USK listet in ihrer Datenbank 927 Games, die keine Jugendfreigabe erhalten haben und damit bei Galeria nicht mehr erhältlich sind (übrigens: Das sind trotzdem nur 5% aller getesteten Spiele).
Es ist vermutlich Ironie des Schicksals, das ausgerechnet der am heftigsten kritisierte Titel aber nach wie vor im Sortiment weilt. Counter Strike, das in jeder TV-Sendung und jedem Zeitungsbericht als Sündenbock und Vorzeigebeispiel der brutalen Spiele herhalten muss, ist nämlich in der Originalversion ab 16 Jahren freigegeben (in der deutschen Version fliesst meines Wissens auch kein Blut). Schon alleine die Tatsache, dass seit Jahren auf demselben Spiel herumgetrampelt wird, während deutlich “schlimmere” Software nicht beachtet wird, zeigt, wie sehr man sich bei den Spielekritikern in die Materie eingearbeitet hat.
Als “bedenklich” stuft BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters die Beschneidung des Rechts Erwachsener auf legale Unterhaltung ein, und hat damit (auch wenn die Sorge um den eigenen Absatzmarkt mitschwingt) nicht ganz unrecht. Schliesslich dürfen Spiele ohne Jugendfreigabe sowieso nicht an Jugendliche verkauft werden, bei Missachtung drohen Strafen bis EUR 50′000. Dass die Games nicht mehr im Sortiment sind, bestraft also die erwachsenen Kunden, nicht die jugendlichen Amokläufer, die angeblich der Grund für den Entscheid waren. Das ist ungefähr so, wie wenn Lebensmittelgeschäft die Spirituosen aus dem Handel nimmt, um die Jugendlichen zu schützen, an die man den Fusel sowieso nicht verkaufen darf.
Wie es weiter geht? Galeria Kaufhof wird in einem halben Jahr, wenn auch dieser Amoklauf aus dem kollektiven Kurzzeitgedächtnis der Gesellschaft entwichen ist, vermutlich die Spiele wieder einführen – jedenfalls glaube ich das. Weil die jetzt bei der breiten Bevölkerung noch populäre Massnahme ihren PR-Effekt dann verloren hat und die Umsatzeinbussen in den Bilanzen sichtbar werden.
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Verbietet Pornos! Diese sind sicher für die ganzen Sexualstrafdelikte verantwortlich.
Und verbietet Werbung für Süßigkeiten – die machen uns fett! Verbietet auch die DTM, Formel 1 usw. – diese Rennen veranlassen mich immer zum Gasgeben auf den Straßen.
Um wieder zum Thema zu kommen: Eine gute Seite zur ganzen Killerspieldebatte ist http://stigma-videospiele.de
Und noch ein Klassiker:
Erst wenn die letzte LAN geschlossen,
Killerspiele verboten und das Internet zensiert ist,
werdet ihr merken,
dass man seine Kinder doch selbst erziehen muss…
=] Jaja…
Ich denke mir vorallem, dass praktisch jeden Tag CSI und solcher Schwachsinn läuft, wo in 50 Minuten ungefähr drei Frauen vergewaltigt, eine erwürgt und fünf Männer erschossen werden und das, ohne dass auch nur eine kleine Warnung vor Sendungsbeginn erscheint.
Und jetzt mal ehrlich: Niemand bringt vierzehn Leute um, nur weil er grade ein Computerspiel gespielt hat. Ich würde sagen, da sind schön die lieben Erzieher schuld, denn niemand kann mir einreden, dass bei dem Mörder alles palletti war und er ein freudestrahlender Mensch, der in seiner Freizeit mit seinen Eltern im Blumengarten gearbeitet und im Seniorenheim ausgeholfen hat. Vorbilder sind nicht fiktive Pixelgestalten, sondern eher die eigenen Verwandten, die prügeln, saufen, raufen, WAFFEN BESITZEN. Wobei ich mich wieder frage: Mal ausgenommen, man ist Förster (wovon ich nicht so wirklich unauffällig viele kenne), wozu sollte man eine Waffe brauchen?
Naja ich bins eigentlich wirklich leid, die Killerspieldebatte ist von dummen Leuten für dumme Leute gemacht. Würden wirklich alle Videospiele und Filme mit “gewalt-Inhalten”, nichtnur verboten sondern lieber gleich “abgeschaft” würde man wohl entlich feststellen, dass es daran nicht liegt. Es ist doch nichts weiter, als wiedermal schnell einen Schuldigen für die ganze Misere auszumachen, anstatt mal wirklich die wahren Ursachen in unserer Gesellschaft auszumachen. Gründe, warum man Ammok laufen würde sind da ganz anderes zu suchen, aber nein, natürlich liegt es an den Killerspielen und mal auf die Idee zu kommen, dass es da viel tiefere Psychische Probleme gibt und welche das überhaupt sind kommt ja auch niemand, ist ja wohl viel zu schwierig. Und wie es sein könnte wenn man einfach mal alle Waffen abschaffen würde, ist anscheinden auch egal, aber die Waffenlobby hat anscheinend wohl auch mehr Kapital zur verfügung wie die Killerspiel-Lobby.
Meine Oma ist darauf angesprungen.
Ich zog so ganz gemütlich RE5 (bin 18) dann kommt die so und sagt: “Fängst du jetzt auch damit an? Willst du etwa auch Amok laufen?” Das meinte die toternst. Echt krass, ich dachte ich hör nicht richtig.
Ich sag dazu nur: Das ist die für Politik typische Symptombekämpfung eines Problems. Soll heißen, ich suche NICHT nach der Ursache, sondern eben nur nach bestimmten Symptomen. Dadurch, dass an den wichtigen Stellen eben nur Dummbeutel sitzen, kommt dann dabei raus, dass wenn man die Symptome abstellt automatisch das Problem behoben sei. Ein Blick in die Medizin zeigt aber, dass nur in den seltensten Fällen die Symptombekämpfung zu einer Heilung führt. Z.B. Migräne: Schmerzmittel lindern zwar die Kopfschmerzen, die Migräne ist beim nächsten Stress aber sofort wieder da.
Ob Ego-Shooter bzw. gewalthaltige Medien überhaupt ein Symptom sind, ist nicht geklärt, kann dennoch sein. Dennoch sind diese Menschen, die 14 andere Menschen erschießen, nicht durch ihre Symptome zum Mörder geworden, sondern eben durch die Ursache für Symptome. Und diese Ursachen sind so mega vielfältig, dass man das eben auch nicht einfach aufdecken kann. Obergruppen sind nach aktuellem Stand der Forschung: Familie, Freunde, Schule und Gesellschaft in einer Wechselwirkung. Erst wer durch diese Einflussfaktoren geprägt ist, hat vielleicht bestimmte Affinitäten zu Gewalt, heißt zu Waffen, zu Schützenvereinen, zu gewalthaltigen Medien, die diese Affinität mglw. verstärken. Sind sind aber eben nicht Ursache! Für dumme Polititker und mediengeile Forscher ist natürlich die schneller und plakativere Symptombekämpfung an den Durschnittsbürger zu vermitteln (siehe das Beispiel mit der Oma!) und einfach grundlegend falsch. Dadurch werden Schulmassaker (Amoklauf ist was anderes!) nicht verhindert. Denn: Solche Taten gab es nachweislich auch schon, bevor es überhaupt Fernseher gab, ja wahrscheinlich sogar schon, bevor es Bücher gab.
Schaut mal bei http://www.sozialisation.uos.de vorbei, dort findet ihr ein Interview zu dem Thema.
Interessant, wusst gar nicht, dass Kaufhof Computerspiele verkauft. Und jetzt können besorgte Eltern bei Kaufhof Computerspiele kaufen ohne Gewissensbisse. Ist das nicht schön?
looool ich bin der beste fall ich wurde mit 6 vor doom gesetzt und hab mich beim ersten wiklich großem gegner sofort erschrocken bis ich 12 war hatte ich soetwas wie ne fobie gegen egoshooter xD musste mich mit billigen rollen games abgeben biss…
ich mich in call of duty “verliebte” nuja heut zu tage zocke ich nur farcry und son zeug und zocke nur um schulstress abzubaun sonst les ich eher n buch hör mucke oder zeichne/male was
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cryengine3 FTW
[...] dann auch noch frech damit, das Anzeigenportal “sorge für Jugendschutz”. Ich möchte PR noch [...]
[...] Blogs: Böse Killerspiele und billige PR-Tricks PR-trächtige Selbstzensur Reaktion auf Winnenden: Kaufhof nimmt alle USK und FSK 18 Titel aus dem [...]
Das Saturn und Media Markt ebenfalls die Spiele aus dem Programm nimmt, bedeutet, dass die Entscheidung wohl von der Metro Spitze getroffen wurde, da alle drei Ketten zum Metro Konzern gehören.