The Good, The Bad, and the Ugly war ein Meisterwerk von Sergio Leone. Doch auch für Sony könnte der Filmtitel im Moment treffender nicht sein. Lest nun, was ich damit meine.
The Good
Sony strengt sich an, um Home interessanter zu machen. Jüngstes Beispiel dafür ist das Alternate Reality Game Xi, worüber wir gestern bereits berichteten. Doch nicht nur Endkunden wollen zufriedengestellt werden.
Um mehr Entwickler dazu zu bewegen, für die Playstation 3 Software zu schreiben hat Sony nun zum zweiten mal das Devkit im Preis gesenkt. Will man als Entwickler ein solches Devkit sein Eigen nennen, sind nun nur noch 2.000 US-Dollar zu bezahlen. “With its more affordable pricing, this new model will appeal to a broader range of developers and publishers, and will help to provide a more streamlined game development environment, further accelerating game development for PS3.” hieß es dazu auf der GDC.
Darüberhinaus versprach Sony auch, den PS3-Compiler weiter zu optimieren, den technischen Support für Entwickler zu verbessern und die hauseigene frei verwendbare Grafikengine PhyreEngine ausführlicher zu dokumentieren. In Zeiten der Wirtschaftskrise und Zeiten, in denen Sony nur noch dritter im “Konsolenkrieg” ist, sicher ein Schritt in die richtige Richtung.
The Bad
Zum Thema dritter im Konsolenkrieg: mehr und mehr werden Rufe nach einer Preissenkung der Playstation 3 laut. Gute Bedingungen für Entwickler und gute Hardware und Kundensupport helfen einfach nichts, wenn man im Vergleich zur Konkurrenz immer weiter zurückfällt. Ich wage zu behaupten, dass selbst die vielen Exklusivtitel 2009 bei dem derzeitigen Preis der Playstation 3 nur kurzzeitige Steigerungungen der Verkaufszahlen bewirken werden. Um bestehen zu können ist eine Preissenkung 2009 deshalb meiner Meinung nach längst fällig. Wenn dann Aussagen von Sony kommen, es gehe nur um Profit und nicht um Marktanteile (wir berichteten), dann kann nur noch den Kopf schütteln.
The Ugly
Richtig hässlich wird es aber, wenn man sich Sonys letzten Schachzug vor Augen führt. Seit 1. Oktober 2008 müssen Publisher nämlich für Downloadable Content jeglicher Art für die ersten 60 Tage, an denen dieser verfügbar ist, Gebühren an Sony abliefern. Für jedes downgeloadete GB werden für Publisher so 16 Cent fällig. Das hört sich jetzt nicht besonders viel an. Stellt euch allerdings vor, dass sich eine Million User eine 1 GB große Demo runterladen. Macht für den Publisher dann gleich mal 160.000 US-Dollar aus – ein schönes Sümmchen. Bei inzwischen mehr als 20 Millionen Playstation 3 weltweit keine utopische Rechnung.Zum Vergleich: Für Downloadable Content fällt bei Nintendo und Microsoft keine Gebühr an. Microsoft holt sich die Kosten über die XBox Live-Mitglieschaft rein und bei Nintendo kostet die Online-Nutzung Momentan noch gar nichts. Dort fallen auch keine so großen Datenvolumina an, weshalb sich Nintendo dies leisten kann.
Das sich Publisher aufgrund dessen bereits die Frage stellen, wo sie welchen Content wie anbieten sollen versteht sich da von selbst. “It definitely makes us think about how we view the distribution of content related to our games when it is free for us to do it on the web, on Xbox Live, or any other way — including broadcast — than on Sony’s platform. It’s a new thing we have to budget. It’s not cool. It sucks.” äußert sich ein nicht näher genannter Publisher dazu wörtlich.
Man hat also eine super Demo zu einem prächtigen 1080p-Titel, die deshalb über 1 GB an Platz benötigt? Fein, aber hoffentlich laden es sich nicht zuviele Leute runter, um die Kosten klein zu halten. Oder man macht ein schönes Demo, welches nur einige Megabyte an Platz benötig. Wird diese dann von Millionen Nutzer runtergeladen, steigen die Kosten trotzdem an. Was also tun?
Große Publisher haben aufgrund ihrer Finanzkraft mehr Spielraum. Kleine Indie Studios können sich Demos künftig möglicherweise aber nicht mehr leisten und werden es sich überlegen, überhaupt noch solche anzubieten.
Publisher werden künftig genau abwägen, was als DLC für Playstation 3 angeboten wird. Sony schafft so für Microsoft mit deren XBox Live einen weiteren großen Pluspunkt. Es fällt nicht schwer, sich auszumalen, welche (Download)Plattform künftig das reichaltigere Angebot bereitstellen wird. Sony sollte sich ernsthaft überlegen, die Gebühr durch einen Mitgliedsbeitrag zu ersetzen. Wir würden alle davon profitieren.
(via ArsTechnica, Examiner, MTV, Bildquelle)
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