Geht es nach der Analyse, bei der immerhin über 32.000 Wörter eingeflossen sind, dann finden sich unter den Top 30 der verwendeten Wörter bei General-Interest-Blogs nur gewaltfreie Worte. Bei Gaming-Blogs hingegen hat man unter den Top 30 gleich 5 “gewaltnahe Begriffe”: Blut, Killerspiele, Dead, Waffen und Gewalt.
Hinzu kommt, dass diese pösen pösen Worte in Gaming-Blogs wesentlich häufiger als in anderen Blogs verwendet werden. Laut Studie genau 7,5 mal so oft, wie in General-Interest-Blogs. Aber es geht noch weiter!
Um nämlich bei der Pressemeldung irgendwie auf die Schlagzeile “Jedes zehnte Wort dreht sich um Gewalt” zu kommen, wurde noch brav weiter analysiert. Aber das war gar nicht so schwer. Man nehme einfach die gesamtzahl der verwendeten Wörter, entferne Füllwörter, Bindewörter, Artikel etc. (was sich hinter etc. verbirgt werden wir wahrscheinlich nie erfahren…) und nehme die Top 30-Begriffe als Basis für die prozentuelle Berechnung – fertig. So kommt man dann auf das Ergebnis, dass 13% der verwendeten Wörter in Gaming-Blogs gewaltbeschreibend bzw. gewaltnah sind, während es in General-Interest-Blogs nur 1,5% sind.
Für die General-Interest-Blogs hat man anscheinend ebenfalls die Top 30-Begriffe der Gaming-Blogs genommen, denn in den GIBs Top 30 finden sich ja laut Studie keine gewaltnahen Begriffe.
Es werden auch zwei Seiten als Beispiele genannt, die für diese Studie analysiert wurden. Als Gaming-Weblog war dies z.B. counter-strike.de; als General-Interest-Weblog musste unter anderem bildblog.de herhalten.
Was soll man von solch einer Studie halten? Auf einem Blog, wo es um Astronomie geht, wird man haufenweise Begriffe finden, die sich um Sonne, Mond und Sterne drehen. Ein Blog, der das Leben von italienischen Pflastersteinen im Winter beleuchtet wird andere Themen und somit Wörter beinhalten, als ein Blog über den Vatikan. Außerdem würde mich interessieren, wie Gaming-Blogs im Vergleich mit (Action)Movie-Blogs abschneiden. Und gerade counter-strike.de als Beispiel aufzuführen? Naja…
Was denkt ihr darüber? Ein weiteres gefundenes Fressen für die Medien oder ein alter Hut? Um die Studie jetzt zu bestätigen (jedes zehnte Wort dreht sich ja bekanntlich um Gewalt): Tod, Kills, Blut, mehr Blut, Spenderblut, Dead, Dead Space, Zombies, Krawall, Terror, Angst, Horror, Shooter,…
(via Presseportal)
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Freut euch schonmal drauf, bald im staatlichen Zensurfilter zu sein ;)
Studien sind imho auch völlig überbewertet.
Dooferweise ist das keine “Studie”, sondern eine Analyse. Und dazu eine nichtmal gute. 32.000 Wörter sind statistisch kaum relevant. Und zudem wird hier kontextuales Wissen quantifiziert, was nicht einfach so ohne Probleme möglich ist, dazu muss man sich empirisch ganz schön verrenken. Losgelöst aus dem Kontext kann ich, wenn ich möchte, auch Brotessen problematisieren. Genaugenommen ist die Analyse dieses JOM Bullshit und nicht mehr. Nach Winnenden kommen halt alle aus den Löchern, die meinen, mit ein bisserl auf die Kacke hauen PR machen zu müssen. Wenn Studie, dann eine, die vernünftig angelegt wurde und das scheint erst wieder 2010 der Fall zu sein (Insiderwissen).
Danke!
Schützt eure Kinder vor gewaltverherrlichenden Blogs! Am besten zieht man sich in einen Wald zurück und hält sich für den Rest seines Lebens von sämtlichen Medien fern. Und von Mitmenschen, denn bei denen könnte es ja immerhin auch vorkommen, dass sie ein gewaltbezogenes Wort verwenden, wenn man sich mit ihnen unterhält.
Ich spüre meine Aggressivität in mir hoch steigen. Ich glaube, ich werde gleich mal eine Fliege töten. Muhahaha…oh mein Gott. Da ist tatsächlich eine Fliege! HILFE!
Also ich muss sagen die “Killerspieldebatte” förderte von jeher meine Gewaltbereitschaft.
Mich persönlich macht die schiere Naivität und das Unwissen mancher Politiker viel wütender als es eine kleine Runde Left4Dead je könnte.
Und mich bringt eine Studie über Sexpraktiken von Enten einfach nur zum Lachen…
Die Studie über Sexpraktiken von Enten ist a. interessanter b. tatsächlich eine Studie und hat c. für die Menschheit eine gewisse Bedeutung und wenn es nur der Witz an der Sache ist.
Aber was der eigentliche Brüller bei der oben genannten “Studie”, ich nenne es Analyse, ist: Die sagen, die hätten 32.000 Wörter ausgewertet. Hochgerechnet entspricht das in etwa 90 DIN A4 Seiten mit wissenschaftlicher Formatierung (1,5 Zeilenabstand, Rand jeweil 2,5 cm inklusive Kopf und Fußzeile), was gerade in etwa die Hälfte eines normalen Buches wäre. Ohne Formatierung wären es dementsprechend weniger Seiten. Selbst wenn 32000 Wörter pro Blogart genutzt worden wären (was man so jetzt nicht erkennen kann), so ist das im Verhältnis zu der eigentlichen Wortanzahl in einem durchschnittlichen Blog statistische in keinster Weise repräsentativ und kann damit schon gar nicht auf andere Blogs übertragen werden. Daher: Bullshit und weiter drüber lustig machen. Die hatten wohl nichts zu tun und haben einfach mal mit der Suchfunktion im Browser gespielt.
:D ja – und rechne mal von den 32.000 wörtern die füll- und bindewörter ab… ;-)
und ja: die analyse gabs im rahmen einer studie. whatever.