Apr 022009
 

Lange mussten wir warten, jetzt gibt's erste Einblicke in Bob's Game.
Lange mussten wir warten, jetzt gibt's erste Einblicke in Bob's Game.


Die einen hassen ihn, die anderen lieben ihn. Robert „Bob“ Pelloni spaltet die DS-Besitzer in zwei Lager: Viele lieben die bislang veröffentlichen Videos und Screenshots zu Bob’s Game und wollen es im Handel sehen (zu der Seite zählen wir uns selbstverständlich auch). Ein kleiner Rest ist allerdings ziemlich genervt von Pellonis viralem Marketing für sein „Ein-Mann-Game“. Wir berichteten bereits im Sommer 2008 über den Traum des Indie-Entwicklers: Über 15.000 Stunden codete der Tüftler im Alleingang an seinem Lebenswerk und wollte dieses mit aller Macht auf den DS bringen. Nintendo zeigte sich aber wenig einfühlsam und verkaufte Pelloni einfach kein Entwickler-Kit. Daraufhin sperrte er sich aus Protest 100 Tage mit seiner Webcam ein – durchgehalten hat er jedoch nur 30.

Einen Schritt weiter ging Pelloni mit der Zupflasterung des Nintendo World Stores in NYC. Fenster wurden mit Postern von Bob’s Game tapeziert und Regale mit leeren Bob’s Game-Cases (für DS) befüllt. Alles schien so, als stehe der Entwickler auf Kriegsfuß mit seiner Jugendliebe Nintendo. Doch dann stellte sich heraus: Alles war nur fein ausgedacht.

Jede Aktion, mit der Pelloni auf allen einschlägigen News-Seiten landete, diente allein seiner viralen Kampagne und der Bewerbung seines Jugendtraums. (Detaillierte Videos und Berichte zur Kampagne findet ihr auf seiner Homepage.) Und Bob ist in Wirklichkeit nur ein erfundener Charakter. Wer hätte das gedacht?

In Bob's Game müssen wir Tetrid lernen.
In Bob's Game müssen wir Tetrid lernen.
Doch wir wollen weg von jeglichem Gebräu, dass Pelloni sich in den letzten Monaten aus den Fingern gesaugt hat; hin zu handfesten Inhalten und hin zum vollen Spielgenuss. Dies ist ab sofort möglich, da mittlerweile die erste Demo zum Spiel erhältlich ist (Download). Ein Publisher ist zwar noch nicht gefunden, aber Robert Pelloni möchte dem Volk trotzdem schon zeigen, was er kann. Und um eines vorwegzunehmen: Wir sind begeistert! Das Adventure-RPG hat einen liebenswerten Stil (weitere Bilder in unserer Galerie) und eine große Portion Humor im Gepäck. So warnt uns Bob’s Game schon zu Beginn vor sich selbst und betitelt sich ironisch mit „This game will probably never be.“ Die Basis für ein großartiges Spiel bietet aber vor allem das intuitive Gameplay und der Fakt, dass es als Homage an Gaming als Hobby, Kultur und Industrie gedacht ist. Im Grunde genommen bekommen wir die Story der Spieleindustrie aus der Sicht eines Gamers zu sehen, verknüpft mit der Liebesgeschichte über’s Aufwachsen mit Nintendo. Romanze und Tragödie inklusive.

Worum geht’s? Yuu ist neu in der Stadt und gerade mit seiner Familie in das neue Haus eingezogen. Er ist der erste, der all seine Kisten ausgepackt hat – sein Bruder beschäftigt sich lieber mit seinem N64, seine Mutter mit der Küche und sein Vater mit dem TV. Um aus dem Haus zu dürfen und Freunde in der Nachbarschaft zu finden, muss Yuu ein kleines Puzzle lösen und Batterien für seinen Gantendo „Gametoy“ finden. Mit letzterem kann man richtig nostalgisch werden: Auf dem Touchscreen wird Tetrid gespielt – ein nicht ganz so leichter Tetris-Klon. Das fühlt sich wieder an wie früher. Laut Pelloni soll Bob’s Gametoy auch einen Platformer beinhalten, der den Umfang von Cave Story hat. Alle Achtung! Überzeugt euch am besten einfach selbst von der vielversprechenden Demo, die kostenfrei auf bobsgame.com downloadbar ist und sich mit diversen Flashkarten und dem Emulator no$gba abspielen lässt.

Wir sagen: Doppel-Daumen hoch und hoffentlich bald auf Cartridge oder im DSiWare-Shop erhältlich!

(via infendo)

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