Apr 072009
 

1. Das umstrittene Irakspiel
(guardian.co.uk)
Krieg ist nie etwas Schönes. Und wenn er so akurat umgesetzt wird, wie etwa in der Kampagne von Call of Duty 4, dann befällt einen doch ab und zu ein mulmiges Gefühl. Das dürfte auch auf Six Days in Fallujah zutreffen. Der Shooter greift die heftigen Kämpfe rund um die irakische Stadt Falludscha auf, die 2004 stattfanden – also erst vor fünf Jahren. Konami verspricht natürlich einmal mehr realistische Gefechte (auch dank der Berater-Tätigkeit von Marines, die dort waren), vergisst aber dabei offenbar den moralischen Aspekt…

2. “The greatest story ever told will be in a computer game”
(vg247.com)
Entwickler-Legende Peter Molyneux ist sich sicher, dass Computerspiele andere Medien in Sachen Story den Rang ablaufen werden. Man könne in ein und demselben Game eine Geschichte völlig unterschiedlich erleben – “And that is power“, so Molyneux. Natürlich sieht sich der Herr Molyneux aber nicht nur als analysierender Betracher, sondern ist wie immer mit von der Partie: “That ambition to do that, to write that story, or to write that game that allows you to experience that story, is definitely something Lionhead Studios wants to do.

3. Übernahme-Gerüchte um Midway
(gamezone.de)
Mortal Kombat-Publisher Midway befindet sich bekanntlicherweise in einer finanziellen Krise. Nebst des drohenden Bankrottes verlassen offenbar auch immer mehr Angestellte das sinkende Schiff, um sich selbstständig oder bei anderen Arbeitgebern die Brötchen zu verdienen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der eine oder andere Konkurrent darauf hofft, mit Midway doch noch ein Schnäppchen zu machen. Laut Gerüchten interessieren sich Ubisoft, Warner Bros. und ein privater Investor aus Chicago an Midway interessiert.

4. Elite Racer Pro für alle mit etwas mehr auf dem Konto
(chipchick.com)
Elite Sim Design hat einen Racing-Simulator entwickelt, der sich wahrlich ‘elite’ nennen darf. Das Gerät benötigt nicht nur viel Platz, sondern hat auch noch keinen öffentlich ausgeschriebenen Preis – immer ein Zeichen dafür, dass sich sowieso nur Superreiche das ‘Zubehör’ leisten können. Mit dabei: Sony Bravia 5.1 Surround Sound, ein 1080 LCD Screen (oder alternativ: Vuzix I-Wear mit drei Screens) und unter der Haupe ein Quad-Core-PC mit 4 GB RAM und 500 GB Harddisk. Ha! Ich habe mehr RAM, ätsch.. Mehr Infos unter elitesim.com.

5. Close Range: Rabenschwarzer Humor
(theonion.com)
Ein bisschen Sarkasmus hat noch nie geschadet: Das Onion News Network präsentiert in einem aufwendig gemachten Video einen angeblichen neuen Shooter, genannt Close Range. Angepriesen wird eine “well developed story” und gut ausgearbeitete Charaktere – in Tat und Wahrheit zeigen die Spielszenen nur eine Pistole, die in verschiedene Gesichter schiesst. Witziges und vor allem professionell gemachtes Blödelvideo.

  • http://www.blindsicht.de sYntiq

    “vergisst aber dabei offenbar den moralischen Aspekt…”

    Eben nicht. Laut dem von dir verlinktem Text stammt sogar die Idee zu diesem Spiel von U.S.Soldaten die dort waren. Ebenso soll es zwar ein “Spielerlebnis” bringen, aber genauso lehrreich sein.
    Es gibt Dokumentationen in Bild-, Film- und Textform.

    Dieses Projekt ist quasi ein Experiment: Eine Dokumentation in Spielform. Ein Spiel bei dem man ein wenig “Geschichte” lernen kann.

  • http://gamgea.com Simon Lutstorf

    Genau das finde ich ja unmoralisch. Was will man denn “dokumentieren”? Ich habe das Gefühl, dass der Begriff Dokumentation nur für das Anpreisen eines weiteren “realistischen” Shooters steht – wie man aus sechs Tagen Falludscha etwas über Geschichte lernen will, ist mir schleierhaft. Aber abwarten, vielleicht überraschen uns die Entwickler ja…

  • Robert Fedick

    Es ist schlicht eine Doppelmoral, sich über die Aufarbeitung von Kriegsgeschehnissen in Spielen zu ereifern, wenn jene erst 5 Jahre zurückliegen, während man sich bei WWII-Shootern nicht weiter daran stört. Entweder man findet das spielerische Nachempfinden des Todes realer Menschen in realen Gefechten okay, oder lässt ganz die Finger davon.

  • http://gamgea.com Simon Lutstorf

    Natürlich ist das Doppelmoral. Aber eine, die immer da sein wird, weils letztendlich auch menschlich ist. Ob man so ein Spiel (oder einen Film oder was auch immer) produziert, hängt auch davon ab, obs im gesellschaftlichen Bewusstsein noch als “schlimmes Ereignis” verankert ist oder nicht. Ein Film über 9/11 zwei Wochen nach den Anschlägen wäre ein Riesenskanal gewesen – drei Jahre später völlig okay.

  • BennyxD

    Doppelmoral? WTF.
    Ein Event muss nicht Jahrzehnte zurückliegen, damit “dokumentiert” werden kann. Das Spiel ist ja nicht für die gedacht, die live beteiligt waren. Das Spiel soll einen realistischen Eindruck in den Krieg liefern. Damit sich der Spieler jenen vorstellen kann. Nur weil der Krieg noch aktuell ist, heißt das nicht, dass man es sich vorstellen kann. In den Nachrichten hört man eh nur Fakten, z.B. das wieder so und so viele Leute durch ein Selbstmordattentat gestorben sind. Dadurch kann man sich kaum die Atmosphäre etc. vermitteln.

    Aber das ist nur meine Meinung.
    Die Marines, die das Spiel angeregt haben, sehen das anscheinend ähnlich.

  • http://www.gamgea.com Gerhard Rohrer

    “Nur weil der Krieg noch aktuell ist, heißt das nicht, dass man es sich vorstellen kann. In den Nachrichten hört man eh nur Fakten, z.B. das wieder so und so viele Leute durch ein Selbstmordattentat gestorben sind. Dadurch kann man sich kaum die Atmosphäre etc. vermitteln.”

    Und du meinst ein Computerspiel kann das? Ein Spiel liefert auf KEINEN FALL einen realistischen Eindruck vom Krieg. Dieser besteht nämlich nicht nur aus Dauergeballere und Action sondern vor allem auch aus Leid, Folter, Angst, Verlust usw.

  • BennyxD

    Ein Computerspiel kann genauso gut/schlecht einen Eindruck vom Irakkrieg geben, wie vom WW2.
    Und da schreit auch keine “Doppelmoral” etc.. (außer irgentwelche “scheiß Killerspiele”-Freaks)

  • Robert Fedick

    Du hast eigentlich keine Ahnung, was das Wort bedeutet, oder?

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