Es ist jede Woche das Selbe. Egal auf welchem Blog die Preise für die neusten Arcade-Games bekannt gegeben werden, es hagelt nur so Beschwerden ob der hohen Preise. Euch mag das vielleicht nicht so stark auffallen, aber da ich mir tagtäglich etliche Feeds zu Gemüte führen muss darf und auch gerne mal die Kommentare überfliege, kann ich euch versichern, es ist wirklich extrem! Jüngstes Beispiel sind die Veröffentlichungen dieser Woche, Flock! (1.200 MSP) und Puzzle Quest Galactrix (1.600 MSP). Bevor ich weiter ins Detail gehe, möchte ich zuerst meine Meinung ganz prinzipiell einmal kundtun: Für gute Spiele bezahle ich gerne gutes Geld!
Es gibt auf dem Xbox Live Marktplatz zu jedem Spiel eine Demoversion, die auch in 99% der Fälle absolut ausreicht, sich ein Bild von der Qualität zu machen und die eigenen Kompatibilität ausfindig zu machen. Mein Aufruf deshalb an alle Nörgler (die diesen leider nie lesen werden), die schon aus Prinzip anfangen zu meckern, ohne das jeweilige Spiel überhaupt ausprobiert zu haben: Einfach mal die Fresse halten! Es interessiert niemanden, aber auch wirklich niemanden ob ihr euch das Spiel kaufen wollt oder ob ihr es, aus welchen unerfindlichen Gründen auch immer, als zu teuer erachtet. (Anm.: In diesem speziellen Fall war es schon vorher möglich, beide Games zu testen, das ist aber eher selten der Fall.)
Puuh. So! Das musste ich mir einfach mal von der Seele schreiben. Bloggen kann auch ein Stück Therapie sein. Jetzt zurück zu den Fakten und zu einem einfachen Rechenbeispiel:
Puzzle Quest Galactrix kostet im Handel etwa 30€ für den PC und etwa 40€ für den NDS. Wenn wir uns in Deutschland 4200 Punkte kaufen, kostet das in etwa einen Fuffi (zumindest auf Amazon). Somit würde den geneigten Xbox-Zocker das Game gerade mal 19€ Euro kosten! Teuer? Das ist ein absolutes Schnäppchen! Wo der “ofizielle” Weg schon günstig ist, können wir aber noch erheblich mehr sparen. Wenn wir uns die Karte per Import in England besorgen, kostet die selbe Anzahl Punkte ca. 37€, somit zahlen wir im Endeffekt sogar nur 14 Euro für ein Game, das mindestens doppelt so teuer ist.

Aber selbst wenn man die Vergünstigungen durch Währungs-Schwankungen einmal beiseite lässt, versteht ihr jemanden, der sich über ein Schnäppchen aufregt? Nur weil er sich ein dummes Prinzip in den Kopf gesetzt hat, dass Arcade-Games nicht mehr als 800 Microsoft Points kosten dürfen (was bei vielen so ist)? Wir bekommen hier immerhin einen Titel, der im Handel genau so erhältlich ist. Sicher, was uns fehlt sind die Verpackung und die Möglichkeit, das Game nach dem Durchspielen auf eBay zu verticken. Aber gerade bei PC-Spielen ist der Werteverfall enorm und wer hat schon Lust, nur wegen eines besseren Gebrauchtpreises durch ein Game zu hetzen? Und überhaupt: Im Vergleich zu den frühen Portierungen (wie zu Beginn des Service vor ein paar Jahren) hat sich einiges getan, wir bekommen hier keine verbesserten Remakes alter Titel mehr präsentiert, wie Dig Dug oder Streets of Rage, die sich locker für wenig Geld anbieten lassen
Natürlich mag das Ganze auch erstmal eine Grundsatzfrage sein, viele weigern sich noch immer strikt dagegen, für rein digitale Downloads Geld auszugeben. Aber die Grundlage meines Aufregers sind nur die Leute, die damit kein Problem haben. Es gibt freilich nicht immer nur Ersparnisse, Flock kostet z.B. in etwa das Gleiche auf Steam, aber auch das rechtfertigt keinen “Das Spiel sollte 800 Punkte kosten, Microsoft stinkt!”-Ausruf.
Der Deal der Woche für Gold-Mitglieder ist übrigens die erste Ausgabe der Penny Arcade Adventures für 800 Microsoft Points (mit deutscher Karte 9,50€, mit englischer sogar nur 7€!). Selbst wer die Vorlage (so wie ich) nicht kennt, wird mit diesem humorvollen RPG eine Menge Spaß haben.
Das hier Gesagte soll natürlich kein Freibrief für Microsoft sein, die Preise in Zukunft immer so hoch zu gestalten. Natürlich freue ich mich generell mehr über Titel die 800 Punkte kosten, das ist gar keine Frage. Man sollte nur immer die Kosten in Relation sehen. Danke für eure Aufmerksamkeit!
Mehr lesen:











{ 4 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }
Meinungsäußerungen über Preispolitik, sei es bezüglich Microsoft oder wem auch sonst, finde ich immer noch legitim. Natürlich gibt es Rechenexempel, die solche Kritik schnell entkräften, aber bei manch anderen Beispielen kann man schonmal das Gefühl haben, Microsoft teste einfach mal gerne seine Grenzen aus (1600 Points für R-Type Dimensions fand ich beispielsweise ziemlich gewagt). Selbstverständlich steckt in jedem Spiel harte Arbeit, die entlohnt werden will, und ein gewisses Preisniveau durchaus rechtfertigt. Nur sollte man extreme Abweichungen von einem selbst etablierten Standard dem Kunden gegenüber auch entsprechend rechtfertigen können, sonst muss man auch mal damit rechnen dass er protestiert. Das Totschlagargument “Niemand zwingt euch, es zu kaufen!” ist natürlich nicht ganz falsch – und was den meisten Konsumenten zu teuer ist, verkauft sich eben schlecht. Ob die Preismodelle für XBLA-Titel oder DLC letztendlich funktionieren, zeigen aber immer noch die Downloadzahlen, nicht die Kritik auf diversen Internetplattformen.
R-Type kostet 1.200. Ist es zu teuer? Sicherlich. Hab ich es gekauft? Nein. Aber ich hätte es auch für 800 nicht gekauft. Ich wäre aber niemals auf die Idee gekommen, mich irgendwo darüber zu beschweren. Die primäre Frage dreht sich doch nicht um den Preis, sondern wie sehr ich es wirklich will.
Insgesamt betrachtet ist der meiste DLC sicher zu teuer (ein Feature dazu liegt noch halbfertig in der Schublade rum). Bsp: 800 Punkte für zwei Fahrzeuge, ein paar Waffen und neue Karte (obwohl es dafür einen Editor gibt) machen den DLC von Far Cry 2 zur Farce, vor allem wenn man sich anschaut, was Lost & Damned zu bieten hat.
Gerechtfertigte Kritik hör ich mir gerne ab, aber das Gejammer jeden Tag aufs Neue nervt einfach nur noch.
PS: Eben ganz vergessen, was mir am meisten auf den Sack geht, ist wenn die Leute schreiben “Für 800 hätte ichs gekauft, aber für 1.200 ist es mir viel zu teuer.” Bitte?? 9,50€ sind völlig okay, aber 14,30€ sind ein Ding der Unmöglichkeit, erklär mir mal diese Logik.
Das hat wenig mit Logik zu tun, sondern eher mit Psychologie. Ein Produkt welches “9,99Euro” kostet, wird interessanterweise öfter gekauft als wenn es “10,00Euro” kosten würde. (Da gibt es so einige Versuche und Studien zu) 10.00 Euro wird da, obwohl nur 1 Cent Unterschied, gern und oft als teuer angesehen.
Davon ab: Wenn man gut verdient sind 5Euro tatsächlich nichts. Als Schüler aber können 5 Euro wirklich schon ein riesen Unterschied ausmachen.
Ich verdiene mittlerweile rel. gut, Trotzdem kauf ich eher/”unbedachter” mal etwas für 800 Punkte als für 1200.
Btw: Interssanterweise habe ich absolut kein Problem mir irgend ein Download-Only Game auf meinem Mac für 20 Euro zu registrieren wenn ich es haben möchte, aber auf XBox Live habe ich schon bei den 1200 Punkten für R-Type Dimensions ziemlich lange gezögert bevor ich zugeschlagen habe. (Und das obwohl ich für 4500 Points nur 39.00Euro gezahlt habe)
Das liegt unter anderem aber wohl auch daran dass ich die Sache auf PC/Mac als viel transparenter empfinde als auf XBL. Ich habe trotz lesen sämtlicher Handbücher und Beilagen meiner 360 noch viele Fragen bez. XBL deren Beantwortung durchaus für ein “lockereres” Geldausgeben auf XBL sorgen könnte.
(Trotzdem gehöre ich nicht zu den Leuten die dann allen erzählen müssen das es ja viiieeeel zu teuer wäre. Wenn es MIR zu teuer ist, kaufe ich es nicht und gut ist.)
Tja. Ich denke, dass es einfach Spiele gibt, die ihr Geld nicht wert sind oder mal teuer angesetzt wurden (siehe Bomberman + Addons), aber ich habe mir ein paar Spiele geholt, weil sie günstig und gut sind und ich habe es nicht bereut. Man muss eben mal Demos anschauen und dann kann man nix verkehrt machen. Nur rein kostenlose Spiele sind auch entsprechend schlecht auf XBL.