Codename “Unbeholfen” (2/2): Konsolennamen, die nicht sein sollten


Nomen est omen.
Nomen est omen.

Nachdem wir euch am Dienstag Teil 1 präsentierten, gibt es heute noch einmal weitere fünf Konsolen, deren uns jetzt bekannte Namen nicht immer in Planung waren. Seht heute, wie abermals Nintendo und auch Microsoft Namenskandidaten in Erwägung zogen, die besser in Vergessenheit bleiben sollten – oder gar das Schicksal der jeweiligen Konsole in andere Bahnen hätten lenken können.

Codename: “Dolphin”

Der Gamecube.
Der Gamecube.

Ein hochintelligentes, lebhaft-energisches Wesen, dem der Mensch mit Sympathie begegnet und das ihn oftmals fasziniert – und das wir nicht zuletzt auch mit Geselligkeit und Verspieltheit assoziieren. Der Arbeitstitel “Dolphin” für die bereits 1999 angekündigte Konsole weckte zurecht große Hoffnung bei Nintendo-Fans. Zwischenzeitlich geriet der Name “Star Cube” in Umlauf, für den gar Trademarks registriert wurden; Gerüchten zufolge wich man jedoch aufgrund wenig begeisterter Reaktionen aus dem Westen letztendlich auf den uns heute bekannten Namen aus: Gamecube. Als die Konsole Ende 2001 (hierzulande Frühling 2002) auf den Markt kam, war sie der sehr zeitnah erschienenen Xbox des neu auf den Plan getretenen Konkurrenten Microsoft jedoch technisch bereits unterlegen, und vermochte selbst der grafisch schwächeren PlayStation 2 nicht die Marktführerposition abspenstig zu machen.
Als Hommage an seinen ursprünglichen Namen wurde die GPU des Gamecube übrigens “Flipper” getauft.

 

Codename: “DirectX-box”, “MARZ”, “VERV”, “TAC”

Die Xbox.
Die Xbox.

Ihr haltet den Namen “Xbox” für nicht besonders geglückt? Microsoft hatte für seine auf Direct-X basierende Konsole neben dem schmerzhaft einfallslosen “DirectX-boX” noch ganz andere Alternativen am Start, eine grauenvoller als die andere. Wie wäre es mit “MARZ” (Microsoft Active Reality Zone), “VERV” (Virtual Entertainment and Reality Venture) oder “TAC” (Total Action Center)? Akronyme für peinliche und sinnbefreite Namenskonstrukte sind ein Verbrechen für sich, doch sobald sie kingen wie Lautmalereien aus einem alten Batman-Comic, ist es Zeit, die Marketing-Abteilung zu feuern.

 

Codename: “Xenon”

Die Xbox 360.
Die Xbox 360.

Ursprünglich als Kandidat für den Vorgänger im Gespräch, überlebte dieser Name noch als Arbeitstitel für Microsofts zweite Konsole – die sich vor ihrem Erscheinen übrigens in der Presse kurzzeitig augenzwinkernd als “NextBox” etablierte. Ein weiterer Vorschlag lautete übrigens “TS0″, auf den der endgültige Name “Xbox 360″ zurückzuführen ist – es war die Kurzform für “Three Six Zero”.

 

Codename: “Nitro”

Der Nintendo DS.
Der Nintendo DS.

Der Nintendo DS (DS steht bekanntlich für ‘Double Screen’) ist ein wahres Wunderwerk von einem Namen – prägnant, ultimativ simpel, und das entscheidende Alleinstellungsmerkmal des Handhelds mätzchenfrei auf den Punkt gebracht. Der ursprünglich angedachte Name “Nitro” fand übrigens sympathischerweise auf andere Weise Verwendung: Als ein Gerät, mit dem Pressevertreter von Nintendo versorgt wurden, um Videomaterial von DS- und GBA-Spielen aufzuzeichnen.

 

Codename: “Revolution”

Die Wii.
Die Wii.

Wer sich nicht erst seit gestern für Spiele interessiert, an dem dürfte es damals unschwer vorbei gegangen sein: Nintendo, die man nach zwei kläglich erfolglosen Konsolen schon fast zu belächeln erwägte, kündigten nicht weniger als eine Revolution der Industrie, ja des gesamten Mediums Videospiel an. Anfängliche Ungläubigkeit, dass Big N sich tatsächlich je wieder von den Fehlschlägen der vergangenen 10 Jahre erholen würde, wandelte sich in rasende Belustigung, als man am 27. April 2006 schließlich den endgültigen Namen des von Nintendo messiasgleich gehypten Geräts vernahm: Wii.
Neben der klanglichen Anlehnung an das englische “we” sei vor allem das Schriftbild des Namens von Bedeutung, hieß es damals seitens Nintendo: die beiden “i”s symbolisieren sowohl das eigenwillige Controllerdesign, als auch das Zusammenkommen von Menschen, um zu spielen. An der kolossalen Wirkung, die die Konsole auf den neu erschlossenen Massenmarkt hatte, ist die im Nachhinein als clever erwiesene Namenswahl mit Sicherheit nicht ganz unschuldig: “Wii” drückt mit spritziger Unkompliziertheit und Verspieltheit perfekt die Zugänglichkeit aus, die schließlich Millionen Nicht-Gamern die Berührungsangst mit dem Medium nehmen sollte. Bemerkenswerterweise ist Nintendo also genau das gelungen, was sie wortwörtlich versprochen hatten: eine Revolution. Wenn auch hauptsächlich dadurch, wie sich das öffentliche Bewusstsein für Videospiele fundamental verändert hat.

 

(via GamesRadar)

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8 Kommentare zu “Codename “Unbeholfen” (2/2): Konsolennamen, die nicht sein sollten”

  1. jam says:

    revolution finde ich gar nicht revolutionär… klingt eher ziemlich retro.

  2. El Tomo says:

    Ich werde in Zukunft nurnoch mit meinem Total-Action-Center spielen statt mit ner langweiligen X-Box ;-)

  3. DFYX says:

    Ach ja: intern läuft der Nintendo DS immer noch unter dem Namen NITRO. Beispielsweise heißen die Codebibliotheken, die man als Entwickler bekommt, NitroSDK und NitroSystem.

  4. simpLe says:

    Ich finde, Revolution hört sich besser an als Wii, wobei Wii eine bessere Bedeutung hat.. also das Wir, und was da noch alles so dahinter steckt ;) Aber dennoch hätte ich nichts gegen “Revolution” gehabt ^^

  5. sYntiq says:

    Und als nextes bitte so ein Special bezüglich Spieltiteln. :) Gerade der Arbeitstitel, bzw die ersten “finalen” Titelversionen unterscheiden sich ja gern mal von dem was dann im Laden steht.

  6. Zerebrat says:

    Mal wieder sehr interessant.
    Danke für diesen Artikel

  7. gaspode says:

    >Nintendo, die man nach zwei kläglich erfolglosen
    >Konsolen schon fast zu belächeln erwägte

    Welche zwei sollten das wohl sein?

  8. sYntiq says:

    @gaspode: N64 und Gamecube. Sind beide Verkaufszahlentechnisch ziemlich gefloppt.

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