Mai 062009
 

Die Rückkehr der Zipfelmütze

Zauberer, Außerirdische und Märchengestalten, diese Kombination bieten heuer nicht viele Spiele. Nicht dass man sich jemals gedacht hätte, dass dieser Missstand behoben werden sollte, nimmt sich nun der aktuell fünfte Teil der Simon the Sorcerer – Reihe dieser Problematik an. Die Zauberwelt wird von Ork-ähnlichen Aliens heimgesucht und Simons Freundin Alix entführt. In der Rolle des ewig jungen Zauberers ist es nun an euch sie wieder zu finden.

Wo hab ich bloß meine Mütze gelassen?
Wo hab ich bloß meine Mütze gelassen?

Unser Fazit:
Wer will schon Kontakt? In den ersten dreißig Minuten ist man sich als Spieler aufgrund der doofen Geschichte da noch unsicher. Gibt man [amazon B001NOY8M8]Simon 5[/amazon] aber eine Chance, darf man sich auf ein paar Stunden spaßiges Zeigen und Klicken freuen. Witzige Dialoge, zugängliche Rätsel und hübsche Grafik machen den Titel vor allem für Adventure-Neulinge interessant. Alte Hasen dürften sich jedoch über die etwas zu leicht geratenen Rätsel ärgern.

8/10

Wir bedanken uns bei The Games Company für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsmusters.

(Den kompletten Zauberspaß gibt es nach dem Klick.)

Simon the sorcerer – Wer will schon Kontakt (PC)
Entwickler: Silver Style
Publisher: The Games Company

Bereits 1993 erblickte Simon der Zauberer das Licht der Welt. In seinem nun mehr fünften Abenteuer darf er sich nicht nur mit den bereits bekannten Märchenfiguren abgeben, sondern auch noch mit Aliens. Diese fallen nämlich am Neujahrstag in der Zauberwelt ein und sorgen für Chaos. Zu allem Überfluss verschwindet auch noch Simons Freundin Alix, die es nun zu suchen gilt.

Habt ihr euch erstmal an den hässlichen Ork-look der Extraterrestrischen gewöhnt, fühlt ihr euch recht schnell heimisch. Die Optik glänzt mit schön ausgearbeiteten Hintergründen in 2D, die um einzelne Raumelemente und die Spielcharaktere in 3D-Modellierung bereichert wurden. In Zwischensequenzen wird auch gerne mal an die Hauptfiguren rangezoomt, ansonsten habt ihr immer einen guten Überblick über die relevante Umgebung. Auch der Sound kann mit meist sehr guten Sprechern durchaus glänzen. Etwas mehr Würze in den witzigen Dialogen hätte hier aber nicht geschadet.

Für Coregamer sicherlich indiskutabel aber dennoch schön gelöst, ist das Hilfesystem, mit dem ihr in drei Stufen Tipps zum Lösen der Rätsel erhalten könnt. Leider sind die meisten Rätsel jedoch wenig knackig und auch ohne diese Hilfestellungen gut zu bewältigen. Ansonsten geht Adventure-Veteranen das Spiel gewohnt von der Hand: Die linke Maustaste müsst ihr zum Benutzen, die rechte zum Anschauen klicken. In eurer Mütze findet sich das Inventar, indem ihr wie gehabt Objekte lagern und miteinander kombinieren könnt.

Chaos ist das halbe Leben
Chaos ist das halbe Leben

Was wir mochten:

Witzig ist witzig. Spiele mit Humor haben bei mir immer gute Karten und Simon 5 kann hier mit meist witzigen Dialogen ordentlich punkten. Etwas mehr Biss hätte aber nicht geschadet.

Optik ist nicht alles. Wenn sie gut ist, kann es aber auch nicht schaden und so zeigt sich Simon 5 von seiner besten Seite. Über die Charaktergestaltung kann man durchaus streiten, nicht aber über die schöne Umgebung mit den detailliert gezeichneten 2D-Hintergünden und den Cel-Shading-Elementen im Vordergrund.

Hilfreich. Die ganz schlauen unter euch werden es vielleicht nicht brauchen, aber das Hilfesystem ist wirklich gelungen. In drei Stufen könnt ihr euch Tipps zur Lösung aktiver Rätsel geben lassen.

Da hat gestern wohl jemand zu viele Bohnen gegessen
Da hat gestern wohl jemand zu viele Bohnen gegessen

Nicht gefallen hat uns:

Leicht wie eine Feder. Na gut, ganz so leicht ist Simon 5 nicht, aber die Rätsel hätten in der Regel einen Tacken schwerer sein dürfen. Gehört man dann noch der Spezies der Ungeduldigen an und nutzt die Hilfefunktion, ist man in weniger als zehn Stunden am Ende angelangt.

Sebastians Meinung:
Als großer Adventure-Fan war ich immer eher den Discworld-Abenteuern zugetan. Rincewind war mir persönlich einfach immer sympathischer. Simons aktuelles Abenteuer hat mir aber dennoch Spaß gemacht, da die Optik wirklich schön gemacht ist und die Texte weitestgehend originell geschrieben sind. Die Geschichte mit den Außerirdischen war mir Anfangs zwar zu absurd, nach etwas Eingewöhnung entwickelt das Ganze aber einen eigenen Charme. Wer Adventures mit abgedrehten Rätseln etwas abgewinnen kann, darf hier beherzt zugreifen, der Schwierigkeitsgrad hätte aber durchaus etwas knackiger sein dürfen.

Hidden Text