Mai 082009
 

Es gab schon einige Beiträge auf anderen Seiten, welche das beste Joypad aller Zeiten kürten. Doch leider vergaßen die Autoren jedesmal, dass jede Generation Konsolen andere Ansprüche an das Eingabegerät stellt. Aus diesem Grund lässt sich ein hochgezüchteter Doppel-Analogstick mit 13 Knöpfen nur schwerlich mit dem Atari 2600-Knüppel vergleichen. Wir versuchen diesem Thema nun ein für alle mal gerecht zu werden und präsentieren die absolute Bestenliste der Controller nach Ära sortiert. Viel Spaß!

1980-1989:

Platz 3: Multi-Function 2002 (wurde auch unter anderem Namen gesichtet)

Gebaut für die Ewigkeit, schwer wie Blei und...
Gebaut für die Ewigkeit, schwer wie Blei und...
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Unverzichtbar weil: Schaut ihn euch doch an. Auf diesem Controller wurden alle wichtigen Funktion vereint, die frühe Computerspiele benötigten. Paddles (= Drehknöpfe) für u.a. Breakout (Arkanoid und Co.), Dauerfeuer für Shooter oder „Games“ (Winter, World, Summer, California etc.) und ein Layout wie in der Spielhalle. Zudem war das komplette Gerät sehr hochwertig verbaut und schwer wie ein Backstein (Metall!), wodurch man sich gleich viel selbstbewusster beim Spielen fühlte. Der Controller sieht übrigens auf dem Bild viel grösser aus, als er in der Realität ist.

Nachteile: So gut das Gehäuse auch gewesen sein mag, nach kurzer Zeit fing der Stick trotz Mikroschalter zu quietschen an. Lässt sich mit Grafit beheben, wie ich aus gut informierter Quelle erfahren habe. Außerdem war er nicht für jedes Genre gleich gut geeignet.

Das „2002“ im Namen sollte wohl besonders futuristisch den interessierten Technikfreak (aka Gamer) ansprechen, wurde mittlerweile aber von der Zeit überholt (so schnell kann’s gehen). Mindestens vier verschiedene Firmen brachten das exakt selbe Produkt auf den Markt, jeweils mit einem anderen Namen.

» Mehr Informationen zum Multi-Function 2002

Platz 2: Das NES-Pad

Die Gürtelschnalle wird aus einem echten Controller gefertigt...
Die Gürtelschnalle wird aus einem echten Controller gefertigt...
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Funfacts: Dieser Controller läutete eine Weltpremiere ein: Er war der erste mit der Aufteilung – Richtungstasten (D-Pad) links und Knöpfe rechts – was einer Revolution gleichkam. Sie hat sich bis heute gehalten und bewährt (außer bei der Wiimote und einigen Exoten). Bei den westlichen Geräten war übrigens das Pad nicht fest mit der Konsole, wie beim japanischen Pendant, dem Famicom.

Unglaublich: Das Pad hat einfach keine Nachteile. Es liegt trotz albtraumhafter Windkanal-Werte perfekt in der Hand, mit keinem anderen Controller lassen sich Mario oder Tetris besser steuern. Für die Zeit damals im Vergleich zu Computer-Joysticks zudem fürstlich mit vier verschiedenen Funktionstasten ausgestattet.

Der Kult um dieses famose Joypad ist bis heute ungebrochen. Von Gürtelschnallen über Versionen mit USB-Anschluss bis hin zu Adpatern für so ziemlich jede Konsole, es ist einfach nicht tot zu kriegen. Die Farbgebung weckt bei jedem Zocker unweigerlich tiefe Retro- und Verbundenheitsgefühle.

» NES-Adapter für Wii und USB bestellen
» Die Webseite des Original-Gürtels (gibt viele Imitate)
» Ein paar erklärende Worte bei Wikipedia

Platz 1: Competition Pro

Die Verpackung geizte nicht mit Fakten.
Die Verpackung geizte nicht mit Fakten.
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Größtes Manko: Er hat nur einen Feuerknopf (ja, es sind zwei, allerdings nur für Links- oder Rechtshänder, die Funktion ist die selbe), die restlichen Funktionen mussten auf die Tastatur ausgelagert werden. Somit konnte er leider bei keiner Konsole Verwendung finden, obwohl der Anschluss bei Master System und Mega Drive ohne weiteres möglich war. Somit kamen lediglich Heimcomputer (C64, Amiga usw.) in den ungetrübten Genuss dieses wundervollen Produkts.

Das Besondere: Die Mikroschalter, die bei jeder Bewegung ein saftiges und zufriedenstellendes „klick“ produzieren. Dadurch ungeschlagen in Genauigkeit und kaum kleinzukriegen.

Der beste Joystick der Achtziger, ohne Frage. Er bekommt den Vorzug gegenüber dem NES-Pad nur ganz knapp, weil er durch den neunpoligen Anschluß an einer Vielzahl Systeme verwendet werden konnte. Die hochwertige Verarbeitung und die tolle Ergonomie machten spielen zu einem Erlebnis, was uns im Nachhinein mehr prägte als der Konsolenvertreter.

Über die Jahre sind etliche verschiedene Versionen erschienen. Das halb-durchsichtige blaue Modell ist dabei noch das normalste. Ob Miniausgabe, die einerseits für Aufsehen sorgt („Ooch, ist der süß!“) aber andererseits auch prima zum Gamen taugt, oder abenteuerliche Farbvarianten und Neuauflagen mit USB-Anschluss, es ist so ziemlich alles vertreten.

» Competiton Pro bei Wikipedia
» Kleine (nicht vollständige) Übersicht einiger Modelle
» Webseite der offiziellen Neuauflage