Review / Test:
Sonic und der Schwarze Ritter








Sonic ist wieder da und reist mit uns ins Mittelalter, in welchem wir gemeinsam eine eigenwillige Version der Artus-Sage erleben. Wird Sonic und der Schwarze Ritter damit zum heiligen Gral der Sonic-Games, oder entführt uns das Spiel dabei ins finsterste Gameplay-Mittelalter?
Unser Fazit:Sonic und der Schwarze Ritter ist besser als Sonic Unleashed, allerdings nur minimal. Einige Dinge wurden zwar dieses mal eleganter gelöst, trotzdem überzeugt das Game nicht ganz. Waren es in Unleashed die uninspirierten und langsamen Nachtlevel als Wereigel, ist es nun Sonics Schwert, das für Frustmomente sorgt. Der Schwertkampf ist – wie wir Wii-User mittlerweile ja aus Erfahrung wissen – “realistischer” als auf jeder anderen Konsole. Ein wenig Schütteln mit der Wiimote und fertig ist der “präzise” Schwerthieb. (Red Steel 2 wo bist du?). Für Gegner oftmals tödlich, für den Spieler nach kurzer Zeit nur noch langweilig. Hinzu kommt, dass durch die Kämpfe immer wieder auch das Tempo aus dem Spiel genommen wird. Und das schmerzt gerade in einem Sonic-Game. Dabei hätte das Spiel durchaus gut werden können! Doch leider wurde wieder massig Potential verschenkt und Sonic und der Schwarze Ritter kommt trotz manch positiver Eigenschaft nicht über eine durchschnittliche Wertung heraus.
6/10
Wertung Alexander: 8/10
Wir bedanken uns bei SEGA für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsmusters.
(Was das Spiel richtig macht, weshalb ein Schwert so gar nicht zu Sonic passt und wer Alexander ist, lest ihr jetzt.)
Sonic und der Schwarze Ritter
Entwickler: Sonic Team
Publisher: SEGA
Zur Story sei nicht viel gesagt. Einerseits hat sie mit der Artus-Sage bis auf ein paar Namen nicht mehr viel gemeinsam, andererseits ist diese in einem Sonic-Spiel sowieso eher nebensächlich. Unser Held wird von der Zauberin Merlina ins Mittelalter entführt, um den böse gewordenen König Artus zu bändigen. Dabei trifft Sonic natürlich auch auf zahlreiche Artus-Ritter in Gestalt bekannter Figuren der Franchise wie Knuckles, Amy und Co., die in diversen Bosskämpfen besiegt werden müssen. Dies bildet die Rahmenhandlung für Sonics neuestes Abenteuer. Doch wie spielt sich das alles?
Auf den ersten Blick gar nicht mal so schlecht! Nach dem gut gemachten Renderintro geht es mit kurzen, gezeichneten Videosequenzen weiter, welche die Geschichte fortführen. Diese können jederzeit geskippt werden, um schnell zum Levelstart zu kommen. War das Tutorial in Unleashed noch recht schlecht gelöst, hat sich hier einiges verbessert. Schon nach kurzer Zeit sausen wir dahin, beherrschen den Schwertkampf und können Attacken von Gegnern blocken. Bald danach führen wir bereits die Soul-Attacke aus, mit deren Hilfe wir Ritter in Zeitlupe ausschalten. Allerdings nur so lange, wie wir die dafür notwendige “Soul-Energie” – sichtbar anhand eines kleinen Balkens – zur Verfügung haben. Pro Level gilt es eine Mission zu erfüllen und Items können ebenfalls gesammelt werden, um Sonics Fähigkeiten zu verbessern. Hört sich doch gut an, oder?
Leider ist die Neuerung in Sonic und der schwarze Ritter, nämlich das Schwert, auch das größte Manko des Games. Man saust durch die Levels, doch kaum will Spaß aufkommen, tauchen auch schon die ersten Ritter auf und verderben einem den Brei. Um diese nämlich zu besiegen muss man mit der Wiimote schwingen/fuchteln/was-auch-immer und Sonic teilt fleissig aus. Es ist allerdings völlig egal, wie ihr fuchtelt und tut, Sonic reagiert immer mehr oder weniger gleich. Ich werde es nie verstehen, was an dieser Fuchtelei realistischer oder intuitiver sein soll, als einen simplen Button zu drücken. Im Gegenteil, das Wackeln nervt und ist dank Verzögerung im Endeffekt sogar unpräziser. Und man muss oft mit dem Schwert zuschlagen, sehr oft. Damit ist es natürlich auch mit dem Tempo vorbei und man findet sich immer wieder umringt von absolut dummen Rittern, welche man nacheinander durchschüttelt bzw. vermöbelt. Danach heißt es wieder Tempo aufnehmen, um kurze Zeit später wieder Ritter zu zerlegen – und so weiter.
Dank Sonics hohen Tempo kann man glücklicherweise viele Ritter einfach überspringen und weiterrasen. Leider funktioniert diese Taktik nicht immer, gibt es doch Missionen in denen eine gewisse Anzahl an getöteten Rittern Voraussetzung ist, um das Level abschließen zu können. Apropos Missionen: neben der Aufgabe “Schlachte X Ritter” gibt es noch welche wie “Gib den Dorfbewohnern X Ringe” oder einfach nur “Komm ans Ziel”. Die Missionen, in denen man sich von seinen geliebten Ringen trennt, um diese den Dorfbewohnern zu überlassen, erweisen sich übrigens als die größten Tempo- und vor allem Spaßbremsen. Dazu muss man nämlich mehrmals stehen bleiben, um jedem Bewohner eine gewisse Anzahl von Ringen zu geben. Um diese Transaktion erfolgreich abzuschliessen, müssen ein paar öde QTE gemeistert werden. Meist befinden sich auch noch Ritter in der Nähe der empfangswilligen Bewohner, welche ausgeschalten werden wollen, womit wir wieder beim “realistischen” Schwertkampf wären…
Nun aber zu den Bosskämpfen. Diese werden zwar mit der Zeit ein wenig schwerer, sind aber alles in allem immer leicht durchschaubar. Blocken, ausweichen, attackieren – echte Herausforderungen sehen anders aus. Im Endeffekt war ich immer froh, dass der Kampf vorbei ist und es “normal” weitergeht. Apropos “normal” weitergeht: Sonic läuft im Spiel wie auf Schienen. Das geht sogar so weit, dass man mit ihm zwar rückwärts laufen kann, Sonic sich dabei aber nicht einmal umdreht. Muss man zurück, um mehr Ringe aufzusammeln, Ringe zu übergeben oder was auch immer, äußert sich das als eigentümliches Vergnügen. Die Kamera bleibt von unserem Vorhaben gänzlich unbeeindruckt und Sonic marschiert im Rückwärtsgang dahin. Da man aufgrund der Kameraposition nach wie vor nur nach vorne blickt, rennt man so manchmal direkt in zuvor übersprungene Gegner, Dorfbewohner oder andere Objekte. Generell kann von freier Bewegung in der 3D-Umgebung keine Rede sein, da selbst links und rechts steuern nicht unbedingt das gewünschte Ergebnis liefert. Sonic und der schwarze Ritter also eine Katastrophe?
So weit würde ich dann doch wieder nicht gehen. Manche Level und Levelabschnitte machen durchaus Spaß, der Schwierigkeitsgrad zieht im späteren Verlauf des Spiels an und man wird dadurch oftmals spielerisch gefordert. Leider kam dabei bei mir nie ein “Sonic-Feeling” auf, wie in den Tagleveln von Sonic Unleashed oder Sonic Adventure. Mit den tollen 2D-Sonics aus den 90ern hat das Game bis auf den Namen des Hauptdarstellers ohnehin quasi nichts mehr gemeinsam. Eines kann aber definitiv festgehalten werden, Sonic präsentierte sich auf einer Nintendo-Konsole noch nie besser! Die Menüs sind durchgehen stylisch, die gezeichneten Zwischensequenzen stimmig und vor allem die grafische Präsentation selbst ist überaus gelungen und ein Augenschmaus. Selten sah man auf Wii dermaßen viele Details. Die Welten strotzen vor grafischen Effekten und die Framerate bleibt dabei stehts stabil. Sound und Musik sind zwar nichts Besonderes, aber Sonic-typisch und somit OK.
Später im Spiel sind übrigens weitere Figuren aus dem Sonic-Universum spielbar, was sich allerdings spielerisch nicht wirklich auswirkt. Ähnlich verhält es sich auch mit den im Spiel sammelbaren Items, die man verwenden kann, um die eigenen Fähigkeiten zu verbessern. Ebenfalls nahezu ohne Wirkung und somit überflüssig. Über den im Spiel vorhandenen Multiplayer für bis zu vier Spieler hüllen wir am besten gleich den Mantel des Schweigens. Dieser entpuppt sich als lahmes Herumgehaue ohne auch nur irgendwie Spaß aufkommen zu lassen.
Was wir mochten:
Grafik und Präsentation In diesem Punkt kann man Sonic und der Schwarze Ritter nicht bemeckern. Flüssig, sauber, Detail- und abwechslungsreich. So stellen wir uns das vor und so wünschen wir uns das auch, bei einem Spiel, das “Sonic” im Titel hat.
Punktevergleich über Online-Ranglisten Für jeden Level könnt ihr euren Highscore übermitteln und euch mit anderen Spielern messen. Eine feine Sache und zusätzlicher Ansporn, diverse Level noch besser zu meistern. Online ist immer gut, künftig bitte mehr davon!
Manchmal richtig speedy Ja, Sonic kann es noch immer! Zwar ist es mittlerweile nur noch ein immer wiederkehrendes Aufblitzen alter Stärke, doch diese Momente sind es, die einen dann doch weiterspielen lassen. Die klassischen Ringe, Rampen, Sprungfedern und Loopings mussten zwar weichen (und werden teilweise durch leuchtende “Feen” dargestellt), trotzdem wird Sonic oftmals noch ordentlich durch den Level gewirbelt.
Umfang OK Geübte werden das erste mal nach ca. fünf bis sechs Stunden das Spielende erreicht haben. Zahlreiche sammelbare Items, freischaltbare Missionen und die online-Highscoreliste könnten euch dann doch noch länger an den Bildschirm fesseln.
Nicht gefallen hat uns:
Mittelalterliches Gameplay Im Text bereits ausführlich erwähnt, bereitet der Schwertkampf im Spiel leider mehr Frust als Lust. Immer wieder erscheinen Gegner, die mit Schwerthieben besiegt werden müssen. Leider wurde der Schwertkampf denkbar schlecht gelöst. Bis auf Herumfuchteln bietet er keinen Tiefgang und keine Abwechslung. Vielleicht hätten weniger Gegner und eine etwas ausgefeiltere Kampftechnik gut getan. In Kombination mit einer Steuerung per GameCube-Controller (wie es noch bei Unleashed möglich war) hätte Sonic und der Schwarze Ritter so sicher einige Spaßpunkte hinzugewonnen.
Belanglosigkeiten Dies ist im doppelten Sinn zu verstehen. In Sonic und der Schwarze Ritter ist zwar manches spielerisches Element vorhanden, für das Game allerdings eher nebensächlich. Zum Glück trübt das aber auch den Spielspaß nicht wirklich. Zum Beispiel wird jede Misson (also jedes gespielte Level) am Ende zwar bewertet, wie diese Bewertung zustande kommt, hat sich mir nicht erschlossen und scheint eher willkürlich zu erfolgen. Spielt die Anzahl der gekillten Gegner eine Rolle? Die Zeit fürs Level? Oder gar die Schwerthiebe? Weiter lassen sich im Spiel Items sammeln, mit denen wir Sonic ein wenig “aufleveln” können. Allerdings wirkt sich das zu wenig aus, um von Bedeutung zu sein. So ist es auch mit den später verfügbaren Spielcharakteren. Es ist zwar nett, mit ihnen ebenfalls spielen zu können, doch auch hier hält sich der Zugewinn in Grenzen.
Gerhards Meinung:
Ich tue mir wirklich schwer, ein finales Urteil zu Sonic und der schwarze Ritter zu fällen. Ein wenig mehr Herzblut von Seiten des Sonic Teams und ich bin mir sicher, Sonic und der Schwarze Ritter wäre richtig gut geworden. So ist das Spiel im Endeffekt dann doch zu wenig abwechslungsreich und nervt vor allem durch das ewige Herumgeschüttle. Dabei gibt es im Spiel einige Passagen, die durchaus überzeugen können. Leider sind diese zu spärlich gesät, um eine höhere Wertung zuzulassen. Vielleicht besinnt sich SEGA und das Sonic Team und wir bekommen in Zukunft zur Abwechslung mal wieder ein 2D-Sonic zu Gesicht. Sein wahres Potential kann Sonic meiner Meinung nach nämlich nur in der zweiten Dimension voll ausspielen. Deshalb: Zurück zu den Wurzeln und her mit einem Sonic, dass dem guten alten Mario wieder das fürchten lehrt!
Alexanders Meinung:
Alexander, mein 6 Jahre alter Neffe, hat ebenfalls schon einige Zeit mit Sonic und der Schwarze Ritter verbracht. Er liebt Sonic und findet das Spiel nicht schlecht. “Cool, aber etwas leicht!” war einer seiner Kommentare zum Spiel. Und tatsächlich kommt er sehr gut damit zurecht. Selbst Endgegner waren für ihn nach kurzer Zeit nicht wirklich ein Problem. Die simple Schüttelsteuerung könnte also für die etwas jüngere Generation unter uns genau das Richtige sein! Alexander und Sonic in Action könnt ihr euch jetzt ansehen und so ganz nebenbei noch einne Blick auf die Steuerung erhaschen.
























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Vivianne Kühne
dieses spiel habe ich auch für die wii und ich find es echt klasse und bin damit fast durch also viel spaß beim spielen und viel glück gegen sir parsipal