Mai 142009
 

IQ-Boost oder Gehirnwäsche?

Nintendo löste mit den Kawashima-Titeln eine wahre Flut von angeblich die Intelligenz fördernden Casualgames aus. Auch die aktuelle Generation Xbox 360 und PS3 wurden dabei nicht ganz verschont. Vorliegender im Jahre 2008 erschienener Titel ist in dieser Woche für Microsofts Flaggschiff zum Sparpreis von 400 Punkten erhältlich. Ein guter Grund, sich Gehirntraining einmal näher anzuschauen.

Euer persönlicher Hirncoach
Euer persönlicher Hirncoach

Unser Fazit:
Nach bekanntem Konzept hangelt ihr euch in Gehirntraining von Minispiel zu Minispiel um täglich eure Gehirnleistung messen zu lassen und stetig zu verbessern. Dabei bieten die zahlreichen Spiele zwar einige Abwechslung, für sich genommen kann jedoch keines wirklich länger motivieren. Die Technik ist dabei wie zu erwarten auch nicht das gelbe vom Ei. Übersichtlichkeit ist jedoch Trumpf und so kann man bei einem Titel dieser Art die Grafik verschmerzen. Wer keinen DS sein eigen nennt und hin und wieder mit leidlich anspruchsvollen Aufgaben sein Gehirn testen möchte, kann mal reinschauen, für den Preis von fünf Euro (nur noch bis Sonntag!) macht ihr nicht viel falsch.

6/10

(Den kompletten IQ-Test gibt es nach dem Klick.)

Gehirntraining ( XBOX 360 )

Entwickler: Gameloft

Publisher: Microsoft

Keine Konsole ohne Gehirnjogging-Klon, das kann man finden, wie man will, aber sie kurbeln die Verkäufe an. Ähnlich gestrickt wie die Vorlage aus dem Hause Nintendo, bietet Gameloft mit Gehirntraining gewohnt simpel strukturierte Tüftelkost. Durch tägliches Training schaltet ihr viele kleine Spielchen frei, die eure Hirnleistung auf einen symbolischen Wert von 100% bringen sollen. Das Ziel ist damit gesteckt, mit etwas Übung lassen sich alle Spiele recht schnell erlernen und perfektionieren. Unterstützt werdet ihr dabei von Tutorials, die euch wahlweise von einem weiblichen oder männlichen virtuellen Wissenschaftler erklärt werden.

Grafisch dominieren bunte Farben, alle Spielelemente heben sich mit guten Kontrasten von einander ab. Die Tutorials werden mit deutschem Text, aber ohne Sprachausgabe erklärt, kleine englische Sprachsamples während der Spiele dienen der Atmosphäre.

Großen Wert wurde auf Abwechslung bei den Spielen gelegt, ein paar Tage dürfte die Motivation also anhalten. Integriert ist zudem ein Zwei-Spieler-Modus in dem entweder online oder an einer Konsole abwechselnd bereits freigeschaltete Minispiele gegeneinander gespielt werden. Zusätzlich gibt es noch den Stress- und Kindermodus. In erstem werden die bekannten Spielchen mit Farbfiltern oder anderen Störern unterlegt, was die Aufgaben stressiger gestalten soll. Die Nachwuchsvariante lockt soll mit leichteren Aufgaben die kleinen Racker an die Konsole fesseln.

Was sie wohl auf ihrem Brett notiert?
Was sie wohl auf ihrem Brett notiert?

Was wir mochten:

Alles so schön bunt hier. Eine kontrastreiche Farbpalette und die nett animierten Wissenschaftler machen aus der schlichten Grafik ein weitestgehend ansehnliches Casualpaket.

Maximale Minispiele. Für sich genommen weiss keines der Spielchen wirklich zu Motivieren, aber die Menge bestimmt hier das positive Gesamtbild.

Lernfähig. Je öfter ihr das tägliche Training wiederholt, desto mehr entwickeln sich die Spielchen weiter und werden schwieriger.

Nicht gefallen hat uns:

Optionen die keiner braucht. Die verschiedenen Spielmodi sind bis auf den Online-Part und das tägliche Training weitestgehend überflüssig. Spielt ihr an einer Konsole mit jemandem der das Spiel nicht kennt, kommt so gut wie keine Freude auf, weder bei euch noch beim Gegner.

Langzeitmotivation für Langweiler. Das tägliche Training wird wohl niemand länger als eine Woche beschäftigen, dafür ist das Gesamtpaket nicht motivierend genug. Auch die verschiedenen Minispiele können daran nichts ändern.

Sebastians Meinung:
Naja, eine echte Erweiterung seines Denkvermögens erhofft sich wohl niemand von dieser Art Spielen. Lässt man also den wissenschaftlichen Aspekt außen vor, bleibt Gehirntraining nicht viel mehr als eine kleine Sammlung von Minispielen, deren Ziel in der Perfektionierung selbiger liegt. Aufgrund der Abwechslung bei den Spielen weiss diese Kollektion durchaus zu unterhalten, länger als ein paar Stunden werdet ihr aber kaum damit verbringen. Wer aber fünf Euro übrig hat und diese andernfalls in ein Rätselheft stecken würde, darf über eine Investition in Gehirntraining durchaus nachdenken.

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