Mai 182009
 
The Fall – Last Days of Gaia kam mit einer Vielzahl von Bugs in den Handel...
The Fall – Last Days of Gaia kam mit einer Vielzahl von Bugs in den Handel...
Wenn wir einen neuen Toaster kaufen, haben wir als Verbraucher bis zu zwei Jahre nach Erwerb das Recht, diesen bei einem Defekt umzutauschen. Lizensierte Software war bisher von dieser Garantie ausgenommen, doch die EU denkt nun darüber nach, das zu ändern. Entwickler von Computer- und Videospielen sollen künftig eine zweijährige Garantie für ihre Produkte gewähren. Befürworter dieser neuen Regelung argumentieren mit dem Recht des Kunden auf ein gut funktionierendes und qualitativ hochwertiges Produkt. Momentan sind Händler nicht dazu verpflichtet, ein Spiel zurückzunehmen oder umzutauschen, wenn der Spieler beispielsweise durch einen Entwicklungsfehler irgendwann nicht mehr weiterkommt.

Dr. Richard Wilson vom Entwicklerverbund Tiga warnt davor, dass neue, kreative Ideen mit dieser Regelung im Keim erstickt werden könnten. Publisher müssten auf Nummer sicher gehen, um ein fast perfektes Produkt auf den Markt zu bringen und so sei kein Spielraum mehr für Experimentierfreude gegeben. Und laut Francisco Mingorance, Direktor der Business Software Alliance, kann dieser Antrag so nicht funktionieren, weil digitale Inhalte nunmal keine materiellen Güter sind und deshalb auch nicht nach den gleichen Regeln wie ein Toaster behandelt werden könnten.

Das Vorhaben bringt sicherlich Vorteile für den Nutzer mit sich, viele Spiele werden wegen Termindruck alles andere als fehlerlos veröffentlicht und müssen durch Patches erst einmal von Bugs befreit werden. Aber wie soll nachgewiesen werden, dass die Ware „defekt“ ist? Und würden die ohnehin langwierigen Produktionszyklen zukünftig dann noch mal in die Länge gezogen? Um solche Fragen zu klären, will Meglena Kuneva, EU-Kommissarin für Verbraucherschutz, einen Dialog mit der Softwareindustrie in Gang setzen.

(via BBC News)