Jun 082009
 

Brettspielspaß am Spielspaßbrett?

Die Siedler von Catan für den DS(i)
Die Siedler von Catan für den DS(i)

Wer Die Siedler von Catan kennt, liebt es oder hasst es. Die wenigsten empfinden gar nichts, wenn sie an den oft prämierten Brettspielklassiker denken. Die nun erschienene Umsetzung [amazon B001TUBQBC]Catan: Die erste Insel[/amazon] für Nintendos Kleinsten möchte Fans des Gesellschaftsspieles und Neulinge an die Konsole locken. Strategisches Bauen, geschicktes Handeln und ein wenig Glück zeichneten Catan bisher aus – ob dies auch auf Modul der Fall ist, lest ihr hier.

Unser Fazit:
Nur wenigen Brettspielen ist der Sprung auf den Bildschirm bisher so akzeptabel gelungen wie Catan, das lässt sich vorweg nehmen. Zu einer absoluten Top-Wertung reicht es aber leider nicht, da kleinere Designmängel den Spielspaß an einigen Stellen trüben. Fans des Brettspiels dürfte der Einstieg leicht fallen: Das Regelwerk wurde ohne Änderungen von der Vorlage übernommen und gut adaptiert. Grafisch erwarten euch recht ansehnliche Standbilder eurer virtuellen Spielpartner und eine etwas zu grobe Kartenübersicht, welche aber dem Display geschuldet sein dürfte. Insel-Veteranen greifen bedenkenlos zu, Neueinsteiger spielen am besten erstmal Probe.

8/10

Wir danken United Soft Media Verlag GmbH für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsmusters

Catan: Die erste Insel (Nintendo DS)
Entwickler: Exozet Games
Publisher: United Soft Media Verlag GmbH

Klaus Teuber ist für viele Freunde von gepflegten Spieleabenden ein Held, bescherte ihnen sein Klassiker Die Siedler von Catan doch einige schöne Stunden im Freundeskreis. Die nun vorliegende Umsetzung möchte Neulinge auf der Insel ebenso wie alte Hasen willkommen heißen. Damit ihr euch sofort zu recht findet, solltet ihr euch als Anfänger erstmal das Handbuch vornehmen, ein Tutorial bietet das Modul nämlich nicht. Ergänzend findet sich jedoch ein kleiner Almanach zu allen wichtigen Begriffen auf dem Datenträger. Seid ihr mit dem Regelwerk vertraut, könnt ihr direkt loslegen und euch an dem Kampagnenmodus mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen versuchen.

Zunächst dürft ihr euch aus acht Figuren einen Charakter auswählen, der euch durch die Kampagne führt. Einfluss auf das Spiel hat eure Wahl jedoch nicht. Auf dem Spielfeld angekommen darf jeder Teilnehmer abwechselnd zwei Siedlungen auf die Knotenpunkte der sechseckigen Spielfelder setzen. Dabei kann bereits hier der Grundstein für ein erfolgreiches Spiel gelegt werden. Die Felder bieten euch nämlich unterschiedliche Rohstoffe wir Erz, Stroh, Wolle, Lehm und Holz, die ihr zum Bau von Straßen und Häusern braucht. Zusätzlich weisen die Felder Zahlen auf, welche die Augenhöhe beim Würfeln vorgeben um einen Rohstoff vom jeweiligen Feld abbauen zu können. Reihum wird nun mit zwei Würfeln gewürfelt und entsprechendes Glück vorausgesetzt, nötige Rohstoffe ausgeschüttet. Sind eure gewünschten Erzeugnisse nicht dabei, bleibt euch noch die Möglichkeit mit der Bank oder den Mitspielern zu handeln. Habt ihr genug Material zusammen, dürft ihr Straßen, Siedlungen, Städte und Seewege anlegen. Für Fans interessant: Die Seefahrer-Erweiterung hat es ins Spiel geschafft, mit der ihr auch neue Inseln besiedeln könnt. Gewonnen hat am Ende der Spieler mit einer vorgegebenen Anzahl an Siegpunkten, die ihr durch den Bau von Städten und das Erreichen von Missionszielen erlangt.

Technisch sieht das Ganze erwartungsgemäß eher schlicht aus, orientiert sich doch auch die Optik am Brettspiel. Hübsch gezeichnete Spielerfiguren und minimale Animationen auf dem Spielfeld prägen das Bild und sorgen für Übersicht. Akustisch wird das Spiel von mittelalterlichen Melodien und wenigen Effekten untermalt.

Legt euch lieber nicht mit ihr an...
Legt euch lieber nicht mit ihr an...

Was wir mochten:

Anschalten und loslegen – Kenner der Vorlage dürfen ohne Umschweife und Einarbeitung sofort loslegen. Das Regelwerk wurde exakt übernommen.

Übersicht ist Trumpf – Die Grafik ist zwar nicht die aufwändigste, aber ihr behaltet stets den kompletten Überblick über das Spielgeschehen dank der guten Nutzung beider Bildschirme.

Suchtfaktor inbegriffen – Habt ihr euch erstmal auf das Spiel eingelassen, kommt ihr sobald nicht mehr los…oder gehört das doch zu den negativen Punkten!?

Leider total irrelevant ist eure Charakter-Wahl
Leider total irrelevant ist eure Charakter-Wahl

Nicht gefallen hat uns:

Anschalten und loslesen – Neulinge müssen sich zunächst durch das Handbuch arbeiten, auf ein Tutorial wurde leider verzichtet.

Multiplayer-Teuerungsrate – Viele DS-Spiele bieten heuer einen Mehrspielermodus mit einem einzigen Modul, selbst aus dem Hause Nintendo. Bei Catan jedoch werden alle vier möglichen Spieler zur Kasse gebeten.

Hyperintelligent oder einfach nur doof? – Eure Computergegner agieren im Handel oftmals sehr seltsam, lassen sie sich doch selbst lukrative Angebote von euch entgehen und rennen statt dessen für höhere Preise zur Bank.

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Sebastians Meinung:
Meine anfängliche Skepsis bezüglich der Umsetzbarkeit von Brettspielen wurde während des Spielens von Catan weitestgehend bereinigt. Der vierzehn Jahre alte Klassiker spielt sich auch mobil sehr gut und weiss mit zunächst umständlichem, dann aber effektivem Regelwerk zu begeistern. Kleinere Macken wie die fehlende Möglichkeit zum Auslassen von gegnerischen Handelsphasen und kleine Bugs beim Überspringen von Texten verwehren für mich aber leider eine Platzierung an der Strategiespitze. Wer nicht immer Partner für das Brettspiel zur Verfügung hat, greift aber bedenkenlos zu.

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