Jeder fängt mal klein an...
Jeder fängt mal klein an...
Deutschland ist ohne Frage sehr konsumfreudig was Computer- und Videospiele angeht. 55,6 Millionen Spiele wurden 2008 von deutschen Gamern gekauft, davon 23,8 Millionen für den PC und der Rest für Konsole und Handheld. Wenn es um die Entwicklung digitaler Spiele geht, liegen wir allerdings im Vergleich zum internationalen Markt weit zurück. Gerade mal 10 Prozent der verkauften Computerspiele stammen aus deutschen Entwicklerstudios, bei Konsolentiteln sind es sogar nur 2 Prozent.

Andere europäische Länder wie Frankreich und Großbritannien, und natürlich Nordamerika und Asien haben einen deutlich höheren Marktanteil vorzuweisen. Die Ursachen dafür sind in der Größe der Teams und den finanziellen Mitteln zu suchen: Deutschland hat zu wenig Geld für die Entwicklung, und viele Entwicklerteams sind schlichtweg zu klein, so dass große, qualitativ hochwertige Titel nur schwer realisierbar sind. Dazu kommt die Notwendigkeit einer internationalen Ausrichtung, da bei großen Titeln der Absatz auf dem deutschen Heimatmarkt nicht genügt, um die getätigten Investitionen wieder einzunehmen.

Produzenten sehen sich ähnlichen Problemen gegenüber wie die Filmindustrie: Spiele müssen vorfinanziert werden, was größtenteils über Publisher läuft. Diese entscheiden anhand eines spielbaren Prototyps, ob sie ein Spiel finanzieren oder nicht. Bis der Prototyp steht, was bis zu einem Jahr dauern kann, steckt der Entwickler selbst viel Geld in seine Idee, woran besonders kleinere Studios scheitern, da sie diese Kosten meist nicht aufbringen können.

Die Regierung hat dieses Dilemma schon längst erkannt, ringt sich aber nur nach und nach und eher zögerlich dazu durch, der Förderung von Spielen die nötige Beachtung zu schenken. Durch Entwicklerpreise und mithilfe von Förderung auf Landesebene soll die deutsche Spieleproduktion angekurbelt werden, damit Deutschland in Zukunft erfolgreicher auf dem internationalen Markt mitmischen kann. In diesem Jahr wurde beispielsweise der Deutsche Computerspielpreis zum ersten Mal verliehen, der in neun Kategorien eine Gesamtfördersumme von 600.000 Euro vergibt.

Die Gelder werden zur Hälfte von der Bundesregierung zur Verfügung gestellt, die andere Hälfte stammt direkt aus der Spielebranche. Eine interdisziplinär zusammengesetzte Jury bestehend aus Mitgliedern der vier Ausrichterverbände (G.A.M.E., BVDW, BITKOM, BIU), Partnern branchenverwandter Industrien sowie Vertretern der Presse und Politik entscheidet über die Nominierung in Kategorien wie beste Innovation, bestes Jugendspiel und bestes deutsches Spiel. Doch schon im ersten Anlauf stieß die Wahl der Juroren auf Kritik, als im Bereich Innovation die Nominierungen verkündet wurden, worunter auch die Multiplayer-Matchmaking 3D-Lobby von Die Siedler – Aufbruch der Kulturen zählte. Keines der Spiele stellte in den Augen der Jury eine wirkliche Innovation dar, weshalb der Preis in dieser Kategorie letztendlich nicht verliehen wurde.

Ländersache

Neben der Förderung auf Bundesebene haben Spielefirmen auch die Möglichkeit, regionale Mittel in Anspruch zu nehmen. Die Gamecity Hamburg hat ein Förderprogramm zur Erstellung von Spieleprototypen auf die Beine gestellt, bei denen die Firmen in einer frühen Entwicklungsphase unterstützt werden. Förderungswürdige Projekte erhalten eine Art zinsloses Darlehen bis maximal 100.000 Euro, wobei die Bewerber verschiedene Anforderungen erfüllen müssen. Gefördert werden nur kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Sitz in Hamburg haben oder diesen dorthin verlegen werden. Ein ausgearbeiteter Businessplan muss einem Fachgremium vorgelegt werden, das gemeinsam mit der Stadt Hamburg über die Vergabe der Fördermittel entscheidet. Spiele mit Gewalt verherrlichenden und verharmlosenden, pornografischen oder rassistischen Inhalten werden nicht gefördert und die Entwicklung des Prototyps darf noch nicht begonnen haben. Unterstützung erhielten bis jetzt zum Beispiel Daedalic Entertainment, die für das Anstalts-Adventure Edna bricht aus bekannt sind, und spotsonfire, die das erste Multiplayer Jump n Run-Browsergame Jump Jupiter entwickeln.

Auch der Freistaat Bayern hat sich im März dazu entschlossen, die Entwicklung von interaktiver Unterhaltungssoftware finanziell zu unterstützen. Erstmalig stehen 470.000 Euro für die Förderung zur Verfügung, wobei die Summe für nächstes Jahr wohl nochmals erhöht wird. Nach welchen Kriterien die Gelder verteilt werden, wird momentan noch diskutiert, wobei die Förderung aber nicht auf bestimmte Genres beschränkt werden soll.

Eine EU-Förderung ist über das Projekt Media2007 möglich, das noch bis 2013 weiterläuft. Die Europäische Kommission stellt jährlich 2,5 Millionen Euro, verteilt auf zwei Deadlines, zur Unterstützung von Computerspielen zur Verfügung. Die Fördersumme für Projekte beträgt mindestens 10.000 Euro, der Höchstbetrag liegt bei 60.000 Euro, wobei die Gelder kein Darlehen sind, also auch nicht zurückgezahlt werden müssen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Unterstützung von Spielen, die die kulturelle Vielfalt Europas thematisieren und auf der Förderung von Spielprototypen für PC, Konsolen und Handhelds. Diese werden mit einer Maximalsumme von 100.000 Euro unterstützt.

Wie machen’s die anderen?

Das klingt soweit schon recht viel versprechend, und ist in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn wir allerdings die Fördersituation in Deutschland mit dem europäischen und internationalen Ausland vergleichen, sehen wir, dass wir noch am Anfang stehen. In vielen Ländern unterstützt der Staat Entwicklerstudios beispielsweise mit Steuervergünstigungen. Kanada ist hier mit Steuervorteilen in vielen Regionen ganz groß dabei, was das Land zu einem der attraktivsten Standorte der Welt macht. Zudem gewährt der Staat zinslose Darlehen, und die Region Quebec alleine investiert jährlich 70 Millionen Euro in die Spielebranche. Großbritannien überlegt derzeit auch, die Entwicklung von Videospielen durch Steuervergünstigungen zu unterstützen.

Frankreich bietet seit einigen Jahren ein Programm, das Steuernachlässe von bis zu 20 Prozent des Gesamtbudgets oder Kredite in Höhe von maximal drei Millionen Euro pro Jahr gewährt. Dabei darf diese Förderung nur auf Projekte mit kulturellem Wert bzw. Inhalt angewendet werden und die Spiele müssen eine hohe Qualität und Originalität aufweisen, um sich für eine finanzielle Unterstützung qualifizieren zu können.

Mit dem Nordic Game Program greifen die nordischen Länder, bestehend aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden, den Faroe-Inseln, Grönland und Aland, ihren Spielemachern unter die Arme. Möglich ist ein Zuschuss zwischen 100.000 und 600.00 Dänischen Kronen (etwa 80.000 Euro), wobei der Betrag 75 Prozent des Gesamtbudgets eines Projekts nicht überschreiten darf. Die Bewerber müssen eine Reihe von Bedingungen erfüllen, so darf beispielsweise der Entwickler keinem Publisher oder nicht-nordischen Studio gehören, sondern muss unabhängig sein. Außerdem muss das Spiel in mindestens einer nordischen Sprache veröffentlicht werden und angemessen für die Alters- und Zielgruppe sein, für die es entwickelt wird. Ganz auf Computerspiele für Kinder ist der New Danish Screen ausgelegt. Insgesamt werden hier 12 Millionen Kronen (1.6 Millionen Euro) pro Jahr an viel versprechende Spiele vergeben, die die dänische Spieleindustrie bereichern können.

Die USA sind natürlich ein Big Player was die Spieleentwicklung angeht, und bei der Größe des Landes und der Summe der hier angesiedelten Unternehmen sind die Entwickler dort nicht einmal unbedingt auf die Förderung durch den Staat angewiesen. Viele Investoren schreiben Fördermittel für alle möglichen Spiele aus, so dass man schnell den Überblick verlieren kann. Das Video Game Venture Capital-Blog gibt einen informativen Einblick in die bunte Welt der amerikanischen Spielförderung. Aber auch in den USA sind die Folgen der Finanzkrise spürbar. In den letzten Monaten sind die Gelder für Startup-Unternehmen rar geworden, und auch kleinere Entwicklerstudios merken deutlich, dass die Förderung durch private Investitionen stark abgenommen hat.

Auf staatlicher Seite hat besonders Texas Schlagzeilen gemacht, was die Unterstützung neuer digitaler Spiele angeht. Spielefirmen, und auch Filmmacher, können hier bis zu 250.000 Dollar (ca. 170.000 Euro) an Fördermitteln einstreichen, allerdings wird hier eine sehr kritische Auswahl getroffen. Der Staat sucht sich aus den Bewerbern nämlich die Projekte aus, die er fördern möchte – und zwar nach Inhalt. Wenn unangebrachte Inhalte erkennbar sind, kann man die Förderung sogleich vergessen, wobei jedoch keine wirkliche Festlegung zu finden ist, was genau als unangebracht definiert wird. Zudem darf ein Projekt den Staat Texas, dessen Bewohner oder Ereignisse, die hier stattgefunden haben, in keinem schlechten Licht darstellen.

Auch in Deutschland wird großer Wert auf den Inhalt gelegt, keine Chance auf Förderung haben allgemein Gewalt verherrlichende und jugendgefährdende Inhalte. Ein Zitat zum Deutschen Computerspielpreis verdeutlicht den Fokus der Förderung hierzulande:

Besondere Anreize werden für die Entwicklung innovativer, kulturell und pädagogisch wertvoller Spielkonzepte und -Inhalte gesetzt. So soll die Vielfalt des Angebots qualitativ hochwertiger interaktiver Unterhaltungsmedien, speziell auch mit deutschem und europäischem kulturellem Hintergrund, vergrößert werden.

Um kleineren Entwicklern den Rücken für diese Art von Spielen frei zu halten, sind die deutschen Fördermittel sicherlich ein guter Anfang. Gegen kulturell und qualitativ wertvolle Spiele ist auch bestimmt nichts einzuwenden, aber man fragt sich, ob der deutschen Spielebranche damit auf lange Sicht der große Wurf gelingen wird. Um mit Größen wie den USA oder Japan mithalten zu können, braucht man auch mal massentaugliche Titel, die in der Lage sind, hohe Entwicklungskosten wieder einzubringen. Und die dann vielleicht nicht ganz so kulturorientiert und pädagogisch wertvoll sind, wie die deutschen Förderer das gerne hätten. Wir verfolgen in jedem Fall gespannt, wie die Verkaufszahlen digitaler Spiele made in Germany in den nächsten Jahren nach oben schnellen werden.

Mehr lesen:

Hardware Charts aus Deutschland
Es ist mal wieder an der Zeit, einen Blick in die aktuellen Verkaufszahlen der allseits beliebten Hardware zu  werfen. Während die PSP in Japan dem Nintendo DS den Hintern versohlt, ...
Weiterlesen
Halb Deutschland spielt noch in der letzten Generation
Die Zahlen einer repräsentativen Umfrage von Ciao Survey sind wirklich überraschend. Demnach steht in jedem vierten Haushalt eine PlayStation 2, wenn man bedenkt, dass nur etwa 47 Prozent der Deutschen ...
Weiterlesen
Immer mehr Deutsche greifen zu Mouse und Joypad, das ergab jetzt die neueste Studie, für die 1000 Personen ab 14 Jahren befragt wurden. Durchgeführt wurde sie vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation ...
Weiterlesen
Call of Duty: Black Ops nur zensiert in Deutschland? Betonung auf NUR!
Spätestens gestern ging die Nachricht durch fast alle Gamingforen und über die News der Gaming-Seiten: Teil sieben der Call of Duty Reihe, der ab 9. November in den Läden steht, ...
Weiterlesen
Verkaufszahlen *UPDATE*: Deutschland nicht größter Videospiel-Markt (in Europa)
Es geht aufwärts in Deutschland! Die im letzten Jahr auf ein Kleinstformat geschrumpften Hobby-Ökonomen tauschen das lamentierende Geheul gegen ein Fanal des Aufbruchs und greifen auf optimistische Wachstumsprognosen zurück. Nach ...
Weiterlesen
Stranglehold in Deutschland auf dem Index
Schlechte News für Actionliebhaber: John Woo's Stranglehold wurde in Deutschland indiziert. Wie die Bundesprüfstelle in einer Sonderinfo bekannt gab, befindet sich das Game per sofort auf dem Index. Der Grund: ...
Weiterlesen
GTA 4: Auch in Deutschland ungeschnitten
Wer bereits mit der Sorge gelebt hat, GTA 4 würde geschnitten in Deutschland erscheinen hat Glück. Wie Rockstar Games offiziell bekannt gab wird GTA 4, anders als seine Vorgänger, in ...
Weiterlesen
Deutschland = International: Anno 1404 ist so international wie nie.
Der jährlich verliehene deutsche Computerspielpreis hat auch 2010 einen Gewinner, und diesen gleich zweimal. Doch nun stellen sich nach der Verleihung viele Vertreter der (schreibenden) Zunft die Frage, wie ernst ...
Weiterlesen
Gamecity Hamburg: Masterstudiengang “Games” ab 2010
Eine Finanzspritze durch die Behörde für Wirtschaft und Arbeit hat es möglich gemacht: Ab dem Sommersemester 2010 wird an der Hamburger Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) der Masterstudiengang "Sound, Vision, ...
Weiterlesen
Todeszone: Dead Island erscheint nicht in Deutschland
Zumindest den Trailer zu Dead Island habt ihr sicher noch nicht vergessen, oder? Wie es aussieht, muss man sich das Spiel in Deutschland importieren. Deep Silver reicht das Spiel nämlich ...
Weiterlesen
Xbox Live Indie Games: Jetzt in Deutschland erhältlich  und neue Preisstruktur vorgestellt!
Ohne Tamtam, klammheimlich und still (wir haben noch nicht einmal eine Pressemeldung erhalten), sind die Xbox Live Indie Games (ehemals XNA Community Games) mit fast einem Jahr Verspätung in Deutschland ...
Weiterlesen
Online-Games: In Korea spielt man anders
Zur nagelneuen Games Convention Online in Leipzig konnten die Messemacher Korea als Partnerland gewinnen. Grund genug für uns, den Onlinespiele-Markt dort mal etwas unter die Lupe zu nehmen. In Korea läuft ...
Weiterlesen
Crisis Core PSP Bundle auch in Deutschland!
Zugegeben, es war schon gestern, dass es offiziell wurde. Aber wir sind hier eben in Deutschland, da muss das dauern. Doch nun zur Nachricht: das ...
Weiterlesen
Zu früh gefreut – der Duke mag Deutschland nicht
Man könnte blaue Bohnen weinen, wenn man auf die deutschen Gegebenheiten blickt. Mal wird hier ein Spiel indiziert, mal bekommt der Nachbars Lumpie einen aufn Sack, weil er ...
Weiterlesen
Verkaufszahlen aus Deutschland
GamesMarkt führte ein Interview mit dem General-Manager von Nintendo Deutschland Dr. Bernd Fakesch durch. In diesem teilte Herr Fakesch mit, dass man im Jahre 2007 insgesamt 800.000 Wii ...
Weiterlesen
Hardware Charts aus Deutschland
Halb Deutschland spielt noch in der letzten Generation
Jeder dritte Deutsche spielt
Call of Duty: Black Ops nur zensiert in
Verkaufszahlen *UPDATE*: Deutschland nicht größter Videospiel-Markt (in Europa)
Stranglehold in Deutschland auf dem Index
GTA 4: Auch in Deutschland ungeschnitten
Deutschland = International: Anno 1404 ist so international
Gamecity Hamburg: Masterstudiengang “Games” ab 2010
Todeszone: Dead Island erscheint nicht in Deutschland
Xbox Live Indie Games: Jetzt in Deutschland erhältlich
Online-Games: In Korea spielt man anders
Crisis Core PSP Bundle auch in Deutschland!
Zu früh gefreut – der Duke mag Deutschland
Verkaufszahlen aus Deutschland

{ 3 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

Simon Lutstorf Juni 17, 2009 um 11:09

Immerhin gibt es in Deutschland Förderprogramme. In der Schweiz gibt es, soviel ich weiss, gar nix (abgesehen von Gamedesign Lehrgängen an Fachhochschulen, die indirekt unterstützt werden).

Antworten

killerspieler Juni 17, 2009 um 15:56

Meiner Meinung nach, entwickelt sich Deustchland, was neue Medien angeht, generell mit großen Schritten, rückwärts.
Film/Spiele Zensur wurde 2008 verstärkt, Neue Indizierungskriterien, Herstellungs- und Verbreitungsverbot, Internetzensur, “Intel Friday Night Game” wurde mehrmals abgesagt, aufgrund des politischen Drucks. Der Preis ist ein Witz, da dort sog. killerspiele gar nicht vertreten sind, weil man ja nur “Pädagogisch Wertvolle” Spiele fördern will. Spieler und Entwickler, werden als Killerspielspieler, und deren Verbreiter beschimpft, welche nur “den Profit absahnen”. Konsumenten, werden mit Pädophilen verglichen etc.
Ich sehe hier für die Spieleindustrie keine Zukunft.

Antworten

Prof. Eku Wand August 4, 2009 um 12:25

Prima Artikel, der es fokussiert auf den Punkt bringt: Deutschland muss endlich mehr Mut zur Unterstützung und zum Risiko aufbringen und für seine eigene Kreativwirtschaft mehr Vertrauen und Glaubwürdigkeit an den Tag legen. Wer sich nur mit Lippenbekenntnissen, ängstlichen Überregulierungen und Sparbrötchen an der politischen Oberfläche hält, muss damit rechnen, dass das kreative Potential abwandert – ins Ausland!

Computerspiele sind vom Kulturrat des Bundestages offiziell zum Kulturgut erklärt worden. Einheimische Filme zu fördern ist anerkanntermaßen eine Frage der Erhaltung kultureller Identität, aber wie erlangen und erhalten wir eine eigene Computerspielkultur, um nicht zum reinen Abnehmerland zu werden?

Deutschland hat den Anschluss bereits verschlafen … ob es noch aus den Kinderschuhen herauswachsen kann, ist eine Frage von aktivem Handeln und nicht von Absichtserklärungen. Die Zukunft wartet nicht, sie muss jetzt gestaltet und umgesetzt werden.

Ideen, Kompetenz, Mut und Wille sind in der deutschen Branche wie auch in der Ausbildungslandschaft mehr als vorhanden und müssen nicht ständig auf’s Neue hinterfragt, evaluiert und geprüft werden – darin sind wir Deutschen wirklich Weltmeister. Ohne zeitnahe politische und monetäre Unterstützung, wie sie selbst in Zeiten der Finanzkrise beispielsweise in anderen Industriezweigen – gang und gäbe – ist, wird sich hierzulande nichts verändern, aufbauen oder entwickeln lassen. Internationale Wettbewerbsfähigkeit ist derzeit sicherlich mehr Wunschdenken statt erkennbare Strategie. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!

Antworten

Schreibe einen Kommentar

{ 5 Trackbacks }