REVIEW / TEST: Don King Boxing


Uppercut oder Selbstverstümmelung?

Als preisgünstige Alternative zu der beliebten Fight Night-Reihe erschien vor einigen Wochen das rund dreißig Euro günstige [amazon B00139MHNA]Don King Boxing[/amazon]. Eingebunden in viele Videoschnipsel kämpft ihr euch durch den obligatorischen Karrieremodus, trainiert im Studio und haut euch online auf die Mütze. Freispielbare Goodies sollen euch ebenso bei Laune halten wie immer wieder eingestreute Klassik-Kämpfe. In diesen kurzen Sequenzen spielt ihr entscheidene Szenen Boxsport-relevanter Kämpfe nach, zum Teil sogar in Schwarz/Weiss.

Ich hätte ja eher den Don auf´s Cover gepackt...
Ich hätte ja eher den Don auf´s Cover gepackt...

Unser Fazit:
Die Damen und Herren bei Take 2 wissen ganz genau, weswegen sie Don King Boxing nicht als Vollpreisspiel auf den Markt geworfen haben. Der Schwierigkeitsgrad ist unausgewogen, die Grafik nur Mittelmaß und diverse Designmängel verwehren eine höhere Wertung. Dennoch macht das Boxen Spaß, die Atmosphäre ist sehr gelungen und der Preis ist unschlagbar. Das Spiel wirkt insgesamt sehr ambitioniert, man bekommt jedoch den Eindruck, dass die Programmierer unter Zeitdruck standen. Viele Alternativen bietet der Markt für Boxfreunde allerdings nicht und wer von Fight Night die Nase voll hat, sollte dem Verrückten mit der krassen Frisur wirklich eine Chance geben!

6/10

Don King Boxing ( XBOX 360 )
Entwickler: Venom Games
Publisher: Take 2 Interactive GmbH

Boxspiele sind rar auf Heimkonsolen. Der allmächtige Gigant von Electronic Arts bekommt nun aber Konkurrenz aus dem Hause Take 2. Don King Boxing nennt sich die günstige Alternative und ködert weniger mit bekannten Boxern, als vielmehr mit dem Promoter-König Don King höchst persönlich.

Das Kernstück eines jeden Boxspiels bildet der Karrieremodus, so auch bei vorliegender Software. Zunächst baut ihr euch im umfangreichen Editor euren mehr oder weniger hübschen Kämpfer zusammen, bestimmt Gewichtsklasse, Kampfnamen und Einlaufmusik. Anschließend bestreitet ihr als Neuling einen ersten Testkampf und werdet mit Videoschnipseln in die Geschichte eines aufstrebenden jungen Boxers eingeführt. Bei dem jungen Boxer handelt es sich natürlich um euch und das ganze Spiel über bekommt ihr immer wieder Videos und storyrelevante Cutscenes zu sehen. Das Ziel ist der Meisterschaftsgürtel in eurem Verband, nebenbei werden aber noch Beziehungsgeschichten und Konkurrenzkämpfe angeschnitten.

Durch erfolgreich bestrittene Kämpfe spielt ihr neue Shorts, Kämpfer und Austragungsorte frei. Sporadisch eingestreut dürft ihr nach den Erzählungen eures Trainers auch noch Kämpfe aus den vergangenen siebzig Jahren Boxsport nachspielen. Dann natürlich der Dekade entsprechend in passender Aufmachung und teilweise in Schwarz/Weiss.

Die Steuerung geht für Kenner der Konkurrenz direkt gut von der Hand. Euer Protagonist reagiert exakt auf Kommandos. Die Kollisionsabfrage ist dabei recht großzügig und lässt Treffer gelten, die man fast schon neben dem Kontrahenten vermutet hätte. Der Schwierigkeitsgrad zieht später deutlich an, Frustation kommt aber selten auf.

Die Grafik ist zweckmäßig mit passablen Texturen und leider recht hölzernen Kämpferanimationen. Die Hintergründe präsentieren sich jedoch abwechslungsreich und die Musik weist ein großes Spektrum von Rock, Funk und Rap auf.

Konkurrenz für Fight Night
Konkurrenz für Fight Night

Was wir mochten:

Color me bad. Der Editor lässt euch viel Freiraum beim Kreieren eures Boxers. Einen so hässlichen Pansen wie hier habe ich selten zuvor hinbekommen!

Mitreißend und Herzerweichend. Die Geschichte um Verluste und Siege eures Boxers wird sehr schön illustriert. Lange Videosequenzen mit glaubhaften Schauspielern und unterhaltsame Cutscenes halten euch bei Laune.

Eine gemischte Tüte für 30 Euro. Von Anfang an ist das Spiel auf Abwechslung bedacht, die Klassik-Kämpfe, Gegner, die die Ringrichter bestechen und Trainingsprogramme im Minispielgewand: Hier ist für jeden was dabei…

Haben Sie auch den Bus verpasst?
Haben Sie auch den Bus verpasst?

Nicht gefallen hat uns:

Don King im Miniwahn. …Leider jedoch sind zwei der fünf Trainigsminispiele nahezu unspielbar wenn man Tanzspiele nicht mag, die Tastenkombinationen sind einfach zu schnell!

Der Fehlerteufel steckt im Detail. Einige optische und technische Macken trüben das Gesamtbild erheblich, so fliegen die Fäuste häufig einfach mal durch den Brustkorb eures Gegners, die abgehackten Beine gucken aus den Shorts hervor und der Arenasprecher sagt gelegentlich wie geloopt immer das gleiche Wort am Satzanfang. Zudem stürzt die 360 regelmäßig ab, wenn man den Online-Ranglisten Filter ändern möchte!

Wie im Papageienkäfig. Die Sprüche des Trainers sind am Anfang noch sehr unterhaltsam, wiederholen sich aber in kürzester Zeit sehr häufig.

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Sebastians Meinung:
Allen Unkenrufen und Macken zum Trotz habe ich an dieser Simulationen des Milliardengeschäfts Boxen enorm viel Spaß gehabt. Die Steuerung geht gut von der Hand und verzeiht auch mal die eine oder andere Ungenauigkeit. Vor allem aber hat mich die Atmosphäre gepackt. Die abwechslungsreichen Details der Aufmachung bereiten einfach Freude! Nicht zu verzeihen sind allerdings die diversen designtechnischen Mängel und das scheinbar serienmäßige Abstürzen meiner Konsole bei den Bestenlisten. Für die angesetzten dreißig Euro gibt es von mir aber auf jeden Fall eine Kaufempfehlung!

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