Jul 152009
 

Keine Bewegung! Zumindest wenn es nach David Cage geht.
Keine Bewegung! Zumindest wenn es nach David Cage geht.

David Cage, Gründer von Quantic Dream und Schöpfer von Heavy Rain, scheint kein großer Freund der Bewegungssteuerung zu sein. In einem Interview bei Kikizio meinte er, er sei sich nicht sicher, dass sich jeder vor dem TV-Gerät übermäßig bewegen will. David Cage ist der Meinung, dass es nach wie vor viele geben wird, die beim Spielen einfach nur entspannen wollen.

Es sei nichts dagegen einzuwenden, dass nach Nintendo nun anscheinend auch Microsoft und Sony den Casual-Pfad einschlagen wollen, dafür gäbe es schließlich auch einen Markt. David Cage ist allerdings der Meinung, die Industrie solle einen anderen Weg einschlagen. Mehr in Richtung Film – mehr Kreativität, mehr neue Ideen und mehr Autoren – als in Richtung Spielzeug. Vom technischen Standpunkt aus gesehen sei er ausserdem noch leicht skeptisch gegenüber dem auf der E3 gezeigten.

Im Großen und Ganzen gebe ich ihm recht. Ich will mich auch nicht immer übermäßig vor dem TV bewegen müssen, sondern gemütlich in der Couch sitzend ein virtuelles Abenteuer erleben. Allerdings sehe ich den Casual-Markt nicht als Gefahr, sondern vielmehr als Chance für die Industrie, um Geld und vor allem neue Kunden (also künftige Gamer) zu lukrieren. Dies darf natürlich nicht zur Folge haben, dass die „restliche Weiterentwicklung“ darunter leidet. Diese Angst habe ich jedoch nicht.

David Cages Vorschlag, die Industrie solle mehr Richtung Film gehen, stehe ich allerdings ein wenig skeptisch gegenüber. Vor allem dann, wenn dies bedeuted, dass wir uns künftig nur noch durch interaktive Filme mit Hilfe von Quick Time Events navigieren. Wobei Cage im Interview ja erwähnt, dass diese in Heavy Rain auf den Namen PARs hören – Physical Action Reactions. Na dann ist ja alles klar…

Um es kurz zu machen: David Cage muss erstmal beweisen, dass Heavy Rain ein Schritt in die richtige Richtung darstellt. Hoffentlich liegt der Fokus dabei nicht zu stark auf dem Medium Film. Games können sich zwar an anderen Medien orientieren, müssen sich aber eigenständig weiterentwickeln und ihren eigenen Weg gehen. Wir sind auf einem guten Weg.

PS: Ja, der Artikel ist auch für die Konsolen Xbox 360 und Wii bestimmt, schließlich geht es um Bewegungssteuerung und Games im Allgemeinen.

(via Kikizo)