Jul 222009
 

Peitschenhieb oder Schlapphut?

Ursprünglich auch für die aktuelle stationäre Konsolengeneration von Sony und Microsoft geplant, schafft es die neueste Versoftung der Indiana Jones-Lizenz immerhin auf NDS, Wii und eben die PSP. Im Jahre 1939 macht ihr euch rätselnd und prügelnd rund um den ganzen Globus auf die Suche nach dem sagenumwobenem Stab des Moses. Die Spielmechanik und die meisten Umgebungen in [amazon B0025VKGY2]Indiana Jones un der Stab der Könige[/amazon] erinnern häufig an die Abenteuer von Frau Croft, weisen jedoch einen wesentlich höheren Actionanteil auf. Für Atmosphäre sorgen dabei die akzeptable Grafik und eine gute akustische Inszenierung.

Peitsche und Schlapphut, Willkommen im Zirkus!
Peitsche und Schlapphut, Willkommen im Zirkus!

Unser Fazit:
Den großen Spielspaßschatz findet ihr mit Indiana Jones und der Stab der Könige auf der PSP sicherlich nicht, dafür wirkt das Ganze irgendwie zu unfertig. Für ein paar Stunden Unterhaltung ist der Peitschenschwinger aber dennoch gut. In erster Linie liegt das an den meist gut funktionierenden Prügeleinlagen und der hübschen Präsentation. Die Grafik ist für portable Verhältnisse zumeist recht ansehnlich und der orchestrale Soundtrack sowie die originale Synchronstimme von Harrison Ford sorgen für eine stimmige Atmosphäre. Für Fans des Schlapphutträgers und andere Aktionsabenteurer ist die Software durchaus ein Blick wert, zumal auf der PSP ohnehin nicht die große Auswahl herrscht.

6/10

Indiana Jones – Der Stab der Könige ( Sony PSP )
Entwickler: AMAZE Entertainment
Publisher: Lucasarts

George Lucas‘ Softwareschmiede schickt euch mit Indiana Jones und der Stab der Könige auf Weltreise. Der Titel verrät bereits, welch mystisches Artefakt ihr auf dieser Reise suchen sollt. Dabei erkundet ihr unter anderem Panama, San Francisco und Nepal. Die Schauplätze sind abwechslungsreich inszeniert und fahren allerhand Kulissen wie Dschungel, Tempelanlagen und Häuserschluchten auf. Die einzelnen Level sind dabei in viele kleine Abschnitte unterteilt, die sich zumeist gut an einem Stück durchspielen lassen. Immer wieder eingespielte Cutszenen sorgen für einen guten Spannungsbogen.

Gesteuert wird euer Forscher mit dem Analogstick, geprügelt wird gewohnt mit den Aktionstasten. Natürlich benutzt Indy auch die Peitsche benutzt um Gegner auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen und mit Objekten zu interagieren. Dominiert wird der Großteil des Spielverlaufs von kleinen Prügeleinlagen, die flüssig von der Hand gehen. Dabei dürft ihr auch allerhand Gegenstände benutzen: Flaschen, Stühle und Brecheisen finden sich allerorten um die zahlreich auftretenden Gegner zu Klump zu schlagen. Nebenbei löst ihr minimalste Rätsel, die sich zumeist auf simples Schalterdrücken beschränken. Kleinere Geschicklichkeitseinlagen, wie das Balancieren auf Rohren sollen das Spielgeschehen auflockern.

In den Gebieten verteilt findet ihr diverse Artefakte, die euch Bonuspunkte bringen und gegen Material eingetauscht werden können. Ebenso gilt es in den Missionen Zusatzaufgaben zu erfüllen, die euch bei Erfolg eure Fähigkeiten verbessern lassen.

Technisch wird recht abwechslungsreich Kost geboten, die das Spiel mit orchestralem Sound untermalt. Deutsche Sprachausgabe bringt euch dabei stets auf den neuesten Stand der Geschichte.

Gib mir deinen Hut!
Gib mir deinen Hut!

Was wir mochten:

Atmosphäre schreibt man groß. Von den Menüs über die Ingame-Grafik hin zur Musik, hier wurde wirklich ein schönes Gesamtkonzept geschaffen.

Das Original. Die deutsche Synchronstimme von Harrison Ford spricht auch im Spiel euren Helden, sowas sollte Schule machen!

Action satt. Zu Beginn machen die Prügeleinlagen richtig Spaß, gehen sie doch flott von der Hand und sehen spektakulär aus…

Herr Jones mit der langen Peitsche
Herr Jones mit der langen Peitsche

Nicht gefallen hat uns:

Ich hab die Action satt. …leider verbingt ihr jedoch den größten Teil des Spieles mit Schlägereien, die irgendwann nur noch ermüdend und uninspiriert wirken. Mehr Rätsel hätten hier zur Auflockerung Not getan. Zudem kommt es zuweilen vor, dass euch die Gegner einkesseln und euch dann hin und her schubsen, ohne dass ihr euch wehren könnt.

Mal leicht, mal schwer. Der Schwierigkeitsgrad schwankt doch sehr. So lassen sich die meisten Level in wenigen Minuten durchspielen, manchmal jedoch bleibt man wegen Kleinigkeiten ewig hängen. Das frustet.

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Sebastians Meinung:
Schon als Kind habe ich die Indiana Jones-Filme geliebt und die Adventures gehören bis heute zu meinen absoluten Favoriten. Deswegen war meine Freude auf den portablen Schatzjäger vermutlich etwas zu groß. Der schwankende Schwierigkeitsgrad und das uninspirierte Spielprinzip lassen Indiana Jones und der Stab der Könige nach wenigen Stunden die Luft ausgehen. Die Steuerung funktioniert zwar gut, wirkt an manchen Stellen jedoch unpräzise und zieht Schlägereien unnötig in die Länge. Insgesamt bleibt leider nur echtes Mittelmaß übrig, auch wenn die Atmosphäre dank tollem Soundtrack und authentischem Sprecher zu Beginn viel verspricht. Indy-Fans schauen mal rein, alle anderen spielen wohl weiter Tomb Raider oder Uncharted.

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