Sep 162009
 

Steueroase oder Styluswahnsinn?

Ein Spieler rettet die Welt. Das ist eigentlich schon das Wichtigste an der Story von Go! Go! Cosmo Cops. Mit dem Stylus bewaffnet kämpft und klettert ihr durch vornehmlich vertikal scrollende Level, die von kleinen Außerirdischen namens Babools bevölkert werden. Wahlweise als eines der beiden Geschwister Leo und Jenny hangelt ihr euch mit einem Zeitlimit im Nacken durch bunt gestaltete Welten. Zu Hilfe kommt euch dabei die Fähigkeit, mit einem so genannten Acroband an Steinen schwingend dem Levelende näher zu kommen. Bossgegner allerlei Couleur dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie kleinere Schlüsselrätsel.

Vorhang auf für das Klischeetheater.
Vorhang auf für das Klischeetheater.

Unser Fazit:
Menschen mit einer Abneigung gegen Manga-Optik sollten Go! Go! Cosmo Cops am besten direkt ignorieren. Die Aufmachung ist schrill und die Hintergrundgeschichte klischeetriefend. Wer sich aber davon nicht abschrecken lässt, den erwartet eine wirklich gelungene Mixtur aus Jump ’n‘ Run und Geschicklichkeitsspiel. Die Steuerung funktioniert von Anfang an exzellent und weiss dank steigender Komplexität stets bei Laune zu halten. Dank der knackigen Zeitlimits in den Welten bleibt das Spiel stets fordernd, ohne jedoch unfair zu werden. Freunde von Bomberman-Optik und Geschicklichkeitsspielen sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren, denn Go! Go! Cosmo Cops ist sicherlich einer der besseren DS-Titel in den letzten Monaten.

8/10

Wir danken Namco Bandai für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsmusters.

Go! Go! Cosmo Cops ( Nintendo DS )
Entwickler: Namco
Publisher: Namco Bandai

Nach einem Unfall auf einem interstellaren Gefangenentransport fallen die Babools, berüchtigte Astrowüstlinge, auf der Erde ein. Da die kleinen Racker für ihre Ressourcenvernichtung auf anderen Planeten bereits eingehend bekannt sind, gilt es, unseren Planeten zu retten. In der Rolle von Leo oder Jenny werdet ihr nun von Elitepolizist MarQ mit dieser großspurigen Mission betraut.

Durch zumeist nach oben scrollende Level hangelt ihr von Stein zu Stein, sammelt Edelsteine und besiegt kleinere Gegner mit Schleuderattacken. Diverse Bossgegner aller Art wollen alle paar Level beseitigt werden. Ein Zeitlimit in den Welten hindert euch am Trödeln und lässt einen so manchen Bonusgegenstand im Level links liegen. Feindkontakt wird natürlich mit Energieverlust bestraft, aufsammelbare Herzen bauen diese aber wieder auf. In einigen kleinen Tutorials werdet ihr mit der Steuerung vertraut gemacht und bekommt immer mehr Fähigkeiten beigebracht. Das Schwingen und Schleudern geht dabei immer leichter von der Hand und wird im Spielverlauf noch durch Schießen, Rubbeln und Fliegen ergänzt. Der Bildschirm lässt sich dabei wahlweise quer oder hochkant drehen, was Handkrämpfen vorbeugt und für jeden das passende Handling bereit hält.

Die Optik präsentiert sich knallbunt mit diversen Manga-Anleihen und erinnert stellenweise ein wenig an Hudsons Bomberman-Reihe. Viele kleine Details säumen die Level-Architektur und lassen die Umgebung lebendig erscheinen. Ruckelfrei geht es durch die Welten und anstandslos berechnet der DS auch größere Gegner.

Detailverliebt und Knallbunt.
Detailverliebt und Knallbunt.

Was wir mochten:

Zucker mit Zuckerglasur. Die Optik ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber die liebevolle Gestaltung der Level und Charaktere ist wirklich gelungen.

Vier in einem. Für den Multiplayermodus braucht ihr nur ein einziges Modul. Das ist zwar keine Neuerung, aber dennoch löblich und noch lange nicht Gang und Gäbe.

Einstiegshilfe. Die eingängige und gut funktionierende Steuerung wird in anschaulichen Tutorials hilfreich erklärt und geht schnell intuitiv von der Hand. Zudem lässt sich je nach Vorliebe die Steuerung für Links- oder Rechtshänder auslegen und der Bildschirm nach belieben drehen.

Querformat oder hochkant, das Display darf gedreht werden.
Querformat oder hochkant, das Display darf gedreht werden.

Nicht gefallen hat uns:

Piepsig und quitschig. Den Sound dürfte jeder nach spätestens dreißig Minuten freiwillig ausdrehen, so nerviges Geplärre habe ich schon lange nicht mehr gehört….aber irgendwie passt das auch zu der schrillen Optik.

Hetz mich nicht so. Obwohl das Spiel nie unfair wird, kann einem das meist sehr knappe Zeitlimit doch das eine oder andere mal auf die Nerven gehen.

[box]Sebastians Meinung:
Bunt, bunter Go! Go! Cosmo Cops. Nachdem ich mich an die Kiddie-Optik gewöhnt hatte, fand ich den Stil sogar irgendwie liebenswert. Die interessante Steuerung und der fordernde aber faire Levelaufbau machen einfach Spaß. Hier wird der DS für das benutzt, wofür er gebaut wurde. Namco ist zwar vielleicht nicht das beste aber immerhin eines der besseren Spiele auf Nintendos Kleinem gelungen. In der Welle des Lizenz- und Pferdemists der letzten Monate zählt Go! Go! Cosmo Cops meines Erachtens nach zu den echten Highlights. Zum Anschaffungspreis von nicht einmal dreißig Euro sollte jeder mal eine Runde Probespielen.[/box]

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