Robert Kotick, CEO von Activision-Blizzard, traf sich mit Analysten in Deutschland um die künftigen Pläne des Unternehmens vorzustellen. Und was der gute Mann dabei vom Stapel gelassen hat ist schlichtweg unglaublich. Egal ob es um Spaß, Konsolen, Angestellte oder uns Kunden ging – bei Kotick bekam jeder sein Fett weg. Gehen wir seine Aussagen einfach schön der Reihe nach durch.
Spiele sind für Typen, die kein Date abbekommen
Er begann seinen Rundumschlag mit folgender Aussage:
“Die meisten der 20 Jahre, in denen ich für Wachstum bei Activision gesorgt habe, waren wir damit zufrieden, Produkte herzustellen, die attraktiv für den 16 bis 35 Jahre alten Typen sind, der kein Date für Samstagnacht abbekommen hat.”
So sei es bisher gewesen, im Moment ändere sich das aber gerade sehr – immer mehr Frauen spielen und auch immer mehr ältere Personen widmen dem Hobby Videospiel Zeit. Auf diesen Fakt werde man natürlich reagieren. Ein noch nicht näher genanntes MMO, welches eine breitere Masse ansprechen soll, wurde genannt.
Robert Kotick kam damit allerdings erst in Fahrt…
30 Prozent des operativen Gewinns werden bei Activision-Blizzard mit stationären Konsolen erwirtschaftet, 10 Prozent mit mobilen Plattformen und bereits 50 Prozent im Internet. Um weiteres Wachstum erreichen zu können gäbe es ein Problem.
TV hui, Konsolen pfui!
Der großteil der potentiellen Kunden weltweit verfügt nicht über eine Konsole, deshalb sei in Zukunft zu erwarten, “dass viele unserer Produkte ohne eine Konsole spielbar sein werden”, so Robert Kotick wörtlich. Ins Thema brachte Kotick dabei moderne TV-Geräte, welche bereits einen Breitbandanschluß mitbringen. Internet und Streamingangebote könnten also die Zukunft sein. Ich frage mich nur, wieviele Menschen weltweit bereits ein TV-Gerät haben, welches über einen Breitbandanschluß verfügt?
Die mit Abstand abstoßensten Aussagen folgen allerdings erst. Darin spricht Robert Kotick die Unternehmenskultur bei Activision-Blizzard an.
Profit statt Spaß – das ist es was zählt!
Geht es nach ihm gibt es nur ein Ziel: einen operativen Gewinn von 50 Prozent zu erzielen. Deshalb werden intern auch nur Profite belohnt und sonst nichts. Robert Kotick gab voller Stolz an, vor 10 Jahren branchenfremde Mitarbeiter zu Activision gebracht zu haben, um “den Spaß aus der Entwicklung von Videospielen” zu nehmen. Er versuche aktiv eine Atmosphäre von “Kleingläubigkeit, Schwarzseherei und Angst” zu schaffen, um die Mitarbeiter dazu zu bringen, stark auf die Kosten zu achten.
Im englischen Original hörte sich seine Aussage so an:
“We have a real culture of thrift. The goal that I had in bringing a lot of the packaged goods folks into Activision about 10 years ago was to take all the fun out of making videogames.”
Einfach unglaublich!
Daneben machen sich seine weiteren Aussagen wie Peanuts aus. So würde Robert Kotick, wenn er es denn könnte, den Preis von ohnehin nicht günstigen Spielen saftig erhöhen. Und er erklärte noch voller Freude, wie man aus einem 50$-Spiel 500$ rausholen könne. Nämlich mit Zubehör wie Mikrofone, Schlagzeug, Expansion-Packs, DLC etc. Und natürlich auch mit World of Warcraft, die Melkkuh Nummer 1 bei Activision-Blizzard.
Könnt ihr euch ein Arbeitsumfeld vorstellen, in dem Kleingläubigkeit, Schwarzseherei und Angst herrschen und in dem Spaß nichts verloren hat? Auf lange Sicht kann das nur den Untergang bedeuten. Wie soll man in solch einem Klima denn kreativ und innovativ bleiben? So gesehen wundert es mich, dass die Games von Activision – allen voran Call of Duty und Guitar Hero – noch soviel Spaß machen. Wie lange noch?
(via Destructoid, Golem, Spong, Destructoid)
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Wenn die Jungs mit guten Sachen ordentlich Geld machen (ohne den Kunden massiv zu schröpfen), ist es mir wurscht bzw. haben sich die Leute satte Gewinne verdient. Aber eigentlich sollte das vergangene Jahr den ganzen Bossen doch gelehrt haben, dass man mit so einer Firmenpolitik (nur Profit, alles andere steht hinten an) direkt ins Abseits läuft. Wäre schade drum, aber nach solchen Aussagen würde ich dem Chef schon gönnen. Dooferweise bekommt der dann auch 50 Mille Abfindung und schert sich ein Dreck um den Trümmerhaufen, den er möglicherweise hinterlässt. Spiele sind für mich Spassprodukte und absolute nicht notwendig. Fällt Spass weg, entfällt von meiner Seite der Profit … vielleicht sind diese Dinge bei Spielen vielleicht doch mehr verwoben, als sich das der feine Herr vielleicht vorstellt?
Leider ist das nicht nur in der Spielebranche so sondern in fast allen Branchen, es geht nur um Profit und Gewinnsteigerung. Schafft es der Manager nicht den Umsatz jedes Jahr zu steigern wird an seinem Stuhl gesägt, also wird der alles dran setzen jedes Jahr ein schönen Gewinn einzufahren.
Koks macht Hirn putt putt.
Anders kann ich mir das auch nicht erklären.
Hört sich bei mir nach genau dem gegenteil von google an.
Was Freiraum und kein Stress ausmachen, kann man ja gut an der Innovativität von google sehen.
Naja in man geht davon aus, dass bei einer Taktik wie von Herrn Kotick, die Arbeitsleistung um 50% gesteigert werden kann, allerdings nur für kurze Zeit danach sinkt sie auf 0%, da kein Mensch diesen Stress auf lange Zeit aushält…
[...] Abo scheinen also nicht mehr in all zu großer Ferne zu liegen. Aber das sind wir ja vom profitgierigen Robert Kotick ja inzwischen gewöhnt. Ein Trend in diese Richtung scheint sich jedoch bereits abzuzeichnen. So [...]
[...] Kotick. Viel mehr braucht man dazu gar nicht mehr schreiben; außerdem haben wir das in diesem Beitrag bereits getan. Was ich mich seitdem frage: Hat er sie noch [...]
[...] Mehr dazu in diesem Beitrag. [...]